na

GrammatikAusruf
Aussprache
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
a)
drückt Ungeduld, Ärgerlichsein aus
Beispiele:
na, schnell!
na los, komm schon!
na, fang doch endlich mal an damit!
salopp na, wird's bald? (= noch immer nicht fertig?)
b)
drückt Verwunderung, Überraschung aus
Beispiele:
na, so was!
na, das ist aber ein seltener Besuch!
c)
drückt Zweifel, Ungläubigkeit aus
Beispiele:
na, du kannst mir viel erzählen!
na, wer das glaubt!
na, na, Vorsicht (= stimmt das wirklich?)
d)
drückt Ablehnung, Missbilligung, Entrüstung aus
Beispiele:
na, ich danke!
na, weißt du!
salopp na, erlauben Sie mal! (= wie kommen Sie darauf, was fällt Ihnen ein!)
e)
drückt die Empfindung bei der Vorstellung aus, wie etw. auf jmdn. wirken wird
Beispiele:
na, das wird eine Freude sein, wenn wir kommen!
na, die wird staunen!
2.
dient als Einleitung
a)
dient als Einleitung des Ausdrucks einer Empfindung einer (zögernden) Zustimmung
Beispiele:
na schön, von mir aus kannst du gehen
na ja, gut, wenn du meinst
na, komm nur herein
b)
dient als Einleitung einer Beschwichtigung
Beispiele:
na, na, so schlimm wird's ja nicht sein!
na, du darfst nicht immer gleich so schwarzsehen
na, weine nur nicht gleich!
c)
dient als Einleitung einer Androhung
Beispiele:
na warte, mein Freundchen!
na, wenn das dein Vater erfährt!
na, komm du mir nur nach Hause!
d)
dient als Einleitung einer Herausforderung
Beispiele:
na und? Ist das etwa verboten?
na, und wenn schon!
e)
dient als Einleitung einer Bestätigung
Beispiel:
hast du so etwas schon erlebt? Na, und ob! (= aber natürlich, allerdings!)
f)
dient als Einleitung einer Aufforderung
Beispiele:
na, da wollen wir mal Schluss machen
na, denn mal los!
g)
dient als Einleitung eines Verzichts
Beispiele:
na, dann eben nicht!
na, da lässt du es eben bleiben!
h)
vertraulich dient als Einleitung einer Anrede
Beispiele:
na, du?
Na, alter Jackie, freut mich, daß du gekommen bist [BrechtDreigroschenoperI 2]
i)
vertraulich dient als Einleitung einer Frage, Antwort
Beispiele:
na, was hast du denn auf dem Herzen?
na, wie geht's denn?
»Verrätst du's auch wirklich nicht?« »Was?« »Na, dass ich doch im Kino war«
j)
dient als Einleitung bei dem Hinweis darauf, dass etwas Erwartetes, Vorausgesagtes eingetreten ist
Beispiele:
na bitte, da haben wir die Bescherung
na, ich hab's ja gesagt!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

na · nanu
na Interjektion Der am Beginn von Fragen und Zurufen stehende Ausdruck unterschiedlicher Empfindungen (des Zögerns, der Verwunderung und Überraschung, des Staunens, Zweifelns, der Ablehnung) wird, oft auch in der Doppelsetzung na, na, vor allem umgangssprachlich gebraucht (seit dem 16. Jh. literarisch nachweisbar). Er leitet bis in jüngste Zeit gern Fragen ein (Na, wie geht’s?, Na, wird’s bald?). Ob na als Abschwächung von nu (s. ↗nun) anzusehen oder selbständig, etwa als eine Pause füllende Verlegenheitslautung, entstanden ist, bleibt ungeklärt. In dieser einen Satz eröffnenden Interjektion eine Fortsetzung der in negativen Fragen auftretenden Fragepartikel ahd. na (meist am Satzende, selten in der Satzmitte) zu sehen, ist kaum angängig, da diese Partikel nur bei Notker (um 1000), danach nicht mehr begegnet. nanu Interjektion am häufigsten mit Frageton als Ausdruck ungläubigen Staunens, Zusammenrückung aus na nu (s. ↗nun); im 19. Jh. in der Schreibung na, nu!
Zitationshilfe
„na“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/na>, abgerufen am 15.11.2019.

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