Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

negativ

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ne-ga-tiv
Wortbildung  mit ›negativ‹ als Erstglied: Negativbeispiel · Negativbild · Negativdruck · Negativfilm · Negativimage · Negativliste · Negativpreis · Negativschlagzeile · Negativserie · Negativsteuer · Negativtrend · Negativzins
 ·  mit ›negativ‹ als Letztglied: HIV-negativ · Rh- · Rh-negativ · rh · rh-negativ
 ·  mit ›negativ‹ als Grundform: Negativ · negativ-
Herkunft zu negātīvuslat ‘verneinend’
eWDG

Bedeutung

in gegensätzlicher Bedeutung zu positiv
a)
verneinend
Beispiele:
eine negative Antwort
Logikeine negative Aussage
Logikein negatives Urteil
b)
ablehnend, missbilligend
Beispiele:
eine negative Einstellung, Kritik
eine negative Haltung einnehmen
sich negativ über jmdn. äußern
sie verhielten sich uns gegenüber völlig negativ
c)
ungünstig
Beispiele:
ein negativer Einfluss
die negative Seite (= Schattenseite) einer Sache
ihre Nachforschungen waren negativ (= erfolglos) verlaufen
wo wären Sie, wenn ich das Negative in Ihnen gesehen hätte? [ Diggelm.Hinterlassenschaft161]
d)
fachsprachlich
α)
Medizin
Beispiel:
ein negativer (= den Krankheitsverdacht nicht bestätigender) Befund
β)
Fotografie, Film
Beispiel:
ein negativer Film (= Film mit völliger Umkehr der Seiten und der Helligkeit)
γ)
Mathematik
Beispiel:
eine negative Zahl (= Zahl, die kleiner als Null ist)
δ)
Physik
Beispiel:
die negative Elektrizität (= Elektrizität mit wenig positiv geladenen Elementarteilchen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

negieren · Negation · negativ · Negativ
negieren Vb. ‘verneinen, ablehnen, bestreiten’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.) aus gleichbed. lat. negāre. Negation f. ‘Verneinung, Ablehnung’ (2. Hälfte 16. Jh.), lat. negātio (Genitiv negātiōnis); in der Grammatik (wie schon spätlat. negātio) ‘Verneinungswort’ (um 1700). negativ Adj. ‘verneinend, ablehnend, ungünstig, nachteilig, ergebnislos’ (Mitte 18. Jh.), aus lat. negātīvus ‘verneinend’; mehrfach in Fachsprachen (meist im Gegensatz zu positiv), z. B. ‘kleiner als Null’ (Mathematik), ‘einen Überschuß an Elektronen gegenüber positiven Ladungsteilchen aufweisend’ (Physik), ‘vertauschte Helligkeitswerte bzw. Komplementärfarben aufweisend’ (Photographie), wozu die Substantivierung Negativ n. ‘Gegenbild, Kehrbild’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
minus · negativ
Antonyme
Synonymgruppe
dürftig · lausig · nachteilig · negativ · schädlich · ungut · ungünstig · von Nachteil · widrig  ●  schlecht (für)  Hauptform · zu wünschen übrig lassen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ist) abgelehnt · kommt nicht in Frage · nein  ●  negativ  Jargon
Assoziationen
  • (ab jetzt) verboten · kein (...) mehr  ●  (es ist) Essig (mit)  ugs. · (es) hat sich ausge...  ugs. · (für jemanden) gestrichen (sein)  ugs.
Synonymgruppe
auf gar keinen Fall · auf keinen Fall · ausgeschlossen · keineswegs · mitnichten · nicht doch!  ●  nein  Hauptform · Fehlanzeige  ugs. · Gott behüte!  ugs. · Nachtigall, ick hör dir trapsen.  ugs., Spruch, berlinerisch · denkste  ugs. · ist nicht  ugs. · kein Gedanke  ugs. · keine Spur  ugs. · mit Nichten und mit Neffen (Kalauer)  ugs., Spruch · naa  ugs., süddt. · nee  ugs., regional · negativ  fachspr., Jargon · nicht im Entferntesten  geh. · nicht im Geringsten  geh. · nichts da  ugs. · nix da  ugs. · nä  ugs. · nö  ugs. · von wegen!  ugs. · weit gefehlt  geh.
Assoziationen
  • alles andere als · bei allem, was recht ist, nicht · beileibe nicht · bestimmt nicht · durchaus nicht · gewiss nicht · in der Tat nicht · sicher nicht · sicherlich nicht · wahrhaftig nicht · wahrlich nicht  ●  wirklich nicht  Hauptform · mitnichten  geh. · nicht wirklich  ugs. · nun wirklich nicht  geh. · weiß Gott nicht  ugs.
  • absolut nie · auf gar keinen Fall · keineswegs · nicht in diesem Leben · nie und nimmer · nie und nirgends · nimmerdar · nimmermehr · zu keinem Zeitpunkt · zu keiner Zeit  ●  nie  Hauptform · niemals  Hauptform · im Leben nicht  ugs. · nie im Leben  ugs.
  • (ein) Nein · Abfuhr · Ablehnung · Absage · Nichtanerkennung · Rückweisung · Verneinung · Verweigerung · Weigerung · Zurückweisung  ●  Abweisung  fachspr., juristisch · Exkusation  fachspr., juristisch, veraltet, lat.
  • jedenfalls nicht · nur nicht  ●  bloß nicht  ugs. · ja nicht  ugs. · soll mir nicht  ugs.
  • aber nein! · aber nicht doch! · oh nein!
Synonymgruppe
deprimierend · miesmacherisch · mutlos · negativ · schwarzmalerisch · schwarzseherisch · spielverderberisch · wenig optimistisch
Assoziationen
Medizin
Synonymgruppe
ohne Auffälligkeiten  Jargon · ohne Befund  Jargon · negativ (sein)  ugs.

Typische Verbindungen zu ›negativ‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›negativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›negativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn Sie übermüdet an Ihrem Ziel ankommen, empfinden Sie vielleicht vieles als negativ. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 218]
Vor allem wirkte sich bei Gruppe 1 das Überlernen positiv, bei Gruppe 3 hingegen negativ aus. [Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 117]
Negativ prägen sie erst, wenn das Bild vom anderen dazu führt, die eigene Person abzuwerten. [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 109]
Die Reformen beginnen zu greifen; ihre negativen sozialen Folgen können wir aber nur durch eine Steigerung der Produktion mildern. [Der Spiegel, 24.07.1995]
Es gibt viele Statistiken, und sie sind fast alle negativ. [Die Zeit, 25.02.1999, Nr. 9]
Zitationshilfe
„negativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/negativ>.

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