nass

GrammatikAdjektiv · Komparativ: nasser · Superlativ: am nassesten
GrammatikAdjektiv · Komparativ: nässer · Superlativ: am nässesten
Aussprache
Ungültige Schreibungnaß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›nass‹ als Erstglied: ↗Nassfäule · ↗Nassgalle · ↗Nassrasur · ↗Nasstreber · ↗Nasswäsche · ↗nassfest · ↗nassforsch · ↗nasskalt · ↗nässlich
 ·  mit ›nass‹ als Letztglied: ↗klitschenass · ↗klitschnass · ↗platschnass · ↗quietschnass
eWDG, 1974

Bedeutung

mit Flüssigkeit benetzt, durchtränkt
Gegenwort zu trocken
Beispiele:
ein nasser Lappen, Schwamm
nasse Wäsche
nasse Umschläge machen
er hatte ein nasses Tuch auf der Stirn
meine Kleider, Strümpfe sind ganz nass vom Regen
ich habe nasse Haare, Füße bekommen
ich habe gerade nasse Hände
nasse Straßen, Dächer
ein nasser Boden
das Gras ist nass vom Tau
umgangssprachlich, scherzhaft Wasser ist nun mal nass
die Farbe, Tinte ist noch nass (= ist noch nicht getrocknet)
nasses Holz brennt schlecht
nasses (= regnerisches) Wetter
wir hatten einen nassen Sommer
nasse Kälte, Schnee
nasse Augen haben (= weinen)
mit nassen Augen lächeln, Abschied nehmen
ihr Gesicht, ihre Wangen sind nass von Tränen
der Seemann fand ein nasses Grab (= ist ertrunken)
seine mutige Tat bewahrte das Kind vor dem nassen Tod
umgangssprachlich, scherzhaft nass wie ein Pudel, wie eine gebadete Katze
salopp er hängt am Reck wie ein nasser Sack
triefend, durch und durch, zum Auswringen nass
ich bin vom Regen tüchtig, bis aufs Hemd, bis auf die Haut nass geworden
das Baby ist nass, hat die Windeln, das Bett nass gemacht
der Kleine hat sich [Dativ] schon wieder die Höschen nass gemacht
sprichwörtlich Mai kühl und nass, füllt dem Bauer Scheuer und Fass
salopp Obervormann Schulze bediente sich ... zweier immer wiederkehrender Schimpfwörter: »Sie Untier« und »Sie nasser Sack« [NollHolt1,347]
Es regnet, es regnet, die Erde wird naß [Kinderlied]
Naß und nässer / Wirds im Saal und auf den Stufen [GoetheZauberlehrl.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

naß · Naß · Nässe · nassen
naß Adj. ‘mit Flüssigkeit benetzt, vollgesogen, feucht’, ahd. (um 800), mhd. naʒ, mnd. mnl. nl. nat, got. *nats (aus der Ableitung natjan ‘benetzen’ zu erschließen, s. ↗netzen), germ. *nata-; vgl. auch anord. Nǫt (Flußname). Falls nicht mit aind. nadī́ ‘Fluß’, nádati ‘tönt, brüllt, rauscht’ zu verbinden, dann vielleicht (nach de Vries Nl. 464) aus einer nicht-ie. Substratsprache stammend. Dazu die Substantivierung Naß n. ‘Flüssigkeit, Regen, Getränk’, mhd. naʒ, und die Abstraktbildung Nässe f. ‘starke Feuchtigkeit’, ahd. naʒʒī, neʒʒī (9. Jh.), mhd. neʒʒe, mnd. nette. nassen Vb. ‘Feuchtigkeit absondern, naß machen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
feucht · ↗humid · nass
Assoziationen
  • anfeuchten · ↗befeuchten · feucht machen
  • Wasser  Hauptform · Aqua  fachspr., lat. · H2O  fachspr., Abkürzung · H₂O  fachspr., Abkürzung · ↗Nass  geh. · Quell des Lebens  geh., poetisch · blaues Gold  geh., literarisch · das nasse Element  geh., literarisch · kostbares Nass  geh.
Antonyme
  • nass
Synonymgruppe
feucht · nass · ↗regnerisch · ↗verregnet
Synonymgruppe
(wieder) zur Flasche greifen  fig. · nass (sein) (Alkoholiker)  Jargon · (voll) drauf sein  ugs., salopp, Jargon · (wieder) abgestürzt sein  ugs. · ↗auf (...) sein  ugs. · ↗konsumieren  fachspr., Jargon
Unterbegriffe
Assoziationen
  • einen Rückfall haben · rückfällig geworden sein  ●  ↗rückfällig (sein)  Hauptform · (einen) Rückfall gebaut haben  ugs. · (wieder) abgestürzt sein  ugs., fig. · (wieder) voll drauf sein  ugs.
  • (einer Sache) verfallen · (körperlich) abhängig (von) · angewiesen auf · ↗süchtig (nach) · unbedingt brauchen
  • ...man · ↗...süchtig  ●  ↗...abhängig  medizinisch · ...krank  fachspr., medizinisch
  • an Entzugserscheinungen leidend  ●  auf Entzug  ugs. · auf Turkey  ugs. · entzügig  fachspr.
Antonyme
  • nass (sein) (Alkoholiker)  Jargon

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asphalt Fahrbahn Fell Fuß Gras Haar Handtuch Klamotten Lappen Laub Pflaster Piste Rasen Sack Sand Schnee Schwamm Tuch Waschlappen Wetter Wiese Windel Wäsche feucht kalt kühl rasieren rutschig spritzen trocken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›naß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem konnte ich - als guter Techniker - auf nassem Rasen besser spielen.
Die Welt, 05.07.2001
Übrig bleibt das Mädchen, hüpfend, tanzend über das nasse Grab.
Der Tagesspiegel, 13.06.2000
Eine Minute genügt hier; im nassen Tau können Sie dagegen fünf Minuten treten.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 76
Meine Augen sind mir naß geworden und ich habe nur weinen müssen vor übergroßer Freude.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 122
Wir wurden gründlicher naß, als je zuvor; dazu wehte ein schneidend kalter Wind.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„nass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nass>, abgerufen am 26.04.2019.

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