Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nachstellen

Grammatik Verb · stellt nach, stellte nach, hat nachgestellt
Aussprache 
Worttrennung nach-stel-len
Wortzerlegung nach- stellen
Wortbildung  mit ›nachstellen‹ als Erstglied: Nachstellung
eWDG und DWDS

Bedeutungen

1.
etw. nach einer gewissen Zeit, Veränderung wieder genau einstellen
Beispiel:
die Kupplung nachstellen
2.
etw. hinter etw. stellen
a)
Sprachwissenschaft
Beispiel:
ein nachgestelltes Satzglied
b)
in gegensätzlicher Bedeutung zu vorstellen
Beispiel:
die Uhr nachstellen (= die Zeiger der Uhr zurückdrehen)
3.
einem Tier, jmdm. nachstellenein Tier, jmdn. (mit List) verfolgen
Beispiele:
dem Wild, den Vögeln nachstellen
Die beiden Schwestern, denen nachgestellt wird, müssen fliehen [ I. KurzVanadis149]
spezieller jmdm. nachstellenDWDS
Synonym zu stalken
Beispiele:
Wer einem anderen über einen längeren Zeitraum nachstellt[…] oder bedroht, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verurteilt werden. [Die Zeit, 13.07.2016 (online)]
Doch für das Stalking macht das überhaupt keinen Unterschied, die Frauen sind nicht weniger zimperlich in der Wahl der Mittel, mit denen sie dem Verflossenen nachstellen. [Mittel gegen Stalking nach einer Beziehung, 01.11.2014, aufgerufen am 15.02.2017]
Einer 25‑jährigen Bekannten, die er am Montag im Rathaus als Geisel nahm, hatte er 2012 wochenlang massiv nachgestellt und sie sogar mit dem Tod bedroht, als diese mit einem anderen Mann eine Beziehung einging. [Süddeutsche Zeitung, 20.08.2013]
Turn‑Olympiasiegerin Shawn Johnson […] wurde im März Opfer eines Stalkers, einem Menschen, der Prominenten nachstellt und sie belästigt. [Bild am Sonntag, 13.06.2010, Nr. 24]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch Anstalt, Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. Stall1). – Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
nachregeln · nachstellen
Synonymgruppe
(jemandem) auf den Fersen bleiben · (sich) hängen an · folgen · nachjagen · nachsetzen · nachsteigen · verfolgen  ●  (jemandem) auf den Fersen sein  ugs. · (jemandem) auf den Hacken sein  ugs. · (sich) hinter jemanden hängen  ugs. · hinter jemandem her sein  ugs. · nachsprengen  geh. · nachstellen  geh.
Synonymgruppe
(jemanden) hofieren · (sich) bemühen um (jemanden) · (sich) heranmachen (an) · nachlaufen · nachrennen · nachstellen · umschmeicheln · umwerben · werben (um)  ●  (eine) Charmeoffensive (starten)  fig., variabel · (jemandem) den Hof machen  fig. · (sich) ranschmeißen  ugs., salopp · (ständig) herumschleichen (um)  ugs., salopp · buhlen (um)  geh., veraltet · freien (um)  geh., veraltet · hinter jemandem her sein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Computer
Synonymgruppe
(modellhaft) nachbilden · abbilden · emulieren · modellieren · nachstellen  ●  so tun als ob  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) nachstellen · beschatten · bespitzeln · hinter jemandem her sein · verfolgen
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) heimlich folgen · (jemandem) hinterherschleichen · (jemandem) hinterherspionieren · (jemandem) nachschleichen · (jemandem) nachspionieren · (jemandem) nachstellen · (jemanden) verfolgen  ●  (jemandem) nachsteigen  österr. · (jemanden) stalken  engl.
Assoziationen
Synonymgruppe
behelligen · belästigen · nachstellen · plagen · stalken · stören · zusetzen  ●  auf den Nerv gehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
auf eine frühere Zeit einstellen · nachstellen (Uhr)
Assoziationen
  • (der) Zeit hinterherhinken · eine zu frühe Zeit anzeigen · zu langsam gehen  ●  nachgehen (Uhr)  Hauptform
Antonyme
  • nachstellen (Uhr)

Typische Verbindungen zu ›nachstellen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachstellen‹.

Zitationshilfe
„nachstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nachstellen>.

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