nackend

GrammatikAdjektiv
Worttrennungna-ckend (computergeneriert)
DWDS-Verweisartikel, 2016

Bedeutung

landschaftlich
vergleiche nackt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nackend · nackt · Nackedei
nackend, nackt Adj. ‘unbekleidet, bloß’, ahd. nackot (um 800), mhd. nacket ‘unbekleidet, entblößt’, auch ‘ledig, frei von’, mnd. nāket, mnl. nāket, naect, nl. naakt, afries. naked, aengl. nacod, næcad, engl. naked, anord. nøk(k)viðr, got. naqaþs (germ. *nakwada-) ist (mit Mittelsilbenvokal) wohl wie air. nocht, kymr. noeth ein mit to-Suffix gebildetes Adjektiv zu ie. *nogu̯- ‘nackt’, das (ohne Dentalsuffix) in anord. nøkkva ‘entblößen’ und (dehnstufig) in lit. núogas, aslaw. nagъ, russ. nagój (нагой) ‘nackt’ auftritt. Eine andere Dentalableitung (ie. *nogu̯edh- oder *nogu̯odh-) liegt vor in lat. nūdus, während mit n-Suffix aind. nagnáḥ, griech. (mit ungeklärter Entwicklung des Anlauts) gymnós (γυμνός) ‘nackt’ und (als n-Partizipien?) mhd. (md.) nacken, afries. westfläm. mnd. nāken, anord. nakinn gebildet sind. Die Nebenform nhd. nackend, mhd. nackent (entsprechend mnd. nākent, mnl. nakent, nl. nakend) kann als Kontamination aus mhd. nacket und nacken aufgefaßt werden, ist aber wohl eher eine Bildung mit Nasalinfix. Vgl. auch landschaftlich weitergebildetes nackig (neben nackicht, 17. Jh.), mhd. nackic. nackt wird zunächst vor allem auf den unbekleideten Körper des Menschen bezogen, dann auch von Gegenständen im Sinne von ‘unbedeckt, bloß, kahl’ (nacktes Schwert, nackte Stelle, nackter Boden) verwendet und tritt häufig als ‘unverhüllt, ungeschminkt’ neben abstrakte Begriffe (nackte Wahrheit, nackter Haß). Nackedei m. ‘nacktes Kind’ (19. Jh. in nordd. Kindersprache), dann auch (scherzhaft) ‘nackte Person’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausgezogen · ↗blank · entblättert · entblößt · enthüllt · entkleidet · ↗hüllenlos · mit bloßer Haut · nichts anhaben · ↗textilfrei · ↗unbekleidet  ●  im Adamskostüm  männl. · im Evakostüm  weibl. · im Evaskostüm  weibl. · im Naturzustand  scherzhaft · nackend  regional · ↗nackt  Hauptform · wie Gott ihn schuf  männl. · wie Gott sie schuf  weibl. · barfuß bis zum Hals  ugs. · nackert  ugs., süddt. · nackicht  ugs. · ↗nackig  ugs. · ↗pudelnackt  ugs. · ↗splitterfasernackt  ugs. · ↗splitternackt  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ausziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nackend‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer sich während der Ehe auf die Versorgung durch den Partner verlassen konnte, soll nach der Scheidung nicht nackend auf der Straße stehen.
Die Zeit, 16.03.1984, Nr. 12
Sie ziehen sich mehr oder weniger nackend aus und stellen sich in den Weg.
Der Tagesspiegel, 16.02.2001
Nackend herumliegende Grönländerinnen neben nackenden Grönländern fand Herr K. höchst unappetitlich.
Die Welt, 05.05.2004
Im Winter soll der Faster morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen einige Zeit nackend im warmen Zimmer mit leichter Gymnastik verweilen.
Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 84
Eine ganze Nationalliteratur blieb dort zurück, begraben nicht nur ohne Grab, sondern sogar ohne Unterkleider, nackend, mit einem Nummernschild um die Zehe.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1972]
Zitationshilfe
„nackend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nackend>, abgerufen am 17.10.2019.

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