naiv

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungna-iv
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›naiv‹ als Erstglied: ↗Naivling  ·  mit ›naiv‹ als Grundform: ↗Naivheit
eWDG, 1974

Bedeutung

kindlich, ursprünglich, unbefangen
Beispiele:
ein naives Mädchen
er ist naiv wie ein Kind
eine naive Freude, Begeisterung zeigen
Er sprach es in jünglingshaft naiver Überschwenglichkeit [G. Hauptm.Quint1,400]
treuherzig, arglos
Beispiele:
sie ist von naiver Offenheit
eine naive Frage, Bemerkung
abwertend einfältig, töricht
Beispiele:
bist du aber naiv!
das finde ich aber naiv (von dir)!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

naiv · Naivität
naiv Adj. ‘natürlich, kindlich, unbefangen, arglos, treuherzig’, auch tadelnd ‘einfältig’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. naïf (daher zunächst in der Schreibung naif), afrz. naif, mfrz. naïf ‘gebürtig, ursprünglich, natürlich, echt’, das auf lat. nātīvus ‘durch Geburt entstanden, angeboren, natürlich’ beruht, einer Ableitung von nātus ‘geboren, beschaffen, geeignet’, dem Part.adj. von lat. nāscī ‘geboren werden, entstehen’. In der Literaturkritik der 2. Hälfte des 18. Jhs. ist naiv besonders im Sinne von ‘natürlich, ursprünglich, ungezwungen, ungekünstelt’ gebräuchlich (bei Schiller im Gegensatz zu sentimentalisch ‘bewußt, reflektierend’, s. ↗sentimental). Naivität f. (18. Jh., daneben anfangs die dt. Abstraktbildung Naivheit), frz. naïveté.

Thesaurus

Synonymgruppe
ahnungslos · ↗arglos · ↗bedenkenlos · ↗blauäugig · ↗leichtgläubig · naiv · ↗nichtsahnend · ohne Bedenken · ↗sorglos · ↗tumb · ↗töricht · ↗unbedarft · ↗unbekümmert · ↗vertrauensselig  ●  an den Osterhasen glauben  ugs., fig. · an den Weihnachtsmann glauben  ugs., fig. · ganz schön naiv  ugs. · schön blöd  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • naiv
Synonymgruppe
arglos · ↗fromm (Wunsch) · ↗gutgläubig · ↗harmlos · in gutem Glauben · ↗kindsköpfig · ↗leichtgläubig · naiv · nimmt alles für bare Münze · ↗treuherzig · undistanziert · ↗vertrauensselig
Assoziationen
Synonymgruppe
albern · ↗infantil · ↗kindhaft · ↗kindisch · ↗kindlich · ↗kindsköpfig · naiv · ↗unentwickelt · ↗unreif  ●  puerilistisch  selten · ↗pueril  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
naiv · ↗unberührt · ↗unerfahren · ↗unschuldig  ●  ↗unverbildet  geh.
Assoziationen
Antonyme
  • naiv

Typische Verbindungen
computergeneriert

Annahme Begeisterung Charme Dichtung Fortschrittsglaube Gemüt Glaube Gläubigkeit Idealismus Idealist Malerei Optimismus Realismus Staunen Träumer Unschuld Vorstellung anmuten anmutend blauäugig dumm geradezu gutgläubig kindlich klingen rührend scheinbar sentimentalisch unschuldig ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›naiv‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und das ist für die einen so überraschend naiv wie überfordernd für die anderen.
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2003
Sie klatschen sogar, als Ude einräumt, manche hielten die Proteste für naiv.
Der Tagesspiegel, 10.02.2003
Man hat sich bei uns daran gewöhnt, die bloße Frage für naiv zu halten.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 119
Und sehr naiv war es eigentlich auch, daß er sich an mich wandte, da er sich doch mit keinem Wort von mir verabschiedet hat.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1935. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1935], S. 17
Da ist es besser, in naiver Weise die Quellen einfach nachzuerzählen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 216
Zitationshilfe
„naiv“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/naiv>, abgerufen am 08.12.2019.

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