nachformen

Grammatik Verb · formt nach, formte nach, hat nachgeformt
Worttrennung nach-for-men
Wortzerlegung nach-formen
Wortbildung  mit ›nachformen‹ als Erstglied: ↗Nachformung
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

jmd. formt etwas nachnach einer Vorlage, einem Modell (noch einmal) formen; in Anlehnung an etwas bereits Existierendes gestalten
Beispiele:
Den Fachwerkbalken gegenüber steht das Original der örtlichen Roland‑Statue, von der sich heute nur noch eine Replik vor dem Rathaus befindet. Das 1528 erstmals erwähnte Standbild ist unter den vielen Rolanden in Europas Städten das einzige reitende. Mit seinem Barett und dem Zierharnisch im Renaissancestil ist er wohl dem Vorbild Kaiser Maximilians nachgeformt. [Welt am Sonntag, 23.09.2018, Nr. 38]
Es ist ein Modellieren mit Farbe, das Bild bekommt eine dreidimensionale Wirkung durch den Auftrag der Farbe. Egal ob es die Stuckatur einer Hausfassade ist, eine Wolke, ein Wasserelement oder auch Bäume: Ich kann diese Elemente nachempfinden und nachformen mit der Farbe. Für mich ist es eine enorm sinnliche Befreiung, dass ich keinen Pinsel mehr benutze. [Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2016]
Der scheinbar unberührbare Schlaf einer obdachlosen Frau, die er an der Strasse gesehen hatte, faszinierte ihn so sehr, dass er sie vielfach fotografierte und ihr Abbild nachformte. »Geologisch« nannte Ray die Skulptur, deren Schwere ebenso im Ausdruck wie im Material verkörpert ist. [Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2014]
Carmen[…], Titelfigur von Bizets gleichnamiger Oper. Die Zigeunerin, die Prosper Mérimée, der Autor der gleichnamigen Novelle, einer wahren Begebenheit nachgeformt haben soll, arbeitet in der Zigarettenfabrik von Sevilla. In einer Arbeitspause versucht sie den Sergeant Don José anzusprechen, der als Einziger der Männer nicht für ihre Verführungskunst empfänglich zu sein scheint. Sie wirft ihm eine Blume zu, und Don José verfällt ihr augenblicklich. [Fath, Rolf: Rollen – C. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 10844]
Man hat häufig in altägypt. (= altägyptischen) Gräbern aus Elfenbein oder Holz gefertigte Gegenstände gefunden, die einer Hand oder einem menschlichen Arm nachgeformt sind […]. [Noack, Elisabeth u. Hickmann, Hans: Handzeichen. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 31658]
Mit dem raschen Fortschreiten der germ. (= germanischen) Bronzegußkunst ging man bald dazu über, das ganze Hr. (= Horn) in Bronze nachzuformen. Damit wurde der Kern des tierischen Hr. (= Hörner) überflüssig und der ursprüngliche Metallmantel selbst zum klingenden Tonkörper. [Niemeyer, Wilhelm: Germanische Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 27133]

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Typische Verbindungen zu ›nachformen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachformen‹.

Zitationshilfe
„nachformen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nachformen>, abgerufen am 15.01.2021.

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