munden
GrammatikVerb · mundete, hat gemundet
Aussprache
Worttrennungmun-den (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben angenehm, ausgezeichnet schmecken
Beispiele:
das Essen, dieses Gericht mundete ihm nicht
ich habe mir den Wein köstlich munden lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mund · munden · münden · Mündung · mündlich · Mundart · mundfaul · Mundraub · Mundwerk
Mund m. die durch die Lippen verschließbare Öffnung in der unteren Gesichtshälfte. Die etymologische Zuordnung von ahd. mund (8. Jh.), mhd. mnd. munt, asächs. mund, mnl. mont, nl. mond, anord. munnr, schwed. mun, got. munþs und (mit Nasalausfall und nachfolgender Dehnung des Stammvokals) asächs. mūð, aengl. mūþ, engl. mouth (germ. *munþa-) ist nicht sicher bestimmbar. Möglich ist Verwandtschaft mit griech. masā́sthai (μασᾶσθαι, aus *μαθ-) ‘kauen, beißen’ und lat. (nasaliert) mandere ‘kauen’ und Annahme von ie. *menth- bzw. schwundstufig *mṇth- ‘kauen, Gebiß, Mund’, so daß Mund als ‘Kauer, Beißer’ gedeutet werden könnte. Wahrscheinlicher ist jedoch eine Verbindung mit kymr. mant ‘Kinnlade, Mund’ und lat. mentum ‘Kinn, Gebäudevorsprung’; dies würde auf eine Verbalwurzel ie. *men- ‘emporragen’ führen, deren in Nominalableitungen auftretende schwundstufige Erweiterung ie. *mṇt- eine Bedeutungsentwicklung von ‘Kinn’ über ‘Kiefer’ zu ‘Mund’ zeigt. munden Vb. ‘gut schmecken’ (16. Jh.). münden Vb. ‘sich ergießen, hineinfließen, enden’ (19. Jh.), wohl aus Mündung rückgebildet; doch vgl. ahd. munden ‘zusammenfließen’ (um 1000) sowie das Kollektivum ahd. gimundi n. ‘Mund, Flußmündung’ (9./10. Jh.), aengl. gemȳþe n. ‘Flußmündung’, in Ortsnamen ahd. Lechsgimundi, mhd. Gemünde, nhd. Gemünd(en), Schwäbisch Gmünd, Neckargemünd und Travemünde. Mündung f. ‘das Hinein-, Zusammenfließen, der Ort des Zusammenflusses’ (18. Jh.), häufig in technischer Verwendung anschließend an Mund im Sinne von ‘Öffnung’, vgl. Mündung eines Geschützes (18. Jh.). mündlich Adj. ‘durch den Mund geäußert, nicht schriftlich, nur in gesprochener Rede’ (16. Jh.), älter muntliche(n) Adv. (15. Jh.). Mundart f. natürlich entstandene Form der vorwiegend gesprochenen Sprache einer geographisch bestimmbaren Sprachgemeinschaft (17. Jh.), Ersatzwort für ↗Dialekt (s. d.). mundfaul Adj. ‘wortkarg, redefaul’ (19. Jh.), oft für gröberes maulfaul. Mundraub m. ‘Entwendung von Lebensmitteln in kleiner Menge zum sofortigen Verbrauch’ (18. Jh.). Mundwerk n. ‘Rede, gute Redegabe’ (16. Jh.), anschließend an Mund als Organ zur Hervorbringung sprachlicher Laute, bes. großes, flinkes Mundwerk in bezug auf die Neigung zu anhaltendem, unüberlegtem, respektlosem Sprechen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Gaumenfreude (sein) · ↗(gut) schmecken · (jemandes) Geschmack treffen · ↗(nach) (jemandes) Geschmack  ●  (dem) Gaumen schmeicheln  geh. · ↗(vortrefflich) munden  geh.
Assoziationen
  • (sich) gut trinken lassen · Lust machen auf mehr · gut trinkbar · kann man gut wegtrinken · ↗süffig · zum Trinken einladend · zum gut Wegtrinken  ●  da könnte ich mich reinsetzen  ugs. · nach mehr schmecken  ugs. · runtergehen wie Öl  ugs.
  • (es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · ↗(jemandem) angenehm (sein) · ↗(jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · ↗zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
  • appetitlich · ↗delektabel · ↗delikat · ↗deliziös · ↗ergötzlich · kulinarischer (Hoch-)Genuss · ↗köstlich · ↗lecker · lukullischer (Hoch-)Genuss · mundend · ↗schmackhaft · ↗wohlschmeckend  ●  (da) könnte ich mich reinlegen  ugs. · ↗gluschtig  ugs., schweiz. · schmeckt nach mehr  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bier Butter Essen Fisch Gericht Wein besonders doppelt gut hervorragend köstlich recht trefflich vortrefflich vorzüglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›munden‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings muß es ihm nicht so recht gemundet haben, denn er orderte, noch bei halbvollem Glase, ein Viertel Wein.
Süddeutsche Zeitung, 10.09.1996
Er hörte seelenruhig den Reklamationen zu, ließ es sich munden.
Die Zeit, 21.09.1990, Nr. 39
Ihre sonstige Lieblingsspeise wird Ihnen nicht munden und keineswegs bekömmlich sein.
Hasler, Ulrich E.: Eubiotik, Heidelberg: Haug 1967, S. 116
Der Malaga mundete den Mexikanern, und sie tranken viel davon.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 22
Schopenhauer und Justus von Liebig zeigten sich abgeneigt, aber Diderot und Wieland ließen es sich munden.
Bauer, Hans: Tisch und Tafel in alten Zeiten, Leipzig: Koehler & Amelang 1967, S. 159
Zitationshilfe
„munden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/munden>, abgerufen am 21.11.2017.

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