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närrisch

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GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Worttrennung när-risch
Wortzerlegung Narr -isch
eWDG

Bedeutungen

1.
etwas verrückt, sonderbar, merkwürdig (und lächerlich wirkend), töricht
Beispiele:
er ist ein närrischer Kauz
bist du närrisch? (= nicht recht bei Verstand?)
ein närrischer Einfall
ich habe närrisches (= unsinniges) Zeug geträumt
närrisches Zeug reden
am Ende müßten Sie doch nur denken, daß ich eine närrische, überspannte Person bin [ NablOrtliebsche Frauen191]
Er beträgt sich … närrisch, damit ihm die Kinder nachlaufen und ihn verhöhnen [ BahrHimmelfahrt332]
lustig und etwas verrückt
Beispiele:
sie war rein, ganz närrisch vor Freude, Glück
als sie erfuhr, daß bei alledem noch zwei Zwergobstbäume darauf stünden, wurde sie rein närrisch [ G. Hauptm.Bahnw. Thiel4,34]
überaus groß, übermäßig
Beispiele:
närrische Freude empfinden
sich närrisch freuen
ich hatte in meiner närrischen Liebe zu Kätta viele unverbesserliche Fehler begangen [ AndresLiebesschaukel63]
auf etw., jmdn. närrisch seinfür etw., jmdn. eine übertriebene Vorliebe haben, auf etw., jmdn. versessen sein
Beispiele:
auf dieses Gericht bin ich ganz närrisch
sie ist ganz närrisch auf Kinder [ BöllWort99]
2.
Beispiele:
das närrische Treiben (= das Treiben der Narren) in der Fastnachtszeit
die närrische Zeit (= Fastnachtszeit) rückt immer näher
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Narr · Narrenhaus · Narrenkappe · narren · vernarren · närrisch · Narrheit · Narretei
Narr m. ‘Tor, einfältiger Mensch’. Die Herleitung von ahd. narro (8. Jh.), mhd. mnd. narre, nhd. (bis um 1800) Narre (nl. nar, dän. nar, schwed. narr sind aus dem Dt. entlehnt) ist unklar. Vielleicht ist ahd. narro eine Entlehnung aus spätlat. *nario ‘Nasenrümpfer, Spötter’? Oder gehört das Wort mit frühnhd. narren, nerren ‘knurren’ (15. Jh.) sowie nörgeln, (mit s-Anlaut) schnarren, schnurren (s. d.) zu der schallnachahmenden Wurzel ie. *(s)ner-, *(s)nur- ‘murren, knurren’? Das Substantiv bezeichnet in früherer Zeit auch den Geisteskranken, vgl. Narrenhaus n. ehemals ‘Käfig zur Schaustellung Geisteskranker’ (15. Jh.), ‘Räumlichkeit zur Verwahrung Geisteskranker’ (17. Jh.), Narrenkappe f. ‘Schellenkappe’ (15. Jh.), Hofnarr (s. d.). Hierzu die Wendung an jmdm. einen Narren gefressen haben ‘närrische Vorliebe für jmdn. haben’ (16. Jh.). – narren Vb. ‘irreführen, täuschen’ (16. Jh.); vgl. ahd. irnarrēn ‘sich der Torheit überlassen’ (10. Jh.), spätmhd. ernarren ‘zum Narren werden, sich wie ein Narr benehmen’. vernarren Vb. (reflexiv) ‘sich für etw. beigeistern, sich heftig verlieben’ (16. Jh.), mhd. vernarren ‘ganz zum Narren, zum Toren werden’. närrisch Adj. ‘unvernünftig’, mhd. nerrisch, auch ‘verkehrt’. Narrheit f. ‘närrischer Streich, Einfalt, Dummheit’ (16. Jh.); vgl. ahd. narrraheit ‘törichtes Benehmen’ (8. Jh.) und mhd. narrecheit. Narretei f. ‘Scherz, Posse, übermütiges Treiben, Unsinn’, Narr(e)they (Anfang 17. Jh.), hervorgegangen aus Narrenteiding ‘Verhandlung der Narren, Narrengeschwätz, Torheit’ (16. Jh.); zum Grundwort s. verteidigen.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

affig · albern · dämlich · lachhaft · lächerlich · läppisch · neckisch · nicht ernst zu nehmen · närrisch · unfreiwillig komisch  ●  (jemandem) zu blöd ugs. · blöd ugs. · flachsinnig ugs. · pillepalle ugs. · ridikül geh., veraltend · zum Piepen ugs. · zum Schreien ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›närrisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›närrisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›närrisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar beginnt das »Närrische Jahr« bereits am 11. 11. um 11.11 Uhr abends. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 251]
Alles ist ausgelassen lustig, einige gebärden sich gar fast närrisch vor Freude darüber, daß sie ihre drei Jahre nun abgerissen haben. [Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870]
Er war ein heiliger Narr dieses Spiels, aber nicht närrisch. [Die Zeit, 19.07.2010, Nr. 29]
Für das japanische Fernsehen drehen Sie eine Dokumentation über das närrische Köln. [Süddeutsche Zeitung, 03.03.2003]
Hoch her ging es dann aber doch im närrisch geschmückten Saal. [Süddeutsche Zeitung, 22.02.2001]
Zitationshilfe
„närrisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/n%C3%A4rrisch>.

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