musikalisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung mu-si-ka-lisch
Wortbildung  mit ›musikalisch‹ als Letztglied: ↗hochmusikalisch
Herkunft aus gleichbedeutend musicalismlat
eWDG

Bedeutung

zur Musik gehörend, auf Musik beruhend
Beispiel:
ein musikalischer Einfall, Gedanke, Abend, Genuss
Verständnis für Musik zeigend, musikbegabt
Beispiele:
er hat musikalisches Gefühl, Talent, Begabung
sie spielt mit musikalischem Ausdruck
ein musikalischer Mensch, ein musikalisches Genie
er ist (sehr, außergewöhnlich) musikalisch
übertragen klangvoll, wie Musik klingend
Beispiele:
musikalische Verse
das Italienische ist eine musikalische Sprache
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Musik · musikalisch · Musikant · Musikus · Musiker · musizieren · Musical
Musik f. ‘Tonkunst, Gesamtheit der Tondichtungen (eines Volkes, einer Zeit), Wiedergabe, Darbietung einer Tondichtung’, Übernahme von lat. (ars) mūsica, aus griech. mūsikḗ (téchnē) (μουσικὴ τέχνη) ‘Musenkunst, Musik’ (im Sinne der Antike auch Dichtkunst und Geistesbildung umfassend), dem substantivierten Fem. des Adjektivs lat. mūsicus, griech. mūsikós (μουσικός) ‘zu den Musenkünsten (Dichtkunst und Musik) gehörig, ihren Regeln folgend’, Ableitung von griech. Mū́sa (Μοῦσα) ‘die die Künste, besonders Gesang und Dichtkunst, beschirmende Göttin’ (s. ↗Muse). Das lat. Wort wird, auf die Tonkunst bezogen, zum ersten Mal im 9. Jh. in einen ahd. Text aufgenommen (musica, Otfrid); dann folgt als Entlehnung aus dem Lat. mhd. mūseke, mūsic, frühnhd. Music (16. Jh.). Unter Einfluß von gleichbed. frz. musique setzt sich die Schreibung Musik (17. Jh.) und Betonung auf der Endsilbe durch. musikalisch Adj. ‘die Musik betreffend, nach ihren Regeln gestaltet, musikbegabt, klangvoll’ (Anfang 16. Jh.), aus mlat. musicalis. Musikant m. ‘Spielmann, wer zur Unterhaltung und zum Tanz aufspielt’ (2. Hälfte 16. Jh.), zu lat. mūsicāns (Genitiv mūsicantis), Part. Präs. von lat. mūsicāre (s. unten), heute oft geringschätzig. Musikus m. ‘Musik Ausübender’ (um 1500), früher der gewähltere Ausdruck gegenüber Musiker (Adelung), heute nur noch scherzhaft, lat. mūsicus ‘Tonsetzer, Tonkünstler’, Substantivierung des Adjektivs lat. mūsicus (s. oben); die heute übliche Berufsbezeichnung ist die eingedeutschte Form Musiker m. (Ende 18. Jh.). musizieren Vb. ‘Musik machen, ein Instrument, ein Tonstück spielen’ (Mitte 16. Jh.), aus lat. mūsicāre ‘musikalisch, melodisch einrichten’. Musical n. ‘modernes Musiktheater, heiteres musikalisches Singspiel’, Übernahme (Mitte 20. Jh.) von amerik.-engl. musical, substantivierte Kurzform von engl. musical comedy.

Thesaurus

Synonymgruppe
harmonisch · ↗melodisch · ↗melodiös · musikalisch · ↗stimmig

Typische Verbindungen zu ›musikalisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›musikalisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›musikalisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seltsam abgelöst wirken die Worte dann von ihrem musikalischen Sinn.
Die Zeit, 11.08.2005, Nr. 33
Offensichtlich sei da was politisch in Bewegung geraten, möglicherweise auch musikalisch, also wolle man da mal nachhaken.
Der Tagesspiegel, 29.02.2004
Und ob er es nun ahnte oder nicht, das Gehen bildete getreulich die Welt seines musikalischen Denkens ab.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 85
Musikalisch ist vor allem in der frühen Zeit eine syllabische Anlage verbindlich.
o. A.: S. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 5116
Er war zugleich der erste Schriftsteller über musikalische Theorie 1043.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 33394
Zitationshilfe
„musikalisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/musikalisch>, abgerufen am 08.03.2021.

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