national

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungna-ti-onal · na-tio-nal
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›national‹ als Erstglied: ↗Nationalausschuss · ↗Nationalbewegung · ↗Nationalbewusstsein · ↗Nationalbibliografie · ↗Nationalbibliographie · ↗Nationalbibliothek · ↗Nationaldemokrat · ↗Nationaldenkmal · ↗Nationaldichter · ↗Nationaleinkommen · ↗Nationalelf · ↗Nationalempfinden · ↗Nationalepos · ↗Nationalfarbe · ↗Nationalfeiertag · ↗Nationalflagge · ↗Nationalfonds · ↗Nationalgarde · ↗Nationalgefühl · ↗Nationalgeist · ↗Nationalgericht · ↗Nationalgetränk · ↗Nationalheilige · ↗Nationalheld · ↗Nationalhymne · ↗Nationalkomitee · ↗Nationalkomponist · ↗Nationalkultur · ↗Nationalliteratur · ↗Nationalmannschaft · ↗Nationalmuseum · ↗Nationalpark · ↗Nationalparlament · ↗Nationalpreis · ↗Nationalrat · ↗Nationalsozialismus · ↗Nationalsozialist · ↗Nationalspeise · ↗Nationalspieler · ↗Nationalsport · ↗Nationalsprache · ↗Nationalstaat · ↗Nationalstiftung · ↗Nationalstolz · ↗Nationaltanz · ↗Nationaltheater · ↗Nationaltorwart · ↗Nationaltracht · ↗Nationalverband · ↗Nationalversammlung · ↗Nationalökonom · ↗Nationalökonomie · ↗nationalbewusst · ↗nationalisieren · ↗nationalsozialistisch · ↗nationalökonomisch
 ·  mit ›national‹ als Letztglied: ↗anational · ↗antinational · ↗gesamtnational · ↗international · ↗multinational · ↗supranational · ↗transnational · ↗ultranational · ↗übernational
 ·  mit ›national‹ als Binnenglied: ↗Bruttonationalglück  ·  mit ›national‹ als Grundform: ↗Nationale1 · ↗Nationale2
eWDG, 1974

Bedeutung

im Hinblick auf eine Nation, eine Nation betreffend
Beispiele:
die nationale Souveränität, Selbstständigkeit
das Recht auf nationale Selbstbestimmung, Unabhängigkeit
der nationale Befreiungskampf
die nationale Befreiungsbewegung
der Kampf gegen die nationale Unterdrückung
die nationale Existenz gefährden
die nationalen Interessen, Belange vertreten
seine nationale Pflicht erfüllen
den nationale Notstand ausrufen
die nationale Frage (= Frage der historischen Stellung der Nation in der gesellschaftlichen Entwicklung, ihrer Existenz- und Entwicklungsbedingungen, ihrer Rechte sowie der Beziehungen zwischen den Nationen)
eine nationale Minderheit (= zahlenmäßig kleinere Bevölkerungsgruppe in einem Staatsgefüge, die sich von der Mehrheit der Bevölkerung dieses Staates durch Abstammung, Sprache und Kultur unterscheidet)
Wer aus Furcht, Kleinmut oder blindem Gehorsam weiter mit Hitler geht, handelt feige und hilft, Deutschland in die nationale Katastrophe zu treiben [BredelEnkel547]
einer Nation eigen
Beispiele:
die nationale Kultur
das nationale (Kultur)erbe
die nationalen Gedenk- und Kulturstätten
das nationale Drama
DDR die Nationale Volksarmee
DDR die Nationale Front des demokratischen Deutschland(s)
DDR das Nationale Aufbauwerk
DDR die National-Demokratische Partei Deutschlands
ein Nationales Olympisches Komitee
nationalbewusst
Beispiel:
national denken, handeln, fühlen
nationalistisch
Beispiele:
nationale Überheblichkeit
spöttisch Außerdem sind wir streng national. Wir wachen argwöhnisch darüber, daß uns niemand in der Welt darin übertrifft [MoloEin Deutscher427]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nation · national · Nationalität · Nationalismus · Nationalist
Nation f. historisch entstandene Entwicklungsform der Gesellschaft, die sich besonders in der Gemeinsamkeit des Wirtschaftslebens, des Territoriums, der Sprache und Kultur zeigt, Entlehnung (um 1400) aus lat. nātio (Genitiv nātiōnis) ‘Volksstamm (mit gemeinschaftlicher Abstammung, Sprache und Sitte), Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar’, eigentlich ‘das Geborenwerden, Geburt’, dem Verbalabstraktum zu lat. nāscī (nātus sum) ‘geboren werden, entstehen, wachsen’; zuerst vielfach noch in lat. Form und Flexion nacio, Plur. naciones, daneben eingedeutscht nacion, nation (15. Jh.). In den frühen Belegen steht das Wort, dem Lat. folgend, für ‘Volk’ und ‘Stamm’, bezeichnet dann ‘alle in einem Land Geborenen’ (16. Jh.) und schließlich (unter frz. Einfluß) ‘die hinsichtlich Abstammung, Land, Sprache, Gesetzgebung, Regierung bestehende Gemeinschaft’ (18. Jh.), auch im Sinne politischer Zusammengehörigkeit (vgl. Menge …, welche sich durch gemeinschaftliche Abstammung für vereinigt zu einem bürgerlichen Ganzen erkennt, Kant). national Adj. ‘die Nation betreffend, ihr eigentümlich, vaterländisch’, nach nlat. nātionālis; zuerst in dem Kompositum Nationalversammlung (in den Reichsabschieden der 1. Hälfte des 16. Jhs.), danach (substantiviert) National ‘Reichstag einer ganzen Nation oder eines Königreichs’ (2. Hälfte 16. Jh.). Unter Einfluß von gleichbed. frz. national wird das Adjektiv seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. als Wort der Politik (zeitweise zusammen mit gleichbed. nationell, 19. Jh.) allgemein gebräuchlich und bildet als Bestimmungswort zahlreiche Komposita, z. B. Nationalautor, -bühne, -charakter, -dichter, -ehre, -eigenschaft, -fehler, -geschichte, -literatur, -sprache, -theater (2. Hälfte 18. Jh.), Nationalbewußtsein, -staat (2. Hälfte 19. Jh.), Nationalkultur (Anfang 20. Jh.). Nationalität f. ‘nationale Zugehörigkeit’, latinisierende Bildung (Ende 18. Jh.) zu national; auch ‘nationale Minderheit’ (1. Hälfte 20. Jh.). Nationalismus m. ‘Überbewertung der eigenen Nation und damit verbundene Mißachtung anderer Nationen’ (2. Hälfte 19. Jh.), zuvor ‘nationales Denken’ (Mitte 18. Jh.); dazu Nationalist m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bundesweit · ↗landesweit · national · quer durchs ganze Land  ●  landauf, landab  ugs. · überall im Land  ugs.
Synonymgruppe
national · ↗nationalistisch · ↗patriotisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alleingang Befreiungsarmee Befreiungsbewegung Befreiungsfront Bewegung Ebene Egoismus Einheit Ethikrat Front Identität Interesse Komitee Meisterschaft Minderheit Parlament Recht Sicherheit Sicherheitsrat Souveränität Unabhängigkeit Verband Versöhnung Verteidigung Verteidigungsrat Volksarmee Volkskongreß Währung international regional

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›national‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Rede war nun zunächst von weiteren Untersuchungen nach dem jeweiligen nationalen Recht.
Die Zeit, 02.04.2013 (online)
Busse referierte sechs Stunden lang über die »Zusammenarbeit aller nationalen Kräfte«.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 102
Das »Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit« tritt in Kraft.
o. A.: 1934. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 21146
Das nepalesische Volk ist dankbar für die großzügige Hilfe Chinas für seine nationale Entwicklung.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1982]
Und doch war in den Herzen vieler Deutscher ein nationales Bewußtsein lebendig.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 201
Zitationshilfe
„national“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/national>, abgerufen am 19.01.2019.

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