nachahmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnach-ah-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›nachahmen‹ als Erstglied: ↗Nachahmung · ↗nachahmbar · ↗nachahmenswert
eWDG, 1974

Bedeutung

die Eigenart, das Typische von jmdm., etw. möglichst getreu wiederholen, kopieren
a)
Beispiele:
er ahmte den Lehrer, Vogelruf vortrefflich nach
sie ahmte (ihm) seine Gesten, Sprache, Bewegungen nach
er hatte versucht, die Unterschrift seines Vaters nachzuahmen
Er ... ahmte den Gang und die Redensarten der jungen Fabrikburschen nach [HesseDemian3,107]
b)
selten sich jmdn., etw. zum Vorbild nehmen, jmdm., einer Sache nacheifern
Beispiel:
Er ... ahmte den stillen und zähen Fleiß des Vaters nach [Th. MannBuddenbrooks1,75]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nach · nachahmen · nachdem · nacheinander · nachgerade · nachhaltig · Nachnahme · Nachricht · Nachruf · Nachtisch · Nachtrag · Nachwelt · Nachwort
nach Adv. Präp. (mit Dativ), zur Bezeichnung einer Richtung und eines räumlichen oder zeitlichen Nacheinanders. Ahd. nāh Adv. ‘nahe, beinahe, danach’, Präp. ‘nahe, bei, hinter, gemäß’ (8. Jh.), mhd. nā(ch), mnd. mnl. , nl. na, aengl. nēah, afries. nēi, , got. nēƕa (germ. *nēhwa-) gehört zu dem unter ↗nahe (s. d.) behandelten Adjektiv und ist von diesem zunächst auch in der Bedeutung nicht zu trennen. Auszugehen ist von adverbiellem Gebrauch bei Verben der Bewegung ‘in die Nähe von etw.’, woraus sich ‘auf etw. zu’ bzw. (bei beweglichem Ziel) ‘hinterher’ entwickelt; in der Übertragung auf Zeitliches steht nach als Gegenwort zu vor. Oft in Präfixverben (nachfahren, -kommen) und in festen Verbindungen (nach wie vor ‘noch immer’, nach und nach ‘allmählich’). nachahmen Vb. ‘nachmachen, imitieren, zu kopieren suchen’ (16. Jh.), eigentlich ‘nachmessen’, zu mhd. āmen ‘visieren, eichen’, abgeleitet von mhd. āme, (md.) ōme ‘(Flüssigkeits)maß’, nhd. (heute unüblich) ↗Ohm (s. d.), entlehnt aus mlat. ama ‘(Wein)maß, Faß’, lat. ama, hama ‘Feuereimer’, griech. ámē (ἄμη) ‘Schaufel, Eimer’. nachdem Konj. Adv. ‘später als, nach dieser Zeit’, frühnhd. noch mit Getrenntschreibung nach dem (15. Jh.); statt des Dativs steht in älterer Sprache der Instrumental ahd. nāh diu ‘so wie, nachdem, dementsprechend, wonach’. nacheinander Adv. ‘einer nach dem andern, hintereinander’ (15. Jh.). nachgerade Adv. ‘allmählich, schließlich, direkt, geradezu’, im 17. Jh. aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen, vgl. mnd. nāgerāde, auch nārāde ‘allmählich’, dieses aus mnd. und vielleicht mnd. rāt ‘Reihe, Reihenfolge, Ordnung’ (vgl. anord. rǫð ‘Reihe’), also eigentlich ‘nach der Reihe’ und daher ‘allmählich’. nachhaltig Adj. ‘lange nachwirkend, ausdauernd’ (18. Jh.), zu nachhalten ‘anhaltend wirken, von längerer Dauer sein’ (18. Jh.), älter ‘nachfolgen, nachstellen, nachträglich vorhalten’ (16. Jh.), und veraltetem Nachhalt ‘Rückhalt, Reserve’ (18. Jh.). Nachnahme f. ‘im Frachtbrief vermerkte Auslagen und Spesen, die der Empfänger nachträglich zu zahlen hat’ (1. Hälfte 19. Jh.), danach im Postwesen (1870) ‘Erhebung einer Geldsumme (Rechnungsbetrag, Gebühr) bei Aushändigung einer Postsendung’ (anstelle von frz. remboursement); zu nachnehmen ‘nachträglich nehmen’. Nachricht f. ‘Mitteilung’ (um 1600), älteres, vom 16. bis 18. Jh. bezeugtes Nachrichtung ‘wonach man sich zu richten hat, Anweisung’ allmählich verdrängend. Nachrichten Plur. ‘(über Rundfunk, Fernsehen gesendete) aktuelle, besonders politische Meldungen’ (20. Jh.). Nachruf m. ‘Würdigung eines Verstorbenen, Nekrolog’ (19. Jh.); zuvor von Zesen 1648 als Verdeutschung für Echo empfohlen. Nachtisch m. ‘Nachspeise’ (16. Jh.). Nachtrag m. ‘Zusatz, Ergänzung’ (18. Jh.). Nachwelt f. ‘kommende Generationen’ (17. Jh.) Nachwort n. ‘Schlußwort mit Erläuterungen für ein Buch’ (19. Jh.), frühnhd. auch ‘nachträglich hinzugefügtes Wort, Nachrede’, mhd. nāchwort ‘nachträglich geltend gemachte Forderung’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
karikieren · nachahmen · ↗parodieren · ↗persiflieren · ↗verballhornen  ●  ↗nachäffen  ugs. · ↗travestieren  geh. · ↗verarschen  derb · verkaspern  ugs. · ↗veräppeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich etwas) abschauen · ↗imitieren · nachahmen · ↗nachbilden · ↗nachmachen  ●  ↗abkupfern  ugs. · ↗nachäffen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abschreiben · ↗kopieren · nachahmen · ↗plagiieren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dialekt Flügelschlag Fälscher Gebärde Geräusch Gesang Gesichtsausdruck Geste Gestik Handschrift Klang Laut Lebensstil Sicherheitsmerkmal Sprechweise Stil Tierstimme Tonfall Vogelflug Vorbild ahmen bewundern getreu getreulich imitieren lautmalerisch naturgetreu perfekt sklavisch täuschend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachahmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das hält aber andere Unternehmen nicht davon ab, die Idee nachzuahmen.
Die Welt, 18.08.2004
Statt auf die Alten zu hören, ahmt sie sie nach.
Die Zeit, 23.08.1974, Nr. 35
Sogar in der Schrift bemüht man sich, soweit es möglich ist, die ältesten Muster nachzuahmen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 9454
Er darf sich nicht als Religion aufmachen, nicht kirchliche Gebräuche nachahmen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1955. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1955], S. 468
Sobald ihn der erste Mann entdeckt, beginnt er, hell und laut, einen Hahn nachzuahmen.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 195
Zitationshilfe
„nachahmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nachahmen>, abgerufen am 19.09.2019.

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