Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

neidisch

Grammatik Adjektiv
Worttrennung nei-disch
eWDG

Bedeutung

von Neid erfüllt, missgünstig
Beispiele:
ein neidischer Mensch, Nachbar, Blick
jmdn., etw. mit neidischen Augen ansehen
sei nicht so neidisch!
jmdn., etw. neidisch anschauen
auf einen Gewinner, auf jmds. Erfolge neidisch sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Neid · neiden · beneiden · neidisch · neidig · Neidhammel
Neid m. ‘Mißgunst’, ahd. nīd (8. Jh.), mhd. nīt (Genitiv nīdes) ‘feindselige Stimmung, Kampfesgrimm, Groll, Eifer, Arg’, asächs. nīð, mnd. nīt, auch ‘Haß, Ingrimm’, mnl. nijt, nl. nijd, afries. nīth, aengl. nīþ ‘Streit, Feindschaft, Angriff, Haß, Übel, Verdruß’, anord. nīð ‘Hohn, Beschimpfung, Schmach’, got. neiþ, germ. *nīþa-. Vergleicht man kelt. Formen wie kymr. nwyd ‘Leidenschaft’ und air. nīth ‘Kampf’, so können ie. *neito-, *nīto- und ie. *nītu- ‘Leidenschaft’ angesetzt werden. Wieweit diese Bildungen mit Dentalsuffix den semantisch sehr weit gefaßten Ansatz einer Wurzel ie. *nei-, *nī̌- ‘lebhaft bewegt, erregt sein, glänzen’ (zu der auch lat. nitēre ‘glänzen, blinken’ zu stellen ist) stützen bzw. ermöglichen, ist umstritten. neiden Vb. ‘mißgönnen’, ahd. nīdōn ‘neidisch sein, hassen’ (8. Jh.), mhd. (meist mit sekundärer starker Flexion) nīden; dazu beneiden Vb. ‘jmdm. gegenüber Neid empfinden, mißgünstig sein’, mhd. benīden. neidisch Adj. ‘mißgünstig, von Neid geleitet’, mhd. nīdesch, nīdisch; daneben (bis ins 18. Jh.) gleichbed. neidig Adj. ahd. nīdīg (8. Jh.), mhd. nīdic, nīdec ‘feindselig, eifersüchtig, mißgönnend’. Neidhammel m. ‘neiderfüllter Mensch’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
missgünstig · mit Neid · neiderfüllt · neidvoll  ●  neidhaft  schweiz. · neidig  landschaftlich · neidisch  Hauptform · scheelsüchtig  veraltet · abgünstig  geh., veraltet · scheel  ugs. · schiefmäulig  ugs., veraltend
Assoziationen
  • Eifersucht · Missgunst · Neid  ●  Scheelsucht  veraltet
  • (jemandem) nichts gönnen  ●  (jemandem) das Salz in der Suppe nicht gönnen  sprichwörtlich · (jemandem) nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen  sprichwörtlich · (jemandem) nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen  sprichwörtlich · (jemandem) nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnen  sprichwörtlich · (jemandem) nicht die Butter auf dem Brot gönnen  sprichwörtlich
Synonymgruppe
eifersüchtig · neidisch

Typische Verbindungen zu ›neidisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›neidisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›neidisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war oft kleinmütig und fast neidisch auf andere Künstler. [Sapper, Agnes: Werden und Wachsen, Hannover: Gundert 1967 [1910], S. 281]
Bewundernd und staunend, hämisch und neidisch starrten ihr von rechts und links Hunderte von Augen entgegen. [Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2683]
Zum Schluß wird man neidisch auf jeden schönen Balkon in der Stadt. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 04.04.1928]
Waren ihm die aufgeweckten, aber weniger begabten, weniger ernsthaften und zielstrebigen Geschwister neidisch? [konkret, 1993]
Entrüste Dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter. [Der Tagesspiegel, 23.06.2002]
Zitationshilfe
„neidisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/neidisch>.

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