Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

namhaft

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung nam-haft
Wortzerlegung Name -haft
Wortbildung  mit ›namhaft‹ als Erstglied: Namhaftmachung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. berühmt, bekannt, angesehen
  2. 2. [papierdeutsch] ⟨jmdn. namhaft machen⟩ jmds. Namen feststellen
    1. ⟨etw. namhaft machen⟩ etw. nennen
  3. 3. groß, bedeutend, ansehnlich
eWDG

Bedeutungen

1.
berühmt, bekannt, angesehen
Beispiele:
ein namhafter Dichter, Autor, Künstler, Forscher, Gelehrter
ein namhafter Vertreter der Wissenschaft
2.
papierdeutsch jmdn. namhaft machenjmds. Namen feststellen
Beispiel:
den Täter, einen Verbrecher, Anstifter namhaft machen
etw. namhaft machenetw. nennen
Beispiele:
wir könnten noch mehr Fälle namhaft machen
daß ich nicht anstehen darf, Dir die Folgen namhaft zu machen, die ein leichtfertiger Schritt Deinerseits nach sich ziehen kann [ Th. MannBuddenbrooks1,148]
3.
groß, bedeutend, ansehnlich
Beispiele:
eine namhafte Summe, Spende
einen namhaften Betrag einzahlen
einen namhaften Kredit bewilligen
ein namhafter Unterschied
die erste nahmhafte Gelegenheit, große Kapitalien ins Land zu ziehen [ MehringLessing-Legende169]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Name · namhaft · namentlich · nämlich · Namenstag · Namensvetter
Name m. ‘Benennung, Bezeichnung, Eigenname, Ansehen’, ahd. namo (8. Jh.; Genitiv namen), mhd. nam(e), asächs. namo, mnd. mnl. nāme, nl. naam, afries. aengl. nama, engl. name, (mit ursprünglich neutralem Genus) got. namō, germ. *naman-, (und mit veränderter Stammbildung) anord. nafn (aus *namn-), schwed. namn. Außergerm. vergleichbar sind aind. nā́ma, lat. nōmen, griech. ónoma (ὄνομα), aslaw. imę, russ. ímja (имя), air. ainmm. Als Ansatz läßt sich erschließen ie. *en(o)men-, *nomen- ‘Name’, das in den Einzelsprachen in unterschiedlichen Ablautformen vorliegt. S. auch nennen. – namhaft Adj. ‘bekannt, berühmt, nennenswert’, ahd. namahaft (8. Jh.), mhd. namhaft. namentlich Adj. heute Adv. ‘besonders erwähnenswert, vornehmlich’, eigentlich ‘(mit Namen) benannt’ (vgl. noch namentliche Abstimmung, namentlich nennen); mit unorganischem t gebildet (15. Jh.) nach mhd. name(n)lich; daneben die umgelautete Form nämlich Adj. in der nämliche ‘eben derselbe’ (heute unüblich), mhd. dirre nemelīche; in älterer Sprache auch ‘namentlich angegeben, ausdrücklich’, vgl. auff einem nähmlichen tag (16. Jh.), ahd. neminlīh (10. Jh.), namalīh (um 1000), mhd. name-, nemelich ‘namentlich benannt, bekannt, bedeutend’. Gebräuchlicher ist heute adverbieller Gebrauch im Sinne von ‘genauer gesagt, das heißt’, vgl. ahd. namalīhho ‘dem Namen nach’ (10. Jh.), mhd. nam(en)-, nem(e)līche ‘mit namentlicher, ausdrücklicher Hervorhebung, vorzugsweise’. Namenstag m. ‘Kalendertag des Heiligen, dessen Namen man trägt’ (17. Jh.). Namensvetter m. ‘wer den gleichen Namen trägt’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
angesehen · geachtet · geschätzt · namhaft · repräsentabel · respektiert · wertgeschätzt
Assoziationen
Synonymgruppe
Rang und Namen haben · bekannt · berühmt · hochgestellt · namhaft · prestigeträchtig · prestigevoll · prominent · reputabel  ●  von Rang  geh. · von Rang und Namen  ugs.
Assoziationen
  • distinguiert · edel · erhaben · illuster · von gehobener Eleganz · vornehm  ●  hehr veraltet · erlaucht geh.
  • einflussreich · mächtig · potent · stark · von Einfluss  ●  hochmögend geh., veraltet
  • (ein) (hohes) Ansehen genießen · anerkannt · geachtet werden · geschätzt werden · namhaft · profiliert · renommiert  ●  (einen) guten Leumund haben variabel · (einen) guten Namen haben variabel · (einen) guten Ruf genießen variabel · (einen) guten Ruf haben variabel · (einen) guten Ruf zu verlieren haben variabel · (einen) guten Ruf zu verteidigen haben variabel · (gut) angesehen sein variabel · (sein) Name hat (in bestimmten Kreisen) einen guten Klang variabel · in einem guten Ruf stehen variabel · (sich) eines guten Ruf(e)s erfreuen geh. · bestbeleumdet geh. · gut beleumdet geh., variabel · gut beleumundet (sein) geh., variabel
  • (der) erste · führend · renommiert
  • Leit... · herausragend · hervorgehoben · prominent · wichtig
  • (große) Bekanntheit erlangen · (großes) Ansehen erlangen (mit) · (großes) Ansehen gewinnen · (sich) (großes) Ansehen erwerben (mit) · bekannt werden (mit)  ●  (sich) einen Namen machen (mit / durch) Hauptform
  • jeder kennt (...) · überaus populär sein  ●  (ein) Popstar fig. · ein gefeierter (...) männl. · eine gefeierte (...) weibl.
  • (die) öffentliche Aufmerksamkeit (genießen) · Bekanntheit · Bekanntheitsgrad · Popularität
Synonymgruppe
(ein) (hohes) Ansehen genießen · anerkannt · geachtet werden · geschätzt werden · namhaft · profiliert · renommiert  ●  (einen) guten Leumund haben  variabel · (einen) guten Namen haben  variabel · (einen) guten Ruf genießen  variabel · (einen) guten Ruf haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verlieren haben  variabel · (einen) guten Ruf zu verteidigen haben  variabel · (gut) angesehen sein  variabel · (sein) Name hat (in bestimmten Kreisen) einen guten Klang  variabel · in einem guten Ruf stehen  variabel · (sich) eines guten Ruf(e)s erfreuen  geh. · bestbeleumdet  geh. · gut beleumdet  geh., variabel · gut beleumundet (sein)  geh., variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›namhaft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›namhaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›namhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Demselben gefielen unsere Artikel und er gab mir einen namhaften Auftrag. [Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4326]
Er war skeptisch, denn die namhaften Historiker, die er konsultierte, machten ihm wenig Mut. [Die Zeit, 04.04.1997, Nr. 15]
Selbst namhafte Banken kümmern sich oft nur unzureichend um private Vermögen. [Die Zeit, 30.11.2007, Nr. 49]
Doch dazu hört man keine namhafte Kritik aus der Union. [Die Zeit, 03.07.2006, Nr. 27]
Es gibt kaum einen namhaften Künstler, der nicht gern Editionen gemacht hätte. [Die Zeit, 15.10.2001, Nr. 42]
Zitationshilfe
„namhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/namhaft>.

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