negieren

GrammatikVerb · negiert, negierte, hat negiert
Aussprache
Worttrennungne-gie-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›negieren‹ als Erstglied: ↗Negierung
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. verneinen
a)
Beispiele:
einen Tatbestand negieren
Jede Zeitangabe negiert eigentlich die Zeit [Wasserm.Maurizius480]
b)
etw. ablehnen, verwerfen
Beispiele:
einen Gedanken, die Ansicht, Schuld negieren
eine negierende Haltung einnehmen
die Arbeit eines Jahres kann durch eine negierende Zeitungskritik annulliert werden [WintersteinLeben2,62]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

negieren · Negation · negativ · Negativ
negieren Vb. ‘verneinen, ablehnen, bestreiten’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.) aus gleichbed. lat. negāre. Negation f. ‘Verneinung, Ablehnung’ (2. Hälfte 16. Jh.), lat. negātio (Genitiv negātiōnis); in der Grammatik (wie schon spätlat. negātio) ‘Verneinungswort’ (um 1700). negativ Adj. ‘verneinend, ablehnend, ungünstig, nachteilig, ergebnislos’ (Mitte 18. Jh.), aus lat. negātīvus ‘verneinend’; mehrfach in Fachsprachen (meist im Gegensatz zu positiv), z. B. ‘kleiner als Null’ (Mathematik), ‘einen Überschuß an Elektronen gegenüber positiven Ladungsteilchen aufweisend’ (Physik), ‘vertauschte Helligkeitswerte bzw. Komplementärfarben aufweisend’ (Photographie), wozu die Substantivierung Negativ n. ‘Gegenbild, Kehrbild’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstreiten · ins Gegenteil verkehren · ↗leugnen · negieren · ↗verneinen
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aspekt Bedürfnis Charakter Dimension Errungenschaft Existenz Existenzrecht Gegenwart Kontext Logik Negation Notwendigkeit Persönlichkeit Realität Schönheit Tatsache Tradition Unterschied Wirklichkeit Wurzel bewußt einfach ignorieren keineswegs radikal schlicht schlichtweg völlig weitgehend zugleich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›negieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie leiten allerlei Rechte für sich daraus ab, doch sie negieren die Pflichten.
Süddeutsche Zeitung, 05.05.2001
Aber er negiert die alte Interpretation nicht, er assimiliert sie.
Die Zeit, 18.12.1970, Nr. 51
Damit negiert er sein eigenes erfülltes Sein und depraviert sein Wesen.
Rott, W.: Sünde und Schuld. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 34625
Hier hat er erstmals die Funktionstonalität restlos negiert und den »Stil der absoluten Freiheit« gefunden.
Gudewill, Kurt u. a.: Lied. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 40947
Das Monument hat einen Sockel, reduziert und negiert ihn aber auch zugleich.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 226
Zitationshilfe
„negieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/negieren>, abgerufen am 10.12.2019.

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