Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nachtragen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nach-tra-gen
Wortzerlegung nach- tragen
Wortbildung  mit ›nachtragen‹ als Erstglied: nachtragend  ·  mit ›nachtragen‹ als Grundform: Nachtrag
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. etw. hinterhertragen
Beispiele:
er hatte seine Brille liegengelassen, ich habe sie ihm nachgetragen
[der Wolf] mußte dem Bändiger die Peitsche, die dieser hatte fallen lassen, aufheben und im Maule nachtragen [ HesseSteppenw.4,390]
2.
etw. zusätzlich, nachträglich einfügen, eintragen, etw. ergänzen
Beispiele:
ich konnte die Namen in der Liste noch nachtragen
Ich bin jetzt dreiundfünfzig, habe … jedoch noch einiges zu sagen, vielleicht auch nachzutragen [ RathenauBriefe2,245]
3.
jmdm. etw. nachtragenjmdn. fühlen lassen, dass man ihm etw. nicht verzeiht, vergisst
Beispiele:
er trägt keinem etw. nach
sie hat mir meine Bemerkung wochenlang nachgetragen
Grammatik: häufig im Partizip I
Beispiele:
ein nachtragender Mensch
sie ist sehr nachtragend
sei nicht so nachtragend!

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) nachtragen · (jemandem etwas) verübeln · (jemandem etwas) übel nehmen · (über jemanden) verärgert (sein)  ●  (jemandem etwas) übelnehmen  Hauptform · (auf jemanden) nicht gut zu sprechen (sein)  ugs. · (auf jemanden) sauer sein  ugs. · (auf jemanden) schlecht zu sprechen (sein)  ugs. · (jemandem etwas) ankreiden  ugs. · (jemandem etwas) krummnehmen  ugs. · (jemandem etwas) verargen  geh., veraltend · (jemandem etwas) verdenken (negativ oder in Frage)  geh., floskelhaft
Assoziationen
  • beleidigt · gekränkt · nachtragend · schmollend · verletzt  ●  (sich) auf den Schlips getreten fühlen fig. · angepiekst ugs. · eingeschnappt ugs. · pikiert geh. · sauer ugs. · tödlich beleidigt ugs., Verstärkung
  • (jemandem) etwas wollen · ein kritisches Auge haben (auf)  ●  (es auf jemanden) abgesehen haben ugs., negativ · (jemandem) eins reinwürgen wollen ugs., salopp · (jemandem) was wollen ugs., negativ · (jemanden) auf dem Kieker haben ugs., negativ
  • (jemandem) unsympathisch sein · (jemanden) nicht mögen  ●  (etwas) haben (gegen jemanden) ugs. · (jemandem) nicht grün sein ugs. · (jemandem) was wollen ugs. · (jemandes) Nase passt jemandem nicht ugs.
  • gering achten · geringschätzen · geringschätzig behandeln · herabblicken (auf) · herabschauen (auf) · herabsehen (auf) · hinunterblicken (auf) · hinunterschauen (auf) · nichts halten von · verachten · von oben herab behandeln · wenig halten von  ●  in den Staub treten fig. · mit Füßen treten fig. · (die) Anerkennung verweigern geh.
  • (mit jemandem) fertig sein  ●  (bei jemandem) ausgespielt haben fig. · es sich mit jemandem verscherzt haben variabel · (bei jemandem) abgemeldet sein ugs., fig. · (bei jemandem) unten durch sein ugs., fig. · (bei jemandem) verschissen haben derb
  • (die) Schuld geben (an) · (die) Schuld zuweisen · (jemandem etwas) anlasten · (jemandem etwas) unterstellen · (jemandem etwas) zur Last legen · (jemanden) verdächtigen
  • (etwas) als persönlichen Angriff auffassen · (etwas) zu persönlich nehmen · (sich) angegriffen fühlen · (sich) in der Defensive fühlen · (sich) in der Defensive sehen · beleidigt reagieren · dünnhäutig reagieren  ●  (sich) auf den Schlips getreten fühlen fig.
  • (jemandem etwas) vorhalten · (jemanden) beschuldigen · Vorhaltungen machen · Vorwürfe machen · anschuldigen · zum Vorwurf machen  ●  (jemandem etwas) unter die Nase reiben fig. · (jemandem etwas) vorwerfen Hauptform · (jemandem etwas) aufs Brot schmieren ugs., variabel, fig.
  • (einen) Groll gegen jemanden hegen · (einen) Pik auf jemanden haben · (einen) heimlichen Groll auf jemanden haben  ●  (jemandem etwas) grollen veraltet

Typische Verbindungen zu ›nachtragen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nachtragen‹.

Verwendungsbeispiele für ›nachtragen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer nur noch das Grab vor sich hat, dem trägt man nichts nach. [Süddeutsche Zeitung, 27.12.1997]
Je nach Laune des Beamten wird man nun angeraunzt, zur Ergänzung aufgefordert oder – der Beamte trägt die Angabe selbst nach! [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 7]
Um diesen Prozeß etwas genauer charakterisieren zu können, müssen wir einige Begriffserklärungen nachtragen. [Kursbuch, 1966, Bd. 5]
Zu dieser Frage ist aus der Prozeßgeschichte eine Kleinigkeit nachzutragen. [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18393]
Aber genügt es heute, nicht grausam und nicht nachtragend zu sein? [Der Spiegel, 09.10.1989]
Zitationshilfe
„nachtragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nachtragen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
nachtraben
nachtmahlen
nachtfarbig
nachtfarben
nachten
nachtragend
nachtrauern
nachtrinken
nachträgerisch
nachträglich