Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nähen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nä-hen
Wortbildung  mit ›nähen‹ als Erstglied: Näharbeit · Näher · Näherei · Nähfaden · Nähgarn · Nähkasten · Nähkissen · Nähkorb · Nähkränzchen · Nähkurs · Nähkursus · Nähmamsell · Nähmaschine · Nähmaschinenöl · Nähmädchen · Nähnadel · Nähschere · Nähseide · Nähstube · Nähstunde · Nähtisch · Nähzeug · Nähzutaten · Nähzwirn
 ·  mit ›nähen‹ als Letztglied: abnähen · aneinandernähen · annähen · aufnähen · benähen · durchnähen · einnähen · festnähen · umnähen · vernähen · weißnähen · zunähen · zusammennähen
 ·  mit ›nähen‹ als Grundform: genäht
eWDG und DWDS

Bedeutungen

1.
zwei Teile, Stoffteile durch Stiche mit Nadel und Faden fest verbindenDWDS
Beispiele:WDG
eine Naht, den Saum nähen
mit Zwirn, Garn nähen
mit der Hand, (Näh)maschine nähen
sauber, flüchtig, mit großen, kleinen Stichen nähen
ich habe mir Knöpfe an das Kleid genäht
sie nähte an einem Kleid
der Arzt musste die (Platz)wunde nähen
sprichwörtlichdoppelt genäht hält besser
2.
etw. durch Nähen (1) herstellen, schneidern
vergleiche nähen (1)
Beispiele:
ein Hemd, Kleid nähen
ich habe mir, für mich eine Bluse genäht

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nähen · Naht · Näherin · Nähmaschine
nähen Vb. ‘(Stoff)teile mit Stichen verbinden, schneidern’, ahd. nāen (9. Jh.), mhd. næjen, næn, nægen, næwen, mnd. neyen, mnl. naeyen, nl. naaien (germ. *nējan) führen mit verwandten Wörtern wie griech. nḗn (νῆν, aus *ονηιειν) ‘spinnen’, nḗma (νῆμα) ‘Gespinst, Faden’, lat. nēre ‘spinnen’, nēmen ‘Gespinst, Gewebe’, (ablautend) kymr. nyddu ‘spinnen’, lit. nýtis ‘Weberkamm’, russ. nit’ (нить) ‘Faden’, (mit anlautendem s-) mir. snīm ‘das Spinnen’, air. snāth(e) ‘Faden’ auf die Wurzelformen ie. *(s)nē-, *(s)nēi- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’. Das innerhalb des Germ. nur im Dt. und Nl. bezeugte Verb muß, wie die Ableitung Nadel (s. d.) zeigt, ursprünglich weiter verbreitet gewesen sein. Auf die dentale Wurzelerweiterung ie. *ned- gehen Nessel, nesteln und Netz (s. d.) zurück. Naht f. ‘Stofflinie, an der etw. zusammengenäht ist’, ahd. nāt (11. Jh.), mhd. mnd. nāt, mnl. naet, nl. naad, ti-Abstraktum zum Verb. Vielfach übertragen auf Nahtähnliches, bereits mhd. ‘Verbindungsstelle der (Schädel)knochen’ (14. Jh.), ‘Verbindung zusammengelöteter oder -geschweißter Metallteile’ (18. Jh.), vgl. Schweißnaht. Näherin f. ‘mit Nadel und Faden Nähende’, frühnhd. naegerinne, neierin (15./16. Jh.); voraus geht das zu den alten Formen von Naht gebildete Nomen agentis ahd. nātāri, nāteri (11. Jh.), mhd. nātære ‘Näher, Schneider’, wozu mhd. nātærinne, næterīn f., nhd. (älter) Nähterin. Nähmaschine f. (Mitte 19. Jh.), Übersetzung von engl. sewing-machine.

nah · nahe · nahen · Nähe · nähern · Nächster · Nächstenliebe · beinah(e) · nahebei · nahezu
nah nahe Adj. ‘nicht weit entfernt, eng, vertraut’, ahd. nāh (9. Jh.), mhd. nāch, , asächs. nāh, mnd. mnl. , nl. na, afries. nēi, , aengl. nēah, nēh, engl. (dichterisch) nigh, anord. nā- in Zusammensetzungen wie nālægr ‘naheliegend’, got. nēƕ, nēƕa Adv. (germ. *nēhwa-). Herkunft ungesichert. Entweder Kompositum (mit Schwund der ersten Silbe) aus der unter an (s. d.) dargestellten Präp. und der unter Auge (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *oku̯- ‘sehen’, so daß von einer Bedeutung ‘heranschauend, herangewendet’ auszugehen ist? Oder zu ie. *enk̑-, *nek̑- ‘reichen, erreichen, erlangen, tragen’ und damit verwandt mit genug (s. d.)? Eine Verbindung mit lit. pranókti ‘überholen’, lett. nākt ‘gehen, kommen’ stößt des Ablauts wegen auf Schwierigkeiten. nah ist anfänglich Adverb und wird noch lange überwiegend adverbial verwendet (vgl. geläufige Zusammenrückungen wie nahelegen, nahebringen). Adjektivischer Gebrauch setzt zuerst beim Superlativ (nächst) ein, beim Positiv überwiegt zunächst prädikative Verwendung. Das Nebeneinander von nah und nach (gelegentlich noch bis ins 18. Jh.) erklärt sich aus dem regelmäßigen Wechsel von h und ch im Mhd., der im Nhd. fast durchgängig (Ausnahme hoch, s. d.) zugunsten des h ausgeglichen wird. Der überwiegend räumlichen Verwendung folgt ein insgesamt wenig ausgeprägter zeitlicher Gebrauch. nahe wird (bereits ahd.) auch als Präposition mit Dativ verwendet. nahen Vb. ‘näher kommen, nahe herankommen’, ahd. nāhen (8. Jh.), mhd. nāhen, nān ‘nahen, sich nähern’. Nähe f. ‘geringe Entfernung, Nahesein’, ahd. nāhī (9. Jh.), mhd. næhe. nähern Vb. ‘näher bringen’, reflexiv ‘näher herankommen’, mhd. næhern. Nächster m. ‘Mitmensch, Nachbar’, substantivierter Superlativ, ahd. nāhisto (8. Jh.), mhd. nāhste, næhste, frühnhd. neheste, nechste; in starker Flexion (mein Nächster) seit dem 17. Jh. Nächstenliebe f. ‘Liebe zum (hilfsbedürftigen) Mitmenschen’ (18. Jh.). beinah(e) Adv. ‘fast, nahezu, annähernd’, ahd. bī nāh, spätmhd. bīnāhe, bīnāch, frühnhd. beinah neben beinach, das vereinzelt bis ins 18. Jh. begegnet. Daneben noch im 18. Jh. auseinandergeschrieben (vgl. „besser bey naheAdelung). nahebei Adv. ‘dicht dabei, beinahe’, Zusammenrückung (16. Jh.) aus nahe bei, mhd. nāhe bī. nahezu Adv. ‘fast, beinahe’, aus nahe zu (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
nähen · schneidern · sticheln
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›nähen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nähen‹.

Zitationshilfe
„nähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/n%C3%A4hen>.

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