narbig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung nar-big
Wortbildung  mit ›narbig‹ als Letztglied: ↗feinnarbig · ↗grobnarbig
eWDG

Bedeutung

mit Narben versehen
Beispiel:
ein narbiges Gesicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Narbe · narbig · vernarben
Narbe f. ‘sichtbare Spur einer verheilten Wunde auf der Haut, Wundmal’, ahd. narwa (Hs. 12. Jh.), mhd. narwe, mnd. narwe, nāre ist die feminine Substantivierung (im Sinne von ‘Enge, Verengung der Wundränder, Zusammenziehung der Haut über der Wunde’) eines Adjektivs westgerm. *narwa-, das in asächs. naru, aengl. nearu, engl. narrow, nl. naar ‘eng’ (eigentlich ‘zusammengeschnürt’) belegt ist (s. auch ↗Nehrung). Verwandt sind lit. nérti ‘einfädeln, stricken, (ver)knoten, (ver)schlingen’, narỹs ‘Schlinge, Gelenk, Glied’, russ. (landschaftlich) nerët (нерёт) ‘eine Art Fischreuse’ und wohl auch ↗Schnur1 (s. d.). Erschließbar ist ie. *(s)ner- ‘drehen, winden (von Faden und Flechtwerk), zusammendrehen, zusammenschnüren’, vielleicht eine Erweiterung der Wurzel ie. *(s)nē- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’ (s. ↗nähen). Für das zunächst vorwiegend nordd. und md. Narbe verwenden Luthers obd. Zeitgenossen Wunde und Malzeichen. Narbe steht auch für die Unebenheiten auf der Haarseite eines gegerbten Fells (15. Jh.), vgl. nl. nerf, sowie für die mit Wurzelgeflecht durchsetzte Bodenoberfläche, vgl. Grasnarbe (18. Jh., doch in nd. Mundarten wohl älter). narbig Adj. ‘mit Narben bedeckt’ (Mitte 18. Jh.), älter narbicht (17. Jh.). vernarben Vb. ‘abheilen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
narbig · ↗schrammig

Typische Verbindungen zu ›narbig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›narbig‹.

Verwendungsbeispiele für ›narbig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis dahin aber muss sie schuften für die narbigen Alten.
Die Welt, 20.02.2003
Trotz zahlreicher Operationen ist ihr Gesicht weiter verunstaltet, die Haut ist narbig und gespannt.
Die Zeit, 13.05.2011 (online)
Sein narbiges Gesicht erinnerte sie nur daran, dass er sie belogen hatte, mit sich gelockt wie der Rattenfänger im Märchen.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 167
Doch die Idee von der Neuordnung der Räume und den narbigen Grenzen ruft in Frankreich Erinnerungen wach.
konkret, 2000 [1998]
Was bei solcher Mitarbeit herauskommt, kriegt man gelegentlich in Form von eingerissenen und narbig verzogenen Vorhäuten bei kleinen Buben zu sehen.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 65
Zitationshilfe
„narbig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/narbig>, abgerufen am 24.06.2021.

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