nörgeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnör-geln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›nörgeln‹ als Erstglied: ↗Nörgelfritze · ↗Nörgelliese · ↗Nörgelpeter
 ·  mit ›nörgeln‹ als Letztglied: ↗benörgeln · ↗herumnörgeln  ·  mit ›nörgeln‹ als Grundform: ↗Nörgelei · ↗nörgelig · ↗nörglig
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend etw., jmdn. bekritteln, ständig an etw., jmdm. etw. auszusetzen haben
Beispiele:
er hat an allem, über alles zu nörgeln
immer hat man an ihm genörgelt
du schimpfst und nörgelst nur!
seine nörgelnden Kameraden
sie sagte es mit nörgelnder (= unzufriedener) Stimme
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nörgeln · Nörgelei · Nörgler
nörgeln Vb. ‘verdrießlich tadeln, mäkeln, kritteln’ gelangt Ende des 17. Jhs. aus dem Md. ins Hd., vgl. hess. omd. nergeln, nirgeln ‘undeutlich sprechen, knurren, keifen, tadeln, kritteln’. Aus Schreibungen wie nürgeln und nirgeln (Goethe), nergeln (Lessing) bilden Adelung und Campe in die Literatursprache eingehendes nörgeln. Mit der Iterativbildung sind vergleichbar nd. nl. nurken ‘knurren’, nd. auch ‘murren, verdrießlich sein’, nl. auch ‘sich zanken’, anord. snǫrgla ‘röcheln’. Außergerm. vergleichen sich lit. niauróti ‘brummen’, niurnė́ti ‘murmeln, knurren, schnurren’, snarglỹs ‘Nasenschleim’, lett. nurrāt ‘schnurren’, nirgt ‘die Zähne zeigen’, nerkstēt ‘winseln, jammern’, die (mit unterschiedlichen Suffixen) auf die lautnachahmende Wurzel ie. *(s)ner-, *(s)nur- ‘murren, knurren’ zurückgeführt werden können, zu der auch ↗schnarchen, ↗schnarren, ↗schnurren (s. d.) gehören. S. auch ↗Norne und ↗Narr. Nörgelei f. Nörgler m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(seinem) Ärger Luft machen · ↗(sich) beklagen · ↗(sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · ↗beckmessern · ↗bekritteln · ↗bemäkeln · ↗herumkritisieren (an) · ↗herummeckern · ↗herumnörgeln (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · ↗murren · ↗mäkeln · ↗räsonieren  ●  ↗reklamieren  schweiz. · (he)rumjaulen  ugs., salopp, fig. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · Frust ablassen  ugs. · ↗abkotzen  derb, fig. · ↗granteln  ugs., österr., bair. · ↗herummaulen  ugs. · ↗herummotzen  ugs. · ↗herummäkeln (an)  ugs. · ↗maulen  ugs. · ↗meckern  ugs. · ↗mosern  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗nölen  ugs. · nörgeln  ugs., Hauptform · ↗pöbeln  ugs. · ↗quengeln  ugs. · ↗raunzen  ugs., österr. · rummaulen  ugs. · rummeckern  ugs. · rummotzen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kritiker darüber herum herumnörgeln hin jammern kritisieren meckern nölen nörgeln quengeln rumnörgeln ständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nörgeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du nörgelst sie weg, ich lächle sie weg - das unterscheidet uns noch.
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2003
Da gerät der Patient an einen fähigen Mann, doch statt sich zu freuen, nörgelt er.
Der Tagesspiegel, 19.04.2001
So, jetzt habe ich genug an diesem Roman genörgelt, jetzt muß ich nur noch sagen, warum ich dennoch keineswegs bedauere, ihn gelesen zu haben.
Die Zeit, 04.10.1968, Nr. 40
Das Publikum erwies sich gnädig und spendete freundlichen Beifall; die Kritik spöttelte, nörgelte.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Meine Erinnerungen an Grillparzer. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1916], S. 10973
Und die Rätin beginnt auch bereits über die Unhöflichkeit des Landvolks zu nörgeln.
Christ, Lena: Madam Bäurin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4514
Zitationshilfe
„nörgeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nörgeln>, abgerufen am 14.10.2019.

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