nebelhaft
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungne-bel-haft
WortzerlegungNebel-haft
Wortbildung mit ›nebelhaft‹ als Erstglied: ↗Nebelhaftigkeit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
wie Nebel
Beispiele:
ein nebelhafter Dunst
Dicht und schwer war der Dämmer geworden, nebelhaft dunstig und undurchdringlich [BöllZug186]
2.
übertragen undeutlich, verschwommen
Beispiele:
nebelhafte Auffassungen, Erinnerungen
es herrschen noch recht nebelhafte Vorstellungen von dem Leben auf anderen Planeten
dieses Projekt liegt noch in nebelhafter (= sehr weiter) Ferne
das ist mir alles völlig nebelhaft (= unklar)
Aber alles das war nebelhaftes Planen gewesen [Feuchtw.Jefta70]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nebel · nebelhaft · neb(e)lig · nebulös · benebelt · benebeln · vernebeln · nebeln
Nebel m. (durch Konzentration kleinster Wassertröpfchen hervorgerufene) ‘Trübung, Unklarheit der Luft, Dunst’, ahd. nebul (8. Jh.), mhd. nebel, asächs. neҍal, mnd. mnl. nēvel, nl. nevel ‘Nebel’ (germ. *neҍula-) sowie aengl. nifol ‘dunkel’ und anord. njōl(a) (aus urnord. *niuwul, germ. *neҍulō) ‘Nebel, Nacht’, nifl- (in Zusammensetzungen wie niflhel ‘Unterwelt’, niflvegr ‘dunkle Straße’) sind verwandt mit griech. nephélē (νεφέλη) ‘Wolke, Gewölk’, lat. nebula ‘Dunst, Nebel, Staubwolke’. Neben diesem l-Stamm steht ein s-Stamm in aind. nábhaḥ ‘Dunst, Feuchtigkeit, Wolke, Nebel’, hethit. nepis ‘Himmel’, griech. néphos (νέφος) ‘Wolke, Gewölk’, air. nem (aus *nebhes-) ‘Himmel’, aslaw. nebo, russ. nébo (небо) ‘Himmel’, (mit sekundärem d-Anlaut) lit. debesìs ‘Wolke’. Alle Formen werden zurückgeführt auf ie. *nebh- ‘feucht, Wasser’, dann ‘Dampf, Dunst, Nebel, Wolke’. nebelhaft Adj. ‘wie Nebel, unklar’ (Ende 17. Jh.). neb(e)lig Adj. ‘voller Nebel, dunstig’, ahd. nebulīg (um 1000), frühnhd. nebelig (15. Jh.). nebulös Adj. ‘neblig, unklar, verschwommen’ (19. Jh.), nach frz. nébuleux in dessen übertragener Verwendung (aus lat. nebulōsus ‘neblig, dunkel’). benebelt Part.adj. ‘in Nebel eingehüllt’, übertragen ‘benommen, betäubt’ (17. Jh.); zu benebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, verdunkeln, betäuben’ (17. Jh.). vernebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, durch Nebel unklar machen’ (geläufig seit 17. Jh.); vgl. (falls hierher gehörig) ahd. firnibulen ‘verdunkeln’ (8. Jh.) und (seltenes) nebeln Vb. ‘Nebel erzeugen, neblig sein, in Nebel einhüllen’, ahd. nibulen ‘sich verfinstern, sich verdunkeln’ (9. Jh.), mhd. nibelen ‘neblig, dunkel machen’, spätmhd. nebelen ‘neblig, dunstig, trübe sein oder werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
diffus · ↗konturlos · ↗nebulös · nicht deutlich zu erkennen · nicht klar zu erkennen · ↗schemenhaft · ↗schleierhaft · ↗undeutlich · ↗unklar · ↗vage · ↗verschwommen
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erinnerung Ferne Formulierungen Umrisse Vorstellungen fernen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nebelhaft‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier zeichnet sich, wenn auch nur nebelhaft, ein Weg ab.
Die Zeit, 09.04.1971, Nr. 15
Obwohl ich sonst schnell und leicht lese, hatte ich die größte Mühe, mit diesen nebelhaften Sätzen zurechtzukommen.
Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr, München: R. Piper & Co. Verlag 1961, S. 214
Wegen des Fehlens an Quellen sehr nebelhaft ist die Rolle des in der fraglichen Zeit hochbedeutsamen Fleury.
Stäblein, Bruno: Sequenz. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 20374
Es herrscht also im heidnischen und christlichen Altertum ein nebelhaft verschwommenes Zeitgefühl.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 250
Im Vergleich zur nebelhaften Innenwelt ist die Außenwelt ein El Dorado an Ordnung, und sie läßt sich leichter kontrollieren.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 93
Zitationshilfe
„nebelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nebelhaft>, abgerufen am 20.09.2017.

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