Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

naschhaft

Grammatik Adjektiv
Worttrennung nasch-haft
Wortzerlegung naschen -haft
Wortbildung  mit ›naschhaft‹ als Erstglied: Naschhaftigkeit
eWDG

Bedeutung

gern naschend, genäschig
Beispiele:
ein naschhaftes Kind, Kätzchen
Oswald Brunies war naschhaft, den Süßigkeiten verfallen [ GrassKatz48]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

naschen · vernaschen · naschhaft · Naschwerk
naschen Vb. ‘in kleinen Mengen Gutes heraussuchen und genießen, heimlich kleine Stückchen essen’, ahd. nascōn ‘schmarotzen’ (11. Jh.), mhd. naschen, neschen ‘Leckerbissen, verbotene Liebesfreuden genießen’, mnd. naschen ‘heimlich an sich bringen, betteln’, schwed. (mundartlich) naska, dän. naske ‘Leckerbissen genießen’. Vgl. nd. gnaschen, dän. gnaske ‘knabbern’, schwed. snaska ‘naschen’, ferner aengl. hnesce, got. hnasqus ‘weich, zart’. Herkunft unklar. Vielleicht zu nagen (s. d.)? Eine Verbindung mit aind. kiknasaḥ ‘Teile des zerriebenen Korns’, griech. knéōros (κνέωρος) eine Nesselart, lett. knosīties ‘mit dem Schnabel im Gefieder rupfen’ und Anschluß an ie. *knēs-, eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *ken(ə)- ‘kratzen, schaben, reiben’ (wozu Niete1, Nut, s. d.), ist unsicher. – vernaschen Vb. ‘naschend aufbrauchen’ (16. Jh.); häufig vernascht sein ‘naschhaft sein’ (16. Jh.). naschhaft Adj. (17. Jh.). Naschwerk n. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
genäschig · naschhaft · vernascht  ●  leckermäulig  ugs. · schleckig  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›naschhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie stehen in einer Bäckerei und wollen Ihrem naschhaften Kind eine kleine Freude machen. [Der Tagesspiegel, 02.01.2005]
Außerdem pflücken sich die naschhaften Tiere aus den Blumenrabatten Leckerbissen heraus. [Der Tagesspiegel, 08.07.2004]
Kreiert worden ist diese zeremonielle Teestunde von naschhaften Damen der englischen Aristokratie, die nicht bis zum späten Abendessen darben mochten. [Die Welt, 15.10.2005]
Zu seiner Entschuldigung erklärte der naschhafte Briefträger laut Polizei, er benötige die Kindernahrung zur Stabilisierung seines angeschlagenen Kreislaufs. [Süddeutsche Zeitung, 25.07.1997]
Das naschhafte Wild äst mit Vorliebe an den jungen Trieben von Äsche und Eiche, Ahorn und Eibe und verschont allenfalls Buchen und Fichten. [Die Zeit, 15.12.1989, Nr. 51]
Zitationshilfe
„naschhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/naschhaft>.

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