murmeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmur-meln
Wortbildung mit ›murmeln‹ als Erstglied: ↗Murmelbach · ↗Murmellaut
eWDG, 1974

Bedeutung

(etw.) leise und undeutlich vor sich hin reden
Beispiele:
etw., ein paar Worte, etw. Unverständliches murmeln
Gebete, Sprüche murmeln
was murmelst du da?
saloppetw. in seinen Bart murmeln (= undeutlich reden)
ein dumpfes Murmeln, ein Murmeln des Beifalls lief durch die Menge, war zu hören
Frau Gabriel murmelte vor sich hin und seufzte [H. Mann2,74]
bildlich leise rauschen
Beispiele:
ein Bächlein rauscht und murmelt
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell, / Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell [SchillerBürgschaft]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

murmeln Vb. ‘leise rauschen, leise, undeutlich sprechen’, ahd. murmurōn, (mit dissimiliertem zweiten -r-) murmulōn (8. Jh.), mhd. murmern, murmeln ‘murren, heimlich untereinander erzählen, verstohlen als Gerücht verbreiten’, mnd. murmeren, murmelen ‘murren’, mnl. murmelen, mormeren, nl. murmelen sind wiederholende Lautnachahmungen, denen ähnliche Bildungen in anderen Sprachen zur Seite stehen, vgl. aind. marmaraḥ ‘rauschend, murmelnd, raschelnd’, griech. mormȳ́rein (μορμύρειν) ‘rauschen, aufsprudeln’, lat. murmurāre ‘murmeln’, lit. murmė́ti, murménti, murmlénti ‘murmeln, murren, brummen’, russ. (landschaftlich) mormotát’ (мормотать) ‘brummen, murmeln’. Einfache (d. h. nicht wiederholende) Form zeigen das unter ↗murren (s. d.) behandelte Verb sowie die Weiterbildung aengl. murcnian ‘klagen, murren’. Auf Grund der reichen Bezeugung wird vielfach ein Schallwort ie. *mormor-, *murmur- ‘murmeln, dumpf rauschen’ angesetzt; ebensogut kann freilich auch selbständige Entstehung der lautmalenden Wörter in den einzelnen Sprachgruppen angenommen werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
brummeln · murmeln · ↗nuscheln  ●  (sich etwas) in den Bart murmeln  ugs. · (sich) etwas in den Bart brummeln  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Beschwörungsformel Entschuldigung Gebet Mantra Mikrofon Vaterunser Verwünschung Zauberformel Zauberspruch beifällig beschwörend entschuldigend halblaut hin hinein hinmurmeln hörbar irgend kopfschüttelnd leise mitmurmeln mißmutig nicken unaufhörlich undeutlich unhörbar verlegen zumurmeln zustimmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›murmeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist unhöflich, nur ein paar mürrische Worte zu murmeln.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 55
Sie murmeln beeindruckt, aber das Reden überlassen sie doch lieber den Männern.
Die Zeit, 29.09.1955, Nr. 39
Ich gab ihm ein kleines Trinkgeld, murmelte ein undeutliches Dankeschön zum Abschied und verschwand.
Düffel, John von: Vom Wasser, München: dtv 2006, S. 270
Peter neigt sich über ihre Hand und murmelt ein paar unverständliche Worte.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 397
In äußerster Verlegenheit vermochte ich nur das eine Wort »Verzeihung« zu murmeln.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4841
Zitationshilfe
„murmeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/murmeln>, abgerufen am 17.11.2019.

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