nachsinnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnach-sin-nen
Wortzerlegungnach-sinnen
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben über etw. nachdenken
Beispiele:
er sann einen Augenblick, lange über ihre Worte, dieses Geheimnis nach
sie schwieg in tiefem Nachsinnen
Grammatik: mit Dativ
Beispiel:
Vielleicht hätten diese drei Sätze sogar dazu anregen können, jenem Beitrag nachzusinnen [Dt. Literaturzeitg.1962]

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) reflektieren · (in Ruhe) nachdenken (über) · ↗(sich etwas) bewusst machen · ↗(sich mit etwas) auseinandersetzen · (sich über etwas) Gedanken machen · ↗bedenken · ↗grübeln · ↗nachgrübeln · nachsinnen · ↗sinnieren (über) · ↗überdenken · ↗überlegen  ●  (sich etwas) durch den Kopf gehen lassen  ugs. · ↗klamüsern  ugs. · ↗reflektieren  geh.
Assoziationen
  • (eine) Erinnerung (in sich) wachrufen · (sich) (wieder) in Erinnerung rufen · (sich) (wieder) ins Gedächtnis rufen · (sich) ins Gedächtnis zurückrufen · ↗(sich) zurückerinnern · (wieder) in sich wachrufen · in (seinen) Erinnerungen kramen · in sich gehen  ●  ↗reminiszieren  selten · ↗(sich) zurückbesinnen  geh. · (wieder) vor seinem geistigen Auge entstehen lassen  geh. · ↗memorieren  geh., selten
  • (sich) erkundigen · ↗(sich) informieren · (sich) kundig machen · (sich) sachkundig machen  ●  (sich) schlaumachen  ugs.
  • (etwas) nicht aus dem Kopf bekommen · immer wieder denken müssen (an) · ständig an etwas denken müssen · von dem Gedanken nicht loskommen (dass / zu)  ●  Zwangsgedanken haben  fachspr., medizinisch

Typische Verbindungen zu ›nachsinnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abhilfe Augenblick Gedanke Phänomen Schicksal Weile darüber ernsthaft lange laut sinnen ständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachsinnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›nachsinnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer lässt sich von einem Film noch überwältigen, wer lässt sich noch Zeit, darüber nachzusinnen?
Die Welt, 26.02.2000
Ihm nimmt ja keiner was übel; warum das so ist, darüber sinnt sogar er nach.
Süddeutsche Zeitung, 27.01.1996
Sie sann seinem Namen nach, er fiel ihr nicht ein.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 653
Er sann über die Worte nach, die er eben gesprochen hatte.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 238
Bevor sie weiter darüber nachsann, entschloß sie sich, es nicht zu glauben.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 130
Zitationshilfe
„nachsinnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nachsinnen>, abgerufen am 20.02.2020.

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