nacheifern

GrammatikVerb · eifert nach, eiferte nach, hat nachgeeifert
Aussprache
Worttrennungnach-ei-fern
Wortzerlegungnach-eifern
Wortbildung mit ›nacheifern‹ als Erstglied: ↗Nacheiferung · ↗nacheifernswert
eWDG, 1974

Bedeutung

einem Vorbild gleichzukommen suchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Eifer · eifrig · eifern · sich ereifern · nacheifern · wetteifern · Eifersucht · eifersüchtig
Eifer m. ‘ernsthaftes Bemühen, leidenschaftliches Verfolgen eines Zieles’ gehört zu einer im Obd. seit Mitte des 14. Jhs. nachzuweisenden Wortfamilie (am frühesten bezeugt ist Eiferer m. ‘wer eifersüchtig ist’, mhd. eifrær), deren etymologische Herleitung unbekannt ist; gewöhnlich wird Zusammenhang mit dem dazu im Ablautverhältnis stehenden Adjektiv ahd. eibar, eivar ‘scharf, bitter, widerwärtig, heftig’ (8. Jh., wovon ahd. eivar n. ‘Bitteres, Erbitterung’, eivarī f. ‘Bitterkeit, Erbitterung’, beide um 1000), aengl. āfor ‘bitter, herb, heftig’ (zu ie. *ā̌i- ‘brennen, leuchten’?) angenommen; vgl. in jüngerer Zeit noch nsächs. und fachsprachlich eifer ‘bitter, scharf’. Das Substantiv Eifer, zuerst in der 2. Hälfte des 15. Jhs. für ‘Eifersucht’ (zu eifern als postverbale Ableitung?), findet durch Luthers Bibelübersetzung Eingang in die nhd. Literatursprache. Luther verwendet es mit der Bedeutung ‘aus Sorge und liebevoller Anteilnahme erwachsende zornige Erregung’ zur Wiedergabe von griech.-lat. zēlus und begründet diese Entscheidung ausdrücklich. Hieraus geht der heutige Gebrauch hervor, während der ursprüngliche Sinn ‘Eifersucht’ im 18. Jh. zurücktritt. eifrig Adj. ‘mit Eifer tätig, emsig’ (15. Jh., anfangs und vereinzelt bis ins 17. Jh. in der Bedeutung ‘eifersüchtig’), im Frühnhd. meist eiferig neben Bildungen wie eiferisch, eifericht. eifern Vb. ‘heftig und mit blinder Leidenschaft für oder gegen etw. sprechen’ (frühnhd. ‘eifersüchtig sein’, Anfang 15. Jh.); im Unterschied zu Eifer (s. oben) behält eifern seinen tadelnden Beiklang, ebenso das jetzt geläufigere Verb sich ereifern ‘in Eifer geraten, sich erregen’ (17. Jh.); dagegen folgen die Verben nacheifern ‘einem Vorbild gleichzukommen suchen’ (16. Jh.) und wetteifern ‘jmdn. an Eifer überbieten wollen’ (17. Jh., aus um die Wette eifern) der semantischen Entwicklung des Substantivs. Eifersucht f. ‘Angst vor Zurücksetzung in der Liebe’, dann auch allgemeiner ‘Streben nach Alleinbesitz, Argwohn’; die Zusammensetzung (zum zweiten Glied s. ↗Sucht) tritt im 16. Jh. an die Stelle von Eifer nach dessen Bedeutungswandel (s. oben); dazu eifersüchtig Adj. (17. Jh.) für älteres eifrig (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
nachbilden · nacheifern
Synonymgruppe
gleichtun · ↗gleichziehen · nacheifern · ↗nachmachen · ↗nachstreben · ↗nachtun
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(es jemandem) gleichtun · (jemandem) nacheifern · (jemanden) als Vorbild nehmen · (sich jemanden) zum Beispiel nehmen · (sich jemanden) zum Vorbild nehmen · (sich) (ein) Beispiel nehmen an · in jemandes Fußstapfen treten  ●  ↗(es jemandem) nachtun  geh. · (sich) eine Scheibe abschneiden (von)  ugs., fig.
Assoziationen
  • (etwas) (genau) so machen wie · ↗(etwas) nachmachen · (jemandes) Beispiel folgen
  • (etwas) vorleben · mit gutem Beispiel vorangehen  ●  (sich) vorbildlich verhalten  Hauptform · Maßstäbe setzen  werbesprachlich
  • (der) erste sein (der ...) · (ein) Zeichen setzen · (eine) Vorreiterrolle übernehmen · (etwas) als erster tun · ↗vorangehen  ●  (die) Blaupause liefern (für)  fig. · etwas Neues wagen  floskelhaft · ↗vorpreschen  negativ
  • (jemandem jemanden) als Beispiel vorhalten · (jemandem jemanden) als Muster vorhalten  ●  sagen, dass sich jemand ein Beispiel nehmen soll (an)  variabel
  • (seinen) Anspruch anmelden  ●  (jemanden) beerben wollen  fig. · (jemandes) Erbe antreten wollen  fig.
  • (ein) Muster an (...) · Muster... · ↗beispielgebend · ↗beispielgebend · ↗beispielhaft · ↗mustergültig · ↗musterhaft  ●  ↗vorbildlich  Hauptform
  • Nachfolger (im Amt) · ↗Nachrücker · ↗Neubesetzung
  • Nachahmer finden · Schule machen · als Vorbild dienen · nachgeahmt werden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bayer Beispiel Bruder Große Großvater Hinsicht Ideal Idol Japaner Kleine Landsmann Lebensstil Lehrmeister Mentor Onkel Papa Privaten Schönheitsideal Vater Vorbild Vorbilder Vorgänger Westen bewundern blind darin eifern gerne unbedingt vergeblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nacheifern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er warnt die jemenitischen Frauen davor, ihren westlichen Schwestern nachzueifern.
Die Zeit, 14.01.2002, Nr. 02
Aber verlost unter nicht nur deswegen könnte es sich lohnen, ihm nachzueifern.
Der Tagesspiegel, 10.08.1999
Das Spiel der vielgemischten Formen entzückte; man wurde nicht müde, ihm nachzueifern.
Schalk, Fritz: Die europäische Aufklärung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 15879
Die Männer blieben den mittelhelladischen Traditionen der Kleidung und Barttracht treu, die Frauen aber eiferten minoischen Moden nach.
Schachermeyr, Fritz: Ursprung und Hintergrund der griechischen Geschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 23092
Es galt, von Japan zu lernen und den Japanern nachzueifern.
Franke, Wolfgang: Chinesische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19463
Zitationshilfe
„nacheifern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nacheifern>, abgerufen am 09.12.2019.

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