Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nachdenken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nach-den-ken
Wortzerlegung nach- denken
Wortbildung  mit ›nachdenken‹ als Erstglied: nachdenklich
eWDG

Bedeutung

über etw. nachdenkensich im Stillen über etw. klar zu werden suchen, etw. gründlich überlegen, erwägen
Beispiele:
darüber muss ich erst nachdenken
denk’ nur mal scharf, angestrengt, gründlich nach!
bei einigem Nachdenken hättest du selbst darauf kommen können
er war in tiefes Nachdenken versunken
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

denken · gedenken · nachdenken · nachdenklich · verdenken · Denker · Denkzettel
denken Vb. ‘geistig arbeiten, überlegen’, ahd. thenken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. denken, asächs. thenkian, afries. thanka, aengl. þencan, engl. to think, anord. þekkja (‘wahrnehmen, erkennen’), aschwed. þækkia, got. þagkjan. Das germ. jan-Verb (germ. *þankjan) steht als Kausativum im Ablaut (wie Dank, Gedanke, s. d.) zu einem Verb, das sich in dünken (s. d.) fortsetzt. Es findet eine sichere außergerm. Entsprechung in lat. tongēre ‘kennen, wissen’ und kann mit diesem auf eine Wurzelform ie. *teng-, *tong- ‘denken, fühlen’ zurückgeführt werden. Das Prät. dachte und das Part. Prät. gedacht (beide mit Kürzung des Stammvokals) sind durch Ausfall von -n- und Ersatzdehnung entstanden (ahd. thāhta, githāht, mhd. dāhte, gedāht, aus germ. *þanht-). – gedenken Vb. ‘an jmdn., etw. zurückdenken, sich erinnern, beabsichtigen’, ahd. githenken ‘an etw. denken’ (um 800), mhd. gedenken, auch ‘ausdenken, bestimmen, eingedenk sein, sich erinnern’, heute besonders einer Sache, eines Menschen gedenken sowie gedenken, etw. zu tun. nachdenken Vb. ‘eine Sache gründlich durchdenken, überlegen, erwägen’, (selten) ‘etw. in Gedanken nachvollziehen’ (15. Jh.); vgl. mhd. denken nāch ‘mit Gedanken nachfolgen, zurückdenken an’; nachdenklich Adj. ‘zu Überlegungen neigend, in Gedanken versunken, zum Nachdenken anregend’ (Mitte 17. Jh.). verdenken Vb. ‘übelnehmen, verübeln, verargen’ (meist verneint und in Verbindung mit können), ahd. firthenken ‘verachten, geringschätzen’ (8. Jh.), mhd. verdenken ‘(zu Ende) denken, erwägen, sich erinnern, Übles von jmdm. denken, jmdn. in Verdacht haben, verargen’ (s. Verdacht). Denker m. ‘Philosoph’ (1. Hälfte 18. Jh. nach engl. thinker); vgl. vereinzeltes ahd. thenkāri (11. Jh.). Denkzettel m. ‘Merkzettel als Gedächtnishilfe’, übertragen ‘eindringliche Lehre in Form eines Verweises, einer Bestrafung’ (16. Jh.), vgl. rechtssprachliches mnd. denksed(d)del, -cēdel ‘Urkunde, Vorladung, Merkblatt’. Frühnhd. auch Gedenkzedele, -zettul (16. Jh.). S. Zettel2.

Thesaurus

Synonymgruppe
(angestrengt) nachdenken · brüten (über) · grübeln  ●  (sich) den Kopf zerbrechen  fig. · (sich) das Hirn zermartern  ugs., übertreibend
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) reflektieren · (in Ruhe) nachdenken (über) · (sich etwas) bewusst machen · (sich mit etwas) auseinandersetzen · (sich über etwas) Gedanken machen · bedenken · grübeln (über) · in sich gehen · nachgrübeln · nachsinnen · überdenken · überlegen  ●  (sich etwas) durch den Kopf gehen lassen  ugs. · klamüsern  ugs. · reflektieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) Monolog führen · nachdenken · philosophieren  ●  Selbstgespräche führen  ugs. · laut nachdenken  ugs. · mit sich selbst reden  ugs.
Assoziationen
  • vor sich hinbrabbeln  ●  (etwas) in seinen Bart grummeln variabel · (sich etwas) in den nicht vorhandenen Bart murmeln fig., scherzhaft, variabel
Synonymgruppe
(seinen) Verstand benutzen · denken · nachdenken · überlegen  ●  (seine) Gehirnzellen anstrengen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) verarbeiten · (in Ruhe) nachdenken (über) · umgehen lernen (mit)  ●  verdauen  fig. · (in Ruhe) auf sich wirken lassen  geh. · darüber schlafen  ugs., fig. · sacken lassen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (etwas) erwägen · daran denken (zu) · darüber nachdenken (zu) · in Erwägung ziehen  ●  liebäugeln (mit) fig. · (etwas / jemanden) im Auge haben (bei) ugs., fig. · (etwas) mit sich herumtragen ugs. · (sich etwas) vorstellen können ugs. · (sich) mit dem Gedanken tragen geh. · denken an ugs. · mit dem Gedanken spielen ugs. · nicht abgeneigt sein (zu + Infinitiv) geh. · schwanger gehen mit geh., fig.
  • (klaglos) über sich ergehen lassen · (sich) (notgedrungen) arrangieren mit · (sich) abfinden (mit) · (sich) bescheiden (mit) · (sich) ergeben in · (sich) fügen (in) · (sich) in sein Schicksal ergeben · (sich) kleiner setzen · ertragen · hinnehmen  ●  (sich) schicken (in) veraltet · (sich) d(a)reinfinden geh., veraltet · (sich) dreinschicken (in) geh., veraltend · keinen Aufstand machen ugs. · schlucken ugs.
  • (sich) etwas (gut) merken · (sich) etwas gesagt sein lassen · nicht vergessen  ●  (sich) etwas hinter die Ohren schreiben fig. · Lehre annehmen veraltend · gut aufpassen fig. · (sich) etwas hinter die Löffel schreiben ugs., salopp, fig. · immer (schön) daran denken ugs., floskelhaft
Synonymgruppe
(etwas) erwägen · (etwas) in Erwägung ziehen · (sich) überlegen · denken (an) · nachdenken (über) · Überlegungen anstellen (+ indirekte Frage / + zu + Infinitiv)

Typische Verbindungen zu ›nachdenken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachdenken‹.

Verwendungsbeispiele für ›nachdenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und über den weiteren Weg des Kaffees braucht man gar nicht nachzudenken. [o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 259]
Obwohl ich sehr müde bin, bleibe ich sitzen und denke nach. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 278]
Ohne den Schrecken denkt man nicht über die richtigen Fragen nach. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 18]
Wenn ich zehn Jahre jünger wäre, würde ich darüber vielleicht nachdenken. [Der Spiegel, 10.04.2000]
Was heute verkauft wird, darüber hat ein Autor vor drei Jahren nachgedacht. [Der Spiegel, 21.02.2000]
Zitationshilfe
„nachdenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nachdenken>.

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