murren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmur-ren
Wortbildung mit ›murren‹ als Letztglied: ↗anmurren  ·  mit ›murren‹ als Grundform: ↗Gemurr · ↗Gemurre  ·  formal verwandt mit: ↗vermurrt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sein Missfallen mit undeutlicher, mürrischer Stimme äußern
Beispiele:
leise, heimlich murren
»was soll das?« murrte er
gegen das Schicksal, über eine Ungerechtigkeit murren
klagen
Beispiele:
ich will nicht murren
etw. ohne Murren ertragen
sie tun ihre Pflicht, ohne zu murren
aufbegehren
Beispiele:
die Leute fingen an zu murren
ein lautes, drohendes Murren
Das Murren der Arbeiter wurde zur Meuterei [RaabeHungerpastorI 1,363]
2.
dumpf dröhnen, hallen
Beispiele:
in der Ferne murrten die Kanonen
ein langanhaltender Donner folgte, der mit einem grollenden Murren einsetzte [UhsePatrioten1,409]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

murren · mürrisch
murren Vb. ‘brummen, seine Unzufriedenheit äußern’ (15. Jh.), mnd. murren ‘summen, brummen’, mnl. morren ‘knurren, schelten’, anord. murra ‘brummen, murmeln’, schwed. morra stellen sich zu den unter ↗murmeln behandelten Verben (s. d.) und sind wie diese lautnachahmenden Ursprungs. Aus der Bedeutung ‘(mit einem dumpfen Laut) brummen, knurren’ entwickelt sich ‘(mit dumpf, verhalten gesprochenen Worten) Unzufriedenheit ausdrücken’. mürrisch Adj. ‘unwirsch, unzufrieden, verdrießlich’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(seinem) Ärger Luft machen · ↗(sich) beklagen · ↗(sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · ↗beckmessern · ↗bekritteln · ↗bemäkeln · ↗herumkritisieren (an) · ↗herummeckern · ↗herumnörgeln (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · murren · ↗mäkeln · ↗räsonieren  ●  ↗reklamieren  schweiz. · (he)rumjaulen  ugs., salopp, fig. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · Frust ablassen  ugs. · ↗abkotzen  derb, fig. · ↗granteln  ugs., österr., bair. · ↗herummaulen  ugs. · ↗herummotzen  ugs. · ↗herummäkeln (an)  ugs. · ↗maulen  ugs. · ↗meckern  ugs. · ↗mosern  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗nölen  ugs. · ↗nörgeln  ugs., Hauptform · ↗pöbeln  ugs. · ↗quengeln  ugs. · ↗raunzen  ugs., österr. · rummaulen  ugs. · rummeckern  ugs. · rummotzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
brummen · ↗grummeln · ↗knurren · murren · ↗raunzen  ●  ↗grollen  Hauptform
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
  • Laute von sich geben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Basis Bauer Delegierte Fan Genosse Gewerkschaft Härte Offizier Parteifreund Publikum Spieler Sponsor Untertan Volk Zuhörer da darüber gelegentlich hin knurren laut lauter leise längst maulen meckern meutern schimpfen vernehmlich zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›murren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oder er würde ihn vielleicht anders schaffen, aber dann beginnen sie drinnen im Kino zu murren, und das geht erst recht nicht.
Der Tagesspiegel, 01.09.2004
Doch jetzt murrt auch die heimische Wirtschaft gegen Bushs Entscheidung.
Die Welt, 25.11.2003
Es ist zu heiß hier! ", murrte ich vor mich hin.
Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 152
Die Ägypter haben wohl gemurrt, aber schwerlich hätten sie es vermocht, sich aus eigener Kraft noch einmal zu erheben.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23530
Die Bauern, die schon murren wollten, waren sehr still geworden.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 465
Zitationshilfe
„murren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/murren>, abgerufen am 19.08.2019.

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