nennen

GrammatikVerb · nannte, hat genannt
Aussprache
Worttrennungnen-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›nennen‹ als Erstglied: ↗Nennbetrag · ↗Nennform · ↗Nenngröße · ↗Nennleistung · ↗Nennonkel · ↗Nennspannung · ↗Nenntante · ↗Nennwert · ↗Nennwort · ↗nennbar · ↗nennenswert
 ·  mit ›nennen‹ als Letztglied: ↗umnennen  ·  mit ›nennen‹ als Grundform: ↗benennen · ↗ernennen · ↗genannt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
jmdm., einer Sache eine sprachliche Kennzeichnung geben
a)
jmdm. einen Namen, einer Sache eine Bezeichnung geben, jmdn., etw. benennen
Beispiele:
wir wollen unseren Sohn ›Günter‹ nennen
wir nennen ihn nach dem Großvater
es ist eine Größe zu suchen, nennen wir sie x
b)
einen (festgelegten) Namen, eine (festgelegte) Bezeichnung für etw., jmdn. gebrauchen
Beispiele:
jmdn. beim Vornamen nennen
er heißt Johannes, aber alle nennen ihn nur Hänschen, den Dicken
Friedrich III., genannt der Weise (= Friedrich III. mit dem Beinamen der Weise)
er lässt sich ›Herr Direktor‹ nennen (= er lässt sich mit »Herr Direktor« anreden)
die Überlagerung von Wellen nennen wir, nennt man Interferenz, wird Interferenz genannt
wir nennen es Schornstein, in anderen Gegenden heißt es Kamin
Wenn die jungen Grafen ... von Petrus Leonis sprachen, so nannten sie ihn niemals bei Namen, sondern sie nannten ihn »er« [le FortPapst151]
etw., das Kind beim (rechten) Namen nennenetw. deutlich, ohne Umschweife aussprechen
Beispiel:
nennen wir doch die Dinge beim Namen
»jmdn. nennen« + Nomen
jmdn. als etw. bezeichnen
Beispiele:
er hat mich gestern (laut, vor allen Leuten) einen Dummkopf genannt
er hat ihn klug, tapfer, feige genannt
sie feierten ihn und nannten ihn ihren Retter
wie kannst du unseren Freund einen Fremden nennen!
seine Schüler nennen ihn ein Genie
er ist wirklich kein Meister zu nennen
er ist genau das, was man einen Karrieristen zu nennen pflegt
Martin nennt Karl seinen Freund (= Karl ist Martins Freund)
»etw. nennen« + Nomen, Inf. oder Part. Prät.
Beispiele:
das nenne ich Glück (gehabt)
das nennt man Mut, Tüchtigkeit, klug, tapfer
nennen Sie es Fleiß, Genie oder wie immer Sie wollen
das nennt man umsichtig handeln
und das nennst du ›arbeiten‹?
bist du krank? Nun, ›krank‹ kann man das nicht nennen
das nenne ich gut gegessen
gehoben jmd. nennt etw. sein Eigenetw. gehört jmdm.
Beispiel:
ich nenne ein Häuschen mein Eigen
c)
sich nenneneinen Namen, eine Bezeichnung führen
Beispiele:
Herr N nennt sich (= führt das Pseudonym) X
wie nennt sich (= welche Berufsbezeichnung führt) eigentlich Herr N? Herr N nennt sich Chemotechniker
erst nach der Meisterprüfung darf er sich Malermeister nennen
»sich nennen« + Nomen, Inf. oder Part. Prät.
spöttisch etw. zu sein behaupten, eine Bezeichnung fordern
Beispiele:
er nennt sich Dichter, Direktor, Baron
umgangssprachlich (und) so etwas nennt sich (nun) Fachmann, Experte, erwachsen, schön
umgangssprachlich er ging bis zur nächsten Ecke und kam zurück – das nennt sich spazierengehen
2.
etw., jmdn. anführen, angeben, erwähnen
Beispiele:
es wurden verschiedene Namen genannt
der Lehrer hat einige von euch genannt, aber du warst nicht unter den Genannten
im Programm ist N unter den Mitwirkenden genannt
als möglicher Nachfolger des Ministers wird N genannt
nennen Sie bitte einige Beispiele!
einen Termin nennen
jmdm. eine Adresse nennen
können Sie mir einen guten Arzt nennen?
die weiter oben im Text genannten Thesen
etw., mehrere Personen in einem Atemzug nennenetw., mehrere Personen gleichzeitig, kurz hintereinander nennen
Beispiel:
so verschiedene Persönlichkeiten kann man schlechterdings nicht in einem Atemzuge nennen
seinen Namen nennenseinen Namen sagen
Beispiele:
nennen Sie bitte Namen, Geburtstag, Adresse
N stellte sich vor, nannte seinen Namen
nennen Sie den Täter, wenn Sie ihn kennen!
Sport jmdn. (für einen Wettbewerb) melden, benennen
Beispiel:
eine Mannschaft, drei Atlethen nennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nennen · Nenner
nennen Vb. ‘mit Namen anführen, einen Namen geben’, ahd. nemnen (8. Jh.), mit Assimilation nemmen (um 800) und nennen (9. Jh.), mhd. nemmen, nennen ‘einen Namen geben, mit Namen nennen, festsetzen, bestimmen’, asächs. nemnian, mnd. nennen, aengl. nemnan, anord. nefna, schwed. nämna, got. namnjan (germ. *namnjan) ist eine Ableitung von dem unter ↗Name (s. d.) behandelten Substantiv. Auf einer Ablautform westgerm. *nōmijan beruhen mhd. benuomen ‘namhaft machen’, mnd. nȫmen, mnl. nl. noemen, afries. nōmia ‘nennen’. Nenner m. ‘Zahl unter dem Bruchstrich’, Übersetzung (Anfang 16. Jh.) von mlat. denominator; zuvor (Ende 15. Jh.) vereinzelt für lat. nōminātīvus (s. ↗Nominativ).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Namen haben · (den) Namen tragen · (der) Name ist · (der) Name lautet · ↗(die) Bezeichnung (...) tragen · (sich) bezeichnen (als) · (sich) nennen · angesprochen werden (können) als · bezeichnet werden als · ↗darstellen · ↗figurieren (als) · ↗firmieren (als) · ↗firmieren (unter) · ↗fungieren (als) · genannt werden · ↗heißen · man nennt (ihn)  ●  (sich jemanden) als etwas vorstellen müssen (lit.)  geh. · ↗(sich) schimpfen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Bedeutung haben · ↗(einer Sache) gleichkommen · ↗bedeuten · ↗bilden · ↗darstellen · gleichzusetzen sein (mit) · ↗sein
  • (eine) geborene (...) · ↗geb. (...) · ihr Geburtsname ist · ihr Mädchenname ist (...) · ihr früherer Name ist · ihr vormaliger Familienname ist · mit Geburtsnamen · mit Mädchennamen
Synonymgruppe
(jemanden als / mit etwas) titulieren · ↗(jemanden als etwas) hinstellen · ↗deklarieren (zu / als) · nennen  ●  bezeichnen als  Hauptform · ↗(jemanden als etwas) apostrophieren  geh. · ↗(jemanden etwas) heißen  geh., veraltet
Synonymgruppe
(alle) nennen · ↗(einzeln) angeben · Punkt für Punkt nennen · ↗anführen (Beispiele, Gründe ...) · ↗aufführen (= nennen) · ↗auflisten · ↗aufsagen · ↗aufzählen · einzeln nennen · ↗herunterbeten · ↗vorbringen · ↗vortragen (z.B. vor Gericht)
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) berufen auf · ↗anführen · geltend machen · nennen · verweisen auf · ↗vorbringen · ↗zitieren  ●  ins Feld führen (Argument)  fig., militärisch, Hauptform
Assoziationen
Synonymgruppe
(be)nennen · (den/die) Namen nennen (von) · namentlich (be)nennen  ●  (den/die) Namen sagen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atemzug Begründung Beispiel Detail Einzelheit Freund Grund Kursziel Name Namen Sprecher Summe Termin Ursache Zahl Ziel Zusammenhang auch dafür er es heute ich man nicht nur selbst sie so wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nennen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie nennt ihn einen "klugen Kopf", er schätzt ihre Erfahrung.
Die Zeit, 14.10.2013, Nr. 41
Die Anzahl der Bytes, die in einem Speicher untergebracht werden können, nennt man seine "Kapazität".
Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 22
Jetzt sei es nicht namentlich genannt, doch wenn man von der Europäischen Sicherheit spreche, sei tatsächlich jene Frage gemeint.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1965]
Auch hier nennt man meist die aus der mütterlichen Linie stammenden Allele zuerst.
Bresch, Carsten: Klassische und molekulare Genetik, Berlin u. a.: Springer 1965 [1964], S. 34
Leider kann ich Ihnen diese Namen jetzt nicht nennen; aber wenn es nötig ist, so glaube ich, daß es möglich sein wird, diese Namen anzugeben.
o. A.: Einhundertneunundsechzigster Tag. Dienstag, 2. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 12316
Zitationshilfe
„nennen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nennen>, abgerufen am 22.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Nennbetrag
nennbar
Nemesis
Nematozid
Nematode
nennenswert
Nenner
Nennfall
Nennform
Nennformsatz