muffen

Grammatik Verb · mufft, muffte, hat gemufft
Aussprache [ˈmʊfn̩]
Worttrennung muf-fen
Grundform Muff2
Wortbildung  mit ›muffen‹ als Grundform: Muff2
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

umgangssprachlich etw. mufft (nach etw.), es mufft (irgendwo) (nach etw.)dumpf, modrig, schimmelig riechen
Beispiele:
Es mufft im Eingangsbereich, in den Zimmern der Beamten und auch in die vierten Etage zieht der unfeine Duft, also dorthin, wo der Minister sein Büro hat […]. [Süddeutsche Zeitung, 25.09.2008]
Es muffte, als ob seit der Zarenzeit niemand mehr gelüftet hätte. [Die Welt, 06.05.2017]
Wer einmal im Winter die kuschelig‑weichen Langarm‑T‑Shirts aus wärmender Heattech‑Faser unterm Pullover getragen hat, wird seine Meinung über Polyester revidieren. Weder mufft der Stoff, verfärbt sich unter den Armen oder verliert die Form. [Die Welt, 18.01.2014]
Aus den frühen Visionen einer von Echsen bevölkerten, düsteren Urzeit, die immer ein wenig nach Sumpf und Schwefel muffte, ist das bunte Bild einer Zeit geworden, in der exotische, vermutlich nicht weniger farbenfrohe Wesen lebten, als dies heute der Fall ist. [Der Spiegel, 21.08.2013 (online)]
übertragenDiese ganzen Sexismus‑Vorwürfe, mit denen wir heute konfrontiert werden, sind in der Masse so konstruiert und aus der Luft geholt, dass es nur noch prüde, verklemmt und nach bigottem Mittelalter mufft. [Süddeutsche Zeitung, 26.01.2013]
Im inneren Netzwerk [einer Perücke] sammeln sich Schuppen, Schweiß und Fett. Wenn es anfängt zu muffen, hilft nur eine Spezialreinigung. [Der Spiegel, 23.11.1987]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Muff1 · muffen1 · müffen1 · müffeln · muffig
Muff1 m. ‘dumpfer, modriger Geruch, Moder, Schimmel’ (17. Jh.), jünger Mief (s. d.). Auszugehen ist wohl von Muff ‘dunkler, brummiger Ton’ (aus verzogenem Mund, s. muffeln) mit Übertragung des Gehöreindruckes auf die Empfindung eines dumpfen Geruchs (bei verzogener Nase), so daß auch hier Herleitung von der Schallwurzel ie. *mū̌- möglich wird. Läßt man den lautmalenden Charakter des Wortes beiseite, kann man de Vries Nl. 457 folgen, der Anknüpfung an die Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig’ (s. Moder, Schmutz) erwägt. Dazu mundartlich verbreitetes muffen1, müffen1, müffeln Vb. ‘nach Moder oder Fäulnis riechen’ (17. Jh.) und gleichbed. iteratives muffeln, müffeln (15. Jh.) sowie muffig Adj. ‘dumpf riechend, modrig’ (17. Jh.), nd. muffig, nl. muf.
Zitationshilfe
„muffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/muffen#1>, abgerufen am 15.10.2021.

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muffen

Grammatik Verb · mufft, muffte, hat gemufft
Aussprache [ˈmʊfn̩]
Worttrennung muf-fen
Grundform muff
Wortbildung  mit ›muffen‹ als Grundform: Muff3
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

jmd. mufft
Synonym zu murren (1)
Beispiele:
Es darf gemufft und gegrummelt, genörgelt und gegrantelt werden[…]. [Welt am Sonntag, 29.12.2002]
Es sei das Allerletzte, muffte Spencer, wenn jemand das Wort Kapitalismus in einem Rock’n’Roll‑Stück verwende. [Süddeutsche Zeitung, 01.03.2002]
[Die Hauptfigur des Theaterstücks] Estragon mufft und mault, wirkt abgeklärt oder vielleicht auch nur dümmer, Estragon ist rührend in seiner unbedarften Hilflosigkeit und notorischen Vergesslichkeit. [Der Tagesspiegel, 07.01.2002]
Alle lächeln, keiner mufft. [Der Tagesspiegel, 02.08.2001]
Die Umstellung [auf Kundenfreundlichkeit] ist bisher nicht gelungen; der durchschnittliche DDR‑Dienstleistende knurrt, schnauzt oder mufft, wenn er nicht die Autorität herauszuputzen sucht. [Der Spiegel, 24.09.1990]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

muff · mupf · Muff3 · Mupf · muffen2 · müffen2 · mupfen · aufmüpfig · muffeln · Muffel · muff(e)lig
muff, obd. mupf Interjektion des Widerwillens, für einen knurrigen, verdrießlichen Laut, Muff3, Mupf m. ‘Verziehen des Mundes, Hängemaul, dunkler, brummiger Ton’ (15. Jh.), mhd. gemüffe n. ‘verdrießliches Brummen, Maulen’. muffen2, müffen2, mupfen Vb. ‘den Mund (spöttisch) verziehen, murren, brummen’ (15. Jh.), obd. müpfen ‘die Nase rümpfen’, aufmupfen ‘verdrießlich blicken, aufbrausen’, dazu in neuerer Sprache aufmüpfig Adj. ‘aufsässig, widersetzlich’ (20. Jh.). Als Iterativum muffeln Vb. ‘kauend die Lippen bewegen, mürrisch, verdrießlich sein, brummend reden’ (15. Jh.). Muffel m. ‘Mops’ (18. Jh.), ‘verdrießlicher, unfreundlicher, ungesprächiger, mürrischer Mensch’ (19. Jh.). muff(e)lig Adj. ‘mürrisch, maulfaul’ (19. Jh.), älter muffig (18. Jh.), muffisch (16. Jh.). Alle Formen kann man als lautnachahmende Bildungen mit nl. moppen, mopperen ‘brummen, verdrießlich knurren’, engl. (aus dem Nd.?) to mop ‘Grimassen schneiden’ (s. Mops) an eine Schallwurzel ie. *mū̌- ‘einen dumpfen Laut von sich geben (auch mit geschlossenem Mund), undeutlich reden, unartikuliert murmeln, Mund, Maul’ anschließen (s. Maul).
Zitationshilfe
„muffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/muffen#2>, abgerufen am 15.10.2021.

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muffen

Grammatik Verb · mufft, muffte, hat gemufft
Aussprache [ˈmʊfn̩]
Worttrennung muf-fen
Grundform Muffe
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

jmd. mufft etw.Rohre, Kabel mittels Muffen verbinden
Beispiele:
Berufstaucher sind Universaltalente, von Beruf meist Schweißer oder Mechaniker. In den Tiefen muffen sie Rohre, verankern Betonpfeiler, errichten Windräder oder bergen Schiffe und Munition. [Süddeutsche Zeitung, 11.10.2014]
Der Rahmen ist gelötet, nicht gemufft. [Welt am Sonntag, 24.01.2016, Nr. 4]
Wechsel mufft und lötet beispielsweise die Stahlrahmen noch selbst, während die asiatischen Rahmen meist geschweißt seien, um Materialkosten zu sparen. [Welt am Sonntag, 04.05.2014, Nr. 18]
Einfach das Kabel etwas kürzen und dann neu verbinden (muffen). [Kaputt: 45W MagSafe Power Adapter, 24.11.2013, aufgerufen am 18.10.2019]
Rahmen: Stahlrohr, gemufft; Rahmenhöhe 57 Zentimeter [Anzeige] [Süddeutsche Zeitung, 09.04.1994]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„muffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/muffen#3>, abgerufen am 15.10.2021.

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