Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nein

Grammatik Partikel
Aussprache 
Wortbildung  mit ›nein‹ als Erstglied: Nein-Parole · Nein-Sager · Nein-Stimme · Neinparole · Neinsager · Neinstimme
 ·  mit ›nein‹ als Grundform: Nein · verneinen
Mehrwortausdrücke  aber nein doch · aber nicht doch · nein doch · nicht doch
eWDG

Bedeutungen

1.
drückt Ablehnung, Widerspruch aus
Grammatik: betont
in gegensätzlicher Bedeutung zu ja
a)
als Antwort auf eine Frage
Beispiele:
»kommst du mit?« »Nein«
»seid ihr fertig?« »Nein, noch nicht«
umgangssprachlich bekräftigend
Grammatik: in Ausrufen
Beispiele:
[freudig überrascht:] ach, o nein!
[freudig überrascht:] nein, ist das eine Freude!
[ärgerlich:] nein doch!
[ärgerlich:] aber nein!
[ärgerlich:] nein, so etwas!
[ärgerlich:] nein, zum Donnerwetter!
b)
Beispiele:
nein sagen (= etw. ablehnen)
er kann schwer nein sagen
umgangssprachlichda sage ich nicht nein (= da mache ich mit)
ein glattes, klares, entschiedenes, hartes Nein
jmdm. ein Nein entgegensetzen
nicht Ja und nicht Nein sagen (= keine klare Stellung beziehen)
bei seinem Nein bleiben
mit (einem) Ja oder Nein (auf eine Frage) antworten
mit Ja oder Nein stimmen
2.
umgangssprachlich verstärkt eine Ablehnung   keinesfalls
Grammatik: betont
Beispiele:
nein, das geht entschieden zu weit
nein, alles, was sich gehört
nein, nein und abermals nein
und ich soll mir das mitansehen. Nein [ BaierlFlinz6]
3.
in fragendem Ton, einen möglichen Widerspruch einräumend
Beispiele:
das ist doch sehr interessant, nein?
Eigentlich ist es furchtbar lustig, nein? [ KästnerLottchen24]
4.
dient zur Anreihung an eine vorangegangene verneinte oder verneint zu verstehende Feststellung
a)
Grammatik: dient zur losen Anreihung eines Satzes
Beispiele:
das war nicht schön von ihm, nein, das zeigte wenig Verständnis
Das war kein Verrat, nein; er paßte ja nicht für sich selber auf die Fahrräder auf, sondern für Adam [ SchnurreRechnung41]
b)
vielmehr
Grammatik: dient zur steigernden Anreihung eines Satzgliedes
Beispiele:
das ist nicht bloß dumm, nein leichtsinnig
Hunderte, nein Tausende waren begeistert
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nein · nee · verneinen · Verneinung
nein Adv. eine verneinende, ablehnende Antwort auf eine Frage ausdrückend, ahd. (9. Jh.), mhd. nein, asächs. mnd. nēn, mnl. neen, nein, nl. neen setzt sich zusammen aus der Verneinungspartikel ahd. ni (8. Jh.), mhd. ne, asächs. ni, ne, mnd. , got. ni und der neutr. Form des unbestimmten Artikels (s. ein1 Num.), so daß von einer Bedeutung ‘nicht eins’ auszugehen ist. Der Verneinungspartikel (auch in nicht, nie, niemand, s. d.) entsprechen außergerm. aind. ‘nicht’, griech. ne- (νε-) in nēl(e)ḗs (νηλ(ε)ής) ‘ohne Mitleid, erbarmungslos’, lat. ne- in nescīre ‘nicht wissen’, air. ne- in nech ‘irgend jemand’, aslaw. aruss. ne, russ. ne (не). Verwandt sind lat. ‘nicht, daß nicht’, got. ‘nein’, lat. , alat. nei ‘nicht, daß nicht, wenn nicht’. Auszugehen ist von ie. *ne, *nē, *nei als Satznegation; einzelsprachlich allerdings ist besonders ie. *ne oft zur Wortnegation geworden (dazu s. auch un-). Der Bildungsweise von nein vergleichen sich aengl. nān, engl. none, afries. nān, nēn, anord. neinn ‘irgendein, kein’ sowie lat. nōn, alat. noenum (aus *noinom) ‘nicht’. In der Umgangssprache (wohl aus dem Nordd.) nee, literarisch (auch ne, in der Doppelung ne, ne) seit dem 16. Jh. – verneinen Vb. ahd. firneinen (11. Jh.), mhd. verneinen; Verneinung f. (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
auf gar keinen Fall · auf keinen Fall · ausgeschlossen · keineswegs · mitnichten · nicht doch!  ●  nein  Hauptform · Fehlanzeige  ugs. · Gott behüte!  ugs. · Nachtigall, ick hör dir trapsen.  ugs., Spruch, berlinerisch · denkste  ugs. · ist nicht  ugs. · kein Gedanke  ugs. · keine Spur  ugs. · mit Nichten und mit Neffen (Kalauer)  ugs., Spruch · naa  ugs., süddt. · nee  ugs., regional · negativ  fachspr., Jargon · nicht im Entferntesten  geh. · nicht im Geringsten  geh. · nichts da  ugs. · nix da  ugs. · nä  ugs. · nö  ugs. · von wegen!  ugs. · weit gefehlt  geh.
Assoziationen
  • alles andere als · bei allem, was recht ist, nicht · beileibe nicht · bestimmt nicht · durchaus nicht · gewiss nicht · in der Tat nicht · sicher nicht · sicherlich nicht · wahrhaftig nicht · wahrlich nicht  ●  wirklich nicht  Hauptform · mitnichten  geh. · nicht wirklich  ugs. · nun wirklich nicht  geh. · weiß Gott nicht  ugs.
  • absolut nie · auf gar keinen Fall · keineswegs · nicht in diesem Leben · nie und nimmer · nie und nirgends · nimmerdar · nimmermehr · zu keinem Zeitpunkt · zu keiner Zeit  ●  nie  Hauptform · niemals  Hauptform · im Leben nicht  ugs. · nie im Leben  ugs.
  • (ein) Nein · Abfuhr · Ablehnung · Absage · Nichtanerkennung · Rückweisung · Verneinung · Verweigerung · Weigerung · Zurückweisung  ●  Abweisung  fachspr., juristisch · Exkusation  fachspr., juristisch, veraltet, lat.
  • jedenfalls nicht · nur nicht  ●  bloß nicht  ugs. · ja nicht  ugs. · soll mir nicht  ugs.
  • aber nein! · aber nicht doch! · oh nein!
Synonymgruppe
(ist) abgelehnt · kommt nicht in Frage · nein  ●  negativ  Jargon
Assoziationen
  • (ab jetzt) verboten · kein (...) mehr  ●  (es ist) Essig (mit)  ugs. · (es) hat sich ausge...  ugs. · (für jemanden) gestrichen (sein)  ugs.

Verwendungsbeispiele für ›nein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit 25 Jahren bekam ich ein Angebot, zu dem man eigentlich nicht NEIN sagen konnte. [Bild, 22.08.2003]
Ein NEIN zum Blitz‑Einsatz beim VfB hört sich anders an. [Bild, 02.09.2004]
Aber schon jetzt stellt man sich beim Bausenat auf ein NEIN ein. [Bild, 04.04.2000]
Vermutlich würde eine ordentliche Statistik, eine seriös gemachte Umfrage, ein eindeutiges NEIN provozieren. [Der Tagesspiegel, 19.12.2003]
Wenn Ihr auch nur ein einziges Mal »NEIN« sagt, wird Eure Menschennatur gerettet sein. [Süddeutsche Zeitung, 27.04.2002]
Zitationshilfe
„nein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nein>.

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