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nörgeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nör-geln
Wortbildung  mit ›nörgeln‹ als Erstglied: Nörgelfritze · Nörgelliese · Nörgelpeter · nörgelig · nörglig
 ·  mit ›nörgeln‹ als Letztglied: Genörgel · benörgeln · herumnörgeln
 ·  mit ›nörgeln‹ als Grundform: Nörgelei
eWDG

Bedeutung

abwertend etw., jmdn. bekritteln, ständig an etw., jmdm. etw. auszusetzen haben
Beispiele:
er hat an allem, über alles zu nörgeln
immer hat man an ihm genörgelt
du schimpfst und nörgelst nur!
seine nörgelnden Kameraden
sie sagte es mit nörgelnder (= unzufriedener) Stimme
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nörgeln · Nörgelei · Nörgler
nörgeln Vb. ‘verdrießlich tadeln, mäkeln, kritteln’ gelangt Ende des 17. Jhs. aus dem Md. ins Hd., vgl. hess. omd. nergeln, nirgeln ‘undeutlich sprechen, knurren, keifen, tadeln, kritteln’. Aus Schreibungen wie nürgeln und nirgeln (Goethe), nergeln (Lessing) bilden Adelung und Campe in die Literatursprache eingehendes nörgeln. Mit der Iterativbildung sind vergleichbar nd. nl. nurken ‘knurren’, nd. auch ‘murren, verdrießlich sein’, nl. auch ‘sich zanken’, anord. snǫrgla ‘röcheln’. Außergerm. vergleichen sich lit. niauróti ‘brummen’, niurnė́ti ‘murmeln, knurren, schnurren’, snarglỹs ‘Nasenschleim’, lett. nurrāt ‘schnurren’, nirgt ‘die Zähne zeigen’, nerkstēt ‘winseln, jammern’, die (mit unterschiedlichen Suffixen) auf die lautnachahmende Wurzel ie. *(s)ner-, *(s)nur- ‘murren, knurren’ zurückgeführt werden können, zu der auch schnarchen, schnarren, schnurren (s. d.) gehören. S. auch Norne und Narr. Nörgelei f. Nörgler m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) bekritteln · (etwas) bemäkeln · (seinem) Ärger (über / auf etwas) Luft machen · (sich) beklagen (über) · (sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · beckmessern · herumkritisieren (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · murren · mäkeln · räsonieren  ●  reklamieren  schweiz. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · (sich) auskotzen (über)  derb · Frust ablassen  ugs. · abkotzen  derb, fig. · granteln  ugs., österr., bayr. · maulen  ugs. · meckern  ugs. · mosern  ugs. · motzen  ugs. · nölen  ugs. · nörgeln  ugs., Hauptform · pöbeln  ugs. · quengeln  ugs. · raunzen  ugs., österr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›nörgeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nörgeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›nörgeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Du nörgelst sie weg, ich lächle sie weg – das unterscheidet uns noch. [Süddeutsche Zeitung, 28.02.2003]
Man braucht da gar nicht nörgeln, denn das hat eine lange Tradition. [Süddeutsche Zeitung, 30.11.2002]
Sie quengelt nicht, sie nörgelt nicht und sie nervt nicht. [Süddeutsche Zeitung, 27.07.2002]
Also, wir wollen ja nicht nörgeln, aber das halten wir doch für leicht verfrüht. [Süddeutsche Zeitung, 15.06.1994]
Doch obwohl die Geschichte gar nicht so gut ausgeht, nörgelte die Kritik. [Die Welt, 23.08.2005]
Zitationshilfe
„nörgeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/n%C3%B6rgeln>.

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