Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nassauern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nas-sau-ern
GrundformNassauer
Wortbildung  mit ›nassauern‹ als Erstglied: Nassauerei
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nassauer · nassauern
Nassauer m. ‘wer sich auf Kosten anderer einen Genuß verschafft, von anderen freihalten läßt’, zuvor (19. Jh.) Ausdruck der Berliner Dirnen- und Diebessprache für ‘Mensch ohne Geld, Gast ohne Geld, nichtzahlender Bordellbesucher’ (auch nasser Junge), eine Bildung zu rotw. naß ‘ohne Geld’ und rotw. nassenen, jidd. noss(n)en ‘schenken, geben’ (vgl. Wolf Rotw. 228), in scherzhafter Anlehnung an den Orts- und Landesnamen Nassau. Vgl. berlin. for naß, per naß, uff de Nasse ‘umsonst’. Dazu nassauern Vb. ‘auf Kosten anderer essen, trinken, leben’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
auf Kosten anderer leben  ●  nassauern  ugs. · schmarotzen  derb

Verwendungsbeispiele für ›nassauern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt möchte man von dem Ruhm, der in anderen Städten wuchs, nassauern. [Die Zeit, 13.06.1957, Nr. 24]
Auch die Sahibs aus anderen europäischen und amerikanischen Ländern nassauern da gern mit. [Die Zeit, 15.08.1969, Nr. 33]
Drei Jahre lang nassauerte sich der Mann durch die Welt, im Januar schnappte die Falle zu. [Der Tagesspiegel, 26.08.2004]
Rührend, nicht wahr, diese Unschuld, die sogar um Erlaubnis bittet, nassauern zu dürfen. [Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 183]
Zitationshilfe
„nassauern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nassauern>.

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