muffen

GrammatikVerb
Worttrennungmuf-fen
Wortbildung mit ›muffen‹ als Grundform: ↗Muff2
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Muff1 · muffen1 · müffen1 · müffeln · muffig
Muff1 m. ‘dumpfer, modriger Geruch, Moder, Schimmel’ (17. Jh.), jünger ↗Mief (s. d.). Auszugehen ist wohl von Muff ‘dunkler, brummiger Ton’ (aus verzogenem Mund, s. ↗muffeln) mit Übertragung des Gehöreindruckes auf die Empfindung eines dumpfen Geruchs (bei verzogener Nase), so daß auch hier Herleitung von der Schallwurzel ie. *mū̌- möglich wird. Läßt man den lautmalenden Charakter des Wortes beiseite, kann man de Vries Nl. 457 folgen, der Anknüpfung an die Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig’ (s. ↗Moder, ↗Schmutz) erwägt. Dazu mundartlich verbreitetes muffen1, müffen1, müffeln Vb. ‘nach Moder oder Fäulnis riechen’ (17. Jh.) und gleichbed. iteratives muffeln, müffeln (15. Jh.) sowie muffig Adj. ‘dumpf riechend, modrig’ (17. Jh.), nd. muffig, nl. muf.

muff · mupf · Muff3 · Mupf · muffen2 · müffen2 · mupfen · aufmüpfig · muffeln · Muffel · muff(e)lig
muff, obd. mupf Interjektion des Widerwillens, für einen knurrigen, verdrießlichen Laut, Muff3, Mupf m. ‘Verziehen des Mundes, Hängemaul, dunkler, brummiger Ton’ (15. Jh.), mhd. gemüffe n. ‘verdrießliches Brummen, Maulen’. muffen2, müffen2, mupfen Vb. ‘den Mund (spöttisch) verziehen, murren, brummen’ (15. Jh.), obd. müpfen ‘die Nase rümpfen’, aufmupfen ‘verdrießlich blicken, aufbrausen’, dazu in neuerer Sprache aufmüpfig Adj. ‘aufsässig, widersetzlich’ (20. Jh.). Als Iterativum muffeln Vb. ‘kauend die Lippen bewegen, mürrisch, verdrießlich sein, brummend reden’ (15. Jh.). Muffel m. ‘Mops’ (18. Jh.), ‘verdrießlicher, unfreundlicher, ungesprächiger, mürrischer Mensch’ (19. Jh.). muff(e)lig Adj. ‘mürrisch, maulfaul’ (19. Jh.), älter muffig (18. Jh.), muffisch (16. Jh.). Alle Formen kann man als lautnachahmende Bildungen mit nl. moppen, mopperen ‘brummen, verdrießlich knurren’, engl. (aus dem Nd.?) to mop ‘Grimassen schneiden’ (s. ↗Mops) an eine Schallwurzel ie. *mū̌- ‘einen dumpfen Laut von sich geben (auch mit geschlossenem Mund), undeutlich reden, unartikuliert murmeln, Mund, Maul’ anschließen (s. ↗Maul).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man die Jacke nicht regelmäßig wäscht, fängt das schnell an zu muffen.
Der Tagesspiegel, 13.07.2003
Die Bettwäsche fühlt sich klamm an und mufft, als sei das sportliche Paar erst vor Minuten rausgekrochen.
Die Zeit, 03.12.2001, Nr. 49
Wahrscheinlich mufft das Trikot mit der "13" in irgendeinem Kleiderschrank vor sich hin.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003
In der U-Bahn wird gemufft, der Nachbar schimpft über den Euro, die Tante über hohe Müllgebühren, im Büro ist miese Stimmung.
Bild, 29.07.1997
Die dort geäußerten sittlichen Maximen stehen auf dem Niveau eines mittleren Konfirmandenunterrichts und muffen nach Kaserne, kleiner Beamtenwohnung und Pastorenehe.
Tucholsky, Kurt: Deutsche Richter. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 8803
Zitationshilfe
„muffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/muffen#1>, abgerufen am 10.12.2019.

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muffen

GrammatikVerb
Worttrennungmuf-fen
Wortbildung mit ›muffen‹ als Grundform: ↗Muff3
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Muff1 · muffen1 · müffen1 · müffeln · muffig
Muff1 m. ‘dumpfer, modriger Geruch, Moder, Schimmel’ (17. Jh.), jünger ↗Mief (s. d.). Auszugehen ist wohl von Muff ‘dunkler, brummiger Ton’ (aus verzogenem Mund, s. ↗muffeln) mit Übertragung des Gehöreindruckes auf die Empfindung eines dumpfen Geruchs (bei verzogener Nase), so daß auch hier Herleitung von der Schallwurzel ie. *mū̌- möglich wird. Läßt man den lautmalenden Charakter des Wortes beiseite, kann man de Vries Nl. 457 folgen, der Anknüpfung an die Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig’ (s. ↗Moder, ↗Schmutz) erwägt. Dazu mundartlich verbreitetes muffen1, müffen1, müffeln Vb. ‘nach Moder oder Fäulnis riechen’ (17. Jh.) und gleichbed. iteratives muffeln, müffeln (15. Jh.) sowie muffig Adj. ‘dumpf riechend, modrig’ (17. Jh.), nd. muffig, nl. muf.

muff · mupf · Muff3 · Mupf · muffen2 · müffen2 · mupfen · aufmüpfig · muffeln · Muffel · muff(e)lig
muff, obd. mupf Interjektion des Widerwillens, für einen knurrigen, verdrießlichen Laut, Muff3, Mupf m. ‘Verziehen des Mundes, Hängemaul, dunkler, brummiger Ton’ (15. Jh.), mhd. gemüffe n. ‘verdrießliches Brummen, Maulen’. muffen2, müffen2, mupfen Vb. ‘den Mund (spöttisch) verziehen, murren, brummen’ (15. Jh.), obd. müpfen ‘die Nase rümpfen’, aufmupfen ‘verdrießlich blicken, aufbrausen’, dazu in neuerer Sprache aufmüpfig Adj. ‘aufsässig, widersetzlich’ (20. Jh.). Als Iterativum muffeln Vb. ‘kauend die Lippen bewegen, mürrisch, verdrießlich sein, brummend reden’ (15. Jh.). Muffel m. ‘Mops’ (18. Jh.), ‘verdrießlicher, unfreundlicher, ungesprächiger, mürrischer Mensch’ (19. Jh.). muff(e)lig Adj. ‘mürrisch, maulfaul’ (19. Jh.), älter muffig (18. Jh.), muffisch (16. Jh.). Alle Formen kann man als lautnachahmende Bildungen mit nl. moppen, mopperen ‘brummen, verdrießlich knurren’, engl. (aus dem Nd.?) to mop ‘Grimassen schneiden’ (s. ↗Mops) an eine Schallwurzel ie. *mū̌- ‘einen dumpfen Laut von sich geben (auch mit geschlossenem Mund), undeutlich reden, unartikuliert murmeln, Mund, Maul’ anschließen (s. ↗Maul).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man die Jacke nicht regelmäßig wäscht, fängt das schnell an zu muffen.
Der Tagesspiegel, 13.07.2003
Die Bettwäsche fühlt sich klamm an und mufft, als sei das sportliche Paar erst vor Minuten rausgekrochen.
Die Zeit, 03.12.2001, Nr. 49
Wahrscheinlich mufft das Trikot mit der "13" in irgendeinem Kleiderschrank vor sich hin.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2003
In der U-Bahn wird gemufft, der Nachbar schimpft über den Euro, die Tante über hohe Müllgebühren, im Büro ist miese Stimmung.
Bild, 29.07.1997
Die dort geäußerten sittlichen Maximen stehen auf dem Niveau eines mittleren Konfirmandenunterrichts und muffen nach Kaserne, kleiner Beamtenwohnung und Pastorenehe.
Tucholsky, Kurt: Deutsche Richter. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 8803
Zitationshilfe
„muffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/muffen#2>, abgerufen am 10.12.2019.

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