mutig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmu-tig
Wortbildung mit ›mutig‹ als Letztglied: ↗lebensmutig · ↗todesmutig
eWDG, 1974

Bedeutung

tapfer, kühn, unerschrocken
Beispiele:
ein mutiger Mann
eine mutige Tat
ein mutiges Wort, mutiger Entschluss
er hat ein mutiges Herz
sie legte ein mutiges Bekenntnis ab
mutig sein, handeln
er trat mutig für seine gerechte Sache, für seinen Kollegen ein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mut · Unmut · mutig · muten · vermuten · vermutlich · Vermutung · zumuten · Zumutung · mutmaßen · mutmaßlich · Mutwille · mutwillig · Übermut · übermütig
Mut m. ‘Kühnheit, Unerschrockenheit’, ahd. muot ‘Kraft des Denkens, Seele, Herz, Gemütszustand, Gesinnung, Gefühl, Absicht, Neigung’ (8. Jh.), mhd. muot, asächs. mōd, mnd. mōt, můt, mnl. moet, nl. moed, afries. aengl. mōd, engl. mood ‘Stimmung, Laune’, anord. mōðr ‘Zorn, aufgeregter Sinn’, schwed. mod ‘Mut, Beherztheit’, got. mōþs ‘Zorn’ (germ. *mōþa-). Vielleicht sind vergleichbar griech. mṓsthai (μῶσθαι) ‘streben, trachten, verlangen’, lat. mōs ‘zur Regel gewordener Wille, Sitte, Brauch’ (s. ↗Moral), so daß auf eine Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’ zurückgegangen werden kann. Mut bezeichnet ursprünglich die inneren Triebkräfte, Gemütszustände, Erregungen und Empfindungen des Gefühls im Gegensatz zum Verstand. Vom 16. Jh. an setzt sich die verengte Bedeutung ‘kühne und unerschrockene Haltung gegenüber Wagnis und Gefahr’ durch. Dazu mit negierendem ↗un- (s. d.) Unmut m. ‘Ärger, Mißstimmung’, ahd. unmuot n. ‘Betrübnis’ (um 1000), mhd. unmuot m. ‘Mißstimmung, Zorn’, mnd. unmōt n. m., aengl. unmōd n. mutig Adj. ‘tapfer, kühn’, mhd. muotec, muotic ‘beherzt, kühn’, asächs. mōdag ‘zornig, aufgeregt’, aengl. mōdig ‘aufgeregt, mutig’, got. mōdags ‘zornig’. muten Vb. ‘etw. begehren, verlangen, seinen Sinn auf etw. richten’, ahd. muoten (9. Jh.), muotōn (um 1000), mhd. muoten; seit etwa 1800 als Simplex ungebräuchlich. vermuten Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’ (16. Jh.), mnd. vormōden; vermutlich Adj. ‘wahrscheinlich’ (16. Jh.); Vermutung f. ‘Annahme’ (16. Jh.). zumuten Vb. ‘unbilligerweise etw. von jmdm. verlangen’, mhd. zuomuoten; Zumutung f. (15. Jh.). mutmaßen Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’, spätmhd. muotmāʒen ‘abschätzen’, zu spätmhd. muotmāʒe ‘Teilung nach Angemessenheit, Abschätzung’; mutmaßlich Adj. ‘der Annahme gemäß’ (18. Jh.). Mutwille m. ‘Absicht’, ahd. muotwillo ‘eigener freier Entschluß’ (8. Jh.), mhd. muotwille; mutwillig Adj. ‘absichtlich, leichtfertig’, mhd. muotwillec ‘dem eigenen (guten oder bösen) Willen folgend’. Übermut m. ‘Ausgelassenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. ubarmuot (um 1000), mhd. übermuot ‘stolzer, hochfahrender Sinn’; übermütig Adj. ‘ausgelassen, leichtsinnig, fröhlich’, ahd. ubarmuotīg (8. Jh.), mhd. übermüetec ‘stolz, hochfahrend gesinnt, heldenmütig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
couragiert · keine Angst kennen · ↗kühn · ↗tapfer · ↗wacker · ↗wagemutig  ●  mutig  Hauptform · (echt) Eier in der Hose haben  ugs., salopp, fig. · weder Tod noch Teufel fürchten  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
heldenhaft · ↗heldenmütig · ↗heroisch · ↗kühn · ↗mannhaft · mit Todesverachtung (auch iron.) · mutig · ↗tapfer · ↗unerschrocken  ●  ↗heldisch  geh., emphatisch
Assoziationen
Synonymgruppe
angstfrei · ↗furchtlos · mutig · nicht ängstlich · ohne Angst · ↗unerschrocken · ↗unverzagt  ●  ohne mit der Wimper zu zucken  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anleger Auftreten Bekenntnis Design Eintreten Entscheidung Entschluß Experiment Kämpfer Reform Reformer Reformschritt Schritt Streiter Tat Unterfangen Vorstoß ehrlich engagiert entschlossen frech innovativ intelligent klug konsequent offensiv selbstbewußt selbstlos tapfer weitsichtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mutig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch der FSV wurde immer mutiger, die Gäste bauten konditionell ab.
Der Tagesspiegel, 12.04.2005
Plötzlich spielten die Löwen so, wie sie es angekündigt hatten, druckvoll, offensiv, mutig.
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004
So vorbereitet können Sie dem Winter mutig ins Auge schauen.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 427
Bei mutiger Führung würde er uns alle in die Hand bekommen haben.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7648
Sie betrat mutig meine steilen Pfade des Lebens, unbekümmert um das falsche bestehende Gesetz.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6345
Zitationshilfe
„mutig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mutig>, abgerufen am 25.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
mutieren
Mutgeld
muterfüllt
Muter
muten
Mutilation
mutilieren
Mutismus
Mutität
mutlos