Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

murren

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈmʊʀən]
Worttrennung mur-ren
Wortbildung  mit ›murren‹ als Erstglied: Murrkopf  ·  mit ›murren‹ als Letztglied: Gemurr · Gemurre · anmurren
 ·  formal verwandt mit: vermurrt
eWDG

Bedeutungen

1.
sein Missfallen mit undeutlicher, mürrischer Stimme äußern
Beispiele:
leise, heimlich murren
»was soll das?« murrte er
gegen das Schicksal, über eine Ungerechtigkeit murren
klagen
Beispiele:
ich will nicht murren
etw. ohne Murren ertragen
sie tun ihre Pflicht, ohne zu murren
aufbegehren
Beispiele:
die Leute fingen an zu murren
ein lautes, drohendes Murren
Das Murren der Arbeiter wurde zur Meuterei [ RaabeHungerpastorI 1,363]
2.
dumpf dröhnen, hallen
Beispiele:
in der Ferne murrten die Kanonen
ein langanhaltender Donner folgte, der mit einem grollenden Murren einsetzte [ UhsePatrioten1,409]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

murren · mürrisch
murren Vb. ‘brummen, seine Unzufriedenheit äußern’ (15. Jh.), mnd. murren ‘summen, brummen’, mnl. morren ‘knurren, schelten’, anord. murra ‘brummen, murmeln’, schwed. morra stellen sich zu den unter murmeln behandelten Verben (s. d.) und sind wie diese lautnachahmenden Ursprungs. Aus der Bedeutung ‘(mit einem dumpfen Laut) brummen, knurren’ entwickelt sich ‘(mit dumpf, verhalten gesprochenen Worten) Unzufriedenheit ausdrücken’. – mürrisch Adj. ‘unwirsch, unzufrieden, verdrießlich’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) bekritteln · (etwas) bemäkeln · (seinem) Ärger (über / auf etwas) Luft machen · (sich) beklagen (über) · (sich) beschweren · beckmessern · herumkritisieren (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · murren · mäkeln · räsonieren  ●  reklamieren  schweiz. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · (sich) auskotzen (über)  derb · Frust ablassen  ugs. · abkotzen  derb, fig. · granteln  ugs., österr., bayr. · maulen  ugs. · meckern  ugs. · mosern  ugs. · motzen  ugs. · nölen  ugs. · nörgeln  ugs., Hauptform · pöbeln  ugs. · quengeln  ugs. · raunzen  ugs., österr. · sich unzufrieden äußern  fachspr., verhüllend, mediensprachlich
Unterbegriffe
  • (he)rumjammern (über) ugs. · (he)rumjanken ugs., regional · (he)rumjaulen ugs., fig., salopp · (he)rummaulen ugs. · (he)rummeckern (an) ugs. · (he)rummosern ugs. · (he)rummotzen ugs. · (he)rummäkeln (an) ugs. · (he)rumnölen ugs. · (he)rumnörgeln (an) ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
brummen · grummeln · knurren · murren · raunzen  ●  grollen  Hauptform
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · von sich geben · zu hören sein
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›murren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›murren‹.

Verwendungsbeispiele für ›murren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist zu heiß hier! », murrte ich vor mich hin. [Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 152]
Die Ägypter haben wohl gemurrt, aber schwerlich hätten sie es vermocht, sich aus eigener Kraft noch einmal zu erheben. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23530]
Das ist nun einmal so, da darf man nicht murren. [Tucholsky, Kurt: An Arno Holz. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 625]
Die Abkommen mit den östlichen Nachbarn eigneten sich zum »Vergolden«, murrte er in Richtung Polen. [konkret, 1993]
Zwischendrin droht es ihn aus der Bahn zu werfen, die Basis murrt kräftig. [Die Zeit, 13.12.2013 (online)]
Zitationshilfe
„murren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/murren>.

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