mulmig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmul-mig (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
faulig, moderig
Beispiel:
auch ist das Wasser in unseren Gewässern schon in geringen Tiefen trübe und mulmig [Natur u. Heimat1955]
2.
salopp, übertragen brenzlig, heikel, gefahrbringend
Beispiele:
es wurde ihnen dort zu mulmig, und sie gingen weg
»Aber wenn es auch noch so mulmig ausschaute«, sagte er, »eigentlich habe ich nie daran gezweifelt, daß es gut ausgehen wird ...« [Feuchtw.Lautensack27]
übel, ungut
Beispiele:
ihm war es mulmig, als er zum ersten Mal öffentlich auftrat
hast nichts im Magen und jetzt wird's dir mulmig [MarchwitzaJugend103]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mulmig · Mulm
mulmig Adj. ‘bedenklich, gefährlich, unwohl’ (20. Jh.), ‘zerfallend in Staub, staubig, verwittert’ (19. Jh.), mulmicht, mülmicht (17. Jh.) ist abgeleitet von (heute seltenem) Mulm m. ‘zerfallene Erde, Staub, morsches, faulendes Holz’ (17. Jh.), das im Ablaut zu den unter ↗malmen (s. d.) behandelten Formen steht.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem ist / wird) mulmig (bei) · (jemandem ist etwas) nicht ganz geheuer · (jemandem ist) unbehaglich (bei) · (jemandem ist) ungemütlich (bei) · (jemandem ist) unwohl (bei)
Assoziationen
  • (eine) Nase haben für · (etwas) sagt jemandem sein Bauchgefühl · Lunte riechen · ↗spüren · ↗wittern  ●  den Braten riechen  fig. · im Urin haben  fig.
  • (sich) nicht ganz wohlfühlen (bei) · ein ungutes Gefühl haben (bei)  ●  (jemandem) ist nicht ganz wohl bei  fig. · Bauchschmerzen haben (bei)  fig.
Synonymgruppe
elend · ↗unwohl · ↗übel  ●  ↗hundeelend  ugs. · ↗hundsmiserabel  ugs. · ↗kotzübel  derb · mulmig  ugs. · ↗speiübel  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akustik Gefühl Stimmung eher leicht manchmal schon ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mulmig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch jetzt wird es so manchem mulmig bei diesem Ritual.
Der Tagesspiegel, 14.09.2003
Als sie aber auch noch anfingen, dem trompetenden Cursor hinterherzuschwimmen, ist uns doch etwas mulmig geworden.
Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48
Da wurde es dem Trainer auf der Bank zu mulmig.
Bild, 28.07.1997
Ein Polizist ritt in der schwarzen mulmigen Erde der Reitwege.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 294
Gefängnisartige Koloniebauten, gigantisch anschwellende Städte, jagende Züge, Seilbahnen mit mulmig rieselndem Gestein, Schlot an Schlot mit ungeheuer wehenden Wolkenbildern, rückte die Industrie heran.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 337
Zitationshilfe
„mulmig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mulmig>, abgerufen am 23.09.2019.

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