Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nachäffen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nach-äf-fen
Wortzerlegung nach- äffen
Wortbildung  mit ›nachäffen‹ als Erstglied: Nachäffer · Nachäfferei
eWDG

Bedeutung

abwertend jmdn., etw. in übertriebener Weise nachahmen
Beispiele:
der Schüler äffte den Lehrer nach
jmds. Stimme, Gebärden nachäffen
selten
Grammatik: mit Dativ
Beispiel:
Sie äffte ihm nach, wie es immer ihre Gewohnheit war, wenn sie … in Aufregung geriet [ NablOrtliebsche Frauen139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Affe · äffen · nachäffen · affig · äffisch · Affenliebe
Affe m. exotisches Tier, dem durch seine mehr oder minder große Menschenähnlichkeit schon früh besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Durch reisende Kaufleute wird es den Germanen bekannt. Sein Name, den germ. und slaw. Sprachen gemeinsam, ist unbekannten Ursprungs. Ahd. affo (9. Jh.) mit den femininen Formen affa, affin, affinna, mhd. affe, asächs. apo, mnd. āpe, mnl. āpe, aep, nl. aap, aengl. apa, engl. ape, anord. api, schwed. apa, daneben tschech. opice, serbokr. ȍpica. Einige halten für das Germ. kelt. (Schrader Reallex. 1 (1917/23) 17), andere slaw. Vermittlung (de Vries Nl. 4) für wahrscheinlich, während Vasmer 2, 271 für die Entlehnung von ahd. affo ins Slaw. eintritt. äffen Vb. ‘nachahmen, irreführen, zum Narren halten’, mhd. frühnhd. (bis ins 17. Jh.) effen ‘zum Narren machen’; vgl. mhd. affen ‘zum Narren werden’ und mnd. āpen ‘zum besten haben, verspotten’; auch nachäffen Vb. ‘nachahmen’ (wie ein Affe), nachaffen (16. Jh.). affig Adj. ‘eitel, albern’ (Mitte 19. Jh.); vgl. mhd. affeht, affehtic, affenlich, effenlich ‘töricht’ (zu mhd. affe ‘Affe’, übertragen ‘Tor’). äffisch Adj. älter affisch ‘affenartig, eitel, albern’ (Ende 15. Jh.); vgl. mnd. āpisch ‘töricht, närrisch’. Affenliebe f. ‘blinde, übertriebene Liebe’ (Anfang 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich etwas) abschauen · imitieren · nachahmen · nachbilden · nachmachen  ●  abkupfern  ugs. · nachäffen  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›nachäffen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe bloß andere nachgeäfft, von mir preisgeben wollte ich nichts. [Die Zeit, 06.06.2011, Nr. 23]
Und manchmal äffen sie nur nach, was vorher von ihnen erwartet worden ist. [Süddeutsche Zeitung, 09.09.1998]
Aber er parodiert ihn nicht mehr, wie er es überhaupt sein läßt, irgendwelche Politiker nachzuäffen. [Süddeutsche Zeitung, 03.04.1997]
Das Kino äfft dabei die Malerei nicht nach, sondern macht sie sich untertan. [Süddeutsche Zeitung, 06.08.1994]
Studentische Manieren nachzuäffen, wie es sonst üblich ist, vermieden wir. [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 951]
Zitationshilfe
„nachäffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nach%C3%A4ffen>.

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