nähen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnä-hen
Wortbildung mit ›nähen‹ als Erstglied: ↗Näharbeit · ↗Näher · ↗Näherei · ↗Nähfaden · ↗Nähgarn · ↗Nähkasten · ↗Nähkorb · ↗Nähkränzchen · ↗Nähkurs · ↗Nähkursus · ↗Nähmaschine · ↗Nähmaschinenöl · ↗Nähmädchen · ↗Nähnadel · ↗Nähseide · ↗Nähtisch · ↗Nähzeug · ↗Nähzutaten · ↗Nähzwirn
 ·  mit ›nähen‹ als Letztglied: ↗abnähen · ↗aneinandernähen · ↗annähen · ↗aufnähen · ↗durchnähen · ↗einnähen · ↗festnähen · ↗umnähen · ↗weißnähen · ↗zunähen · ↗zusammennähen
 ·  Ableitungen von ›nähen‹: ↗benähen · ↗vernähen
 ·  mit ›nähen‹ als Grundform: ↗genäht
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
zwei Teile, Stoffteile durch Stiche mit Nadel und Faden fest verbindenQuelle: DWDS, 2015
Beispiele:
eine Naht, den Saum nähen
mit Zwirn, Garn nähen
mit der Hand, (Näh)maschine nähen
sauber, flüchtig, mit großen, kleinen Stichen nähen
ich habe mir Knöpfe an das Kleid genäht
sie nähte an einem Kleid
der Arzt musste die (Platz)wunde nähen
doppelt genäht hält besser sprichwörtlich
2.
etw. durch Nähen (1) herstellen, schneidern
vergleiche nähen (Lesart 1)
Beispiele:
ein Hemd, Kleid nähen
ich habe mir, für mich eine Bluse genäht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nähen · Naht · Näherin · Nähmaschine
nähen Vb. ‘(Stoff)teile mit Stichen verbinden, schneidern’, ahd. nāen (9. Jh.), mhd. næjen, næn, nægen, næwen, mnd. neyen, mnl. naeyen, nl. naaien (germ. *nējan) führen mit verwandten Wörtern wie griech. nḗn (νῆν, aus *ονηιειν) ‘spinnen’, nḗma (νῆμα) ‘Gespinst, Faden’, lat. nēre ‘spinnen’, nēmen ‘Gespinst, Gewebe’, (ablautend) kymr. nyddu ‘spinnen’, lit. nýtis ‘Weberkamm’, russ. nit’ (нить) ‘Faden’, (mit anlautendem s-) mir. snīm ‘das Spinnen’, air. snāth(e) ‘Faden’ auf die Wurzelformen ie. *(s)nē-, *(s)nēi- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’. Das innerhalb des Germ. nur im Dt. und Nl. bezeugte Verb muß, wie die Ableitung ↗Nadel (s. d.) zeigt, ursprünglich weiter verbreitet gewesen sein. Auf die dentale Wurzelerweiterung ie. *ned- gehen ↗Nessel, ↗nesteln und ↗Netz (s. d.) zurück. Naht f. ‘Stofflinie, an der etw. zusammengenäht ist’, ahd. nāt (11. Jh.), mhd. mnd. nāt, mnl. naet, nl. naad, ti-Abstraktum zum Verb. Vielfach übertragen auf Nahtähnliches, bereits mhd. ‘Verbindungsstelle der (Schädel)knochen’ (14. Jh.), ‘Verbindung zusammengelöteter oder -geschweißter Metallteile’ (18. Jh.), vgl. Schweißnaht. Näherin f. ‘mit Nadel und Faden Nähende’, frühnhd. naegerinne, neierin (15./16. Jh.); voraus geht das zu den alten Formen von Naht gebildete Nomen agentis ahd. nātāri, nāteri (11. Jh.), mhd. nātære ‘Näher, Schneider’, wozu mhd. nātærinne, næterīn f., nhd. (älter) Nähterin. Nähmaschine f. (Mitte 19. Jh.), Übersetzung von engl. sewing-machine.

Thesaurus

Synonymgruppe
schneidern · ↗sticheln
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blusen Fleischwunde Gardinen Kante Kleider Kostüme Nadel Platzwunde Rißwunde Schneider Schneiderin Schnittwunde Stichen Stoffresten Wunde annäht aufnähen bestickt bügeln einnäht festnähen nähen sticken stricken umnäht weben zugeschnitten zunähen zusammennäht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nähen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich lasse es mir nicht nehmen, dich noch einmal zu nähen.
Bild, 28.07.2003
Vor einem halben Jahrhundert haben sie hier Schuhe genäht für den Rest der Welt.
Der Tagesspiegel, 15.03.2001
Anni näht nur, was anderes tut sie gar nicht mehr.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 04.10.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Morgen früh will ich wieder einmal nähen, damit ich wenigstens etwas fertig bekomme, was ich mitgebracht habe.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 20.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich wollte doch nähen, aber ich hätte erst anprobieren müssen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 08.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„nähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nähen>, abgerufen am 25.07.2017.

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