nichts

GrammatikIndefinitpronomen · indeklinabel
Wortbildung mit ›nichts‹ als Erstglied: ↗Nichtskönner · ↗Nichtsnutz · ↗Nichtstuer · ↗Nichtstun · ↗Nichtswisser · ↗nichtsahnend · ↗nichtsdestominder · ↗nichtsdestotrotz · ↗nichtsdestoweniger · ↗nichtssagend · ↗nichtswürdig
 ·  mit ›nichts‹ als Grundform: ↗Nichts
eWDG, 1974

Bedeutung

stellt eine Sache in Abrede   nicht etwas, kein Ding
a)
in subst. Verwendung
Beispiele:
»was hast du gesehen?« »Nichts
alles oder nichts!
er hat nichts gehört, gesagt, geahnt, getan, gegessen
sie weiß nichts
ich tue ihm nichts
er will nichts davon sehen, hören
umgangssprachlich er will von ihm nichts wissen (= er lehnt ihn ab)
dabei haben wir uns nichts gedacht
salopp er kannte da nichts (= er ließ sich davon nicht abhalten)
sie hat ihn beleidigt, aber er macht sich [Dativ] nichts daraus (= nimmt es nicht ernst)
umgangssprachlich ich finde nichts dabei (= ich habe dabei keine Bedenken)
wir haben nichts dagegen
ich glaube nichts, was ich nicht mit eigenen Augen gesehen habe
das geht mich nichts an
das schadet nichts!
das macht nichts!
salopp mit dem Spaziergang, damit ist es nichts
daraus wird nichts! (= das kommt nicht zustande!)
umgangssprachlich ihn kann so leicht nichts erschüttern
umgangssprachlich auf ihn lasse ich nichts kommen
mit ihr hat man nichts (weiter) als Ärger
wenn es weiter nichts ist ...
nichts als die Wahrheit sagen
nichts ist verkehrter, als wegzulaufen
salopp nichts wie nach Hause!
salopp nichts wie weg!
in verstärkter Verneinung
Beispiele:
gar nichts, ganz und gar nichts
umgangssprachlich rein nichts wissen
mit Präposition
in Verbindung mit »für«
Beispiele:
umgangssprachlich für nichts und wieder nichts hat er sich abgemüht (= umsonst hat er sich abgemüht)
umgangssprachlich für nichts ist nichts
in Verbindung mit »in«
Beispiel:
sie ähnelt in nichts einem Star, gleicht ihr in nichts
in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
er ist mit nichts zufrieden, ist mit nichts angekommen
in Verbindung mit »um«
Beispiel:
sprichwörtlich viel Lärm um nichts
in Verbindung mit »von«
Beispiel:
sprichwörtlich von nichts kommt nichts
in Verbindung mit »vor«
Beispiel:
vor nichts zurückschrecken
in Verbindung mit »zu«
Beispiel:
er hat es zu nichts gebracht
mit Inf. + »zu«
Beispiele:
ich habe nichts zu lesen
umgangssprachlich ich habe nichts zum Lesen
wir haben nichts zu essen, trinken
umgangssprachlich bei dem hat er nichts zu lachen
abgeblasst
Beispiele:
mir nichts, dir nichts war er weg (= plötzlich war er weg)
nichts für ungut! (= nehmen Sie es mir nicht übel!)
b)
attributiv vor substantivischem Adjektiv
Beispiele:
er ahnte nichts Böses
es gab nichts Neues
er lernte dort nichts Rechtes
ihn erwartete nichts Gutes
nichts Lebendes war weit und breit zu sehen
sie hatte nichts anderes vor
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicht · nichtig · Nichtigkeit · nichts · Nichts · nichtsdestoweniger · nichtswürdig
nicht Adv. der Verneinung. Ahd. niowiht (8. Jh.), mhd. niwiht, niweht, niht, asächs. nio-, neo-, niewiht, mnd. nicht, niet, mnl. nl. niet, afries. nāwet, naut, nāt, aengl. nōwiht, engl. nought sowie got. ni waíht ‘nichts’ ist zusammengerückt aus *na aiwin wihtes, der unter ↗nein (s. d.) angeführten Verneinungspartikel (ahd. ni), dem unter ↗je (s. d.) dargestellten Wort (ahd. io) und dem unter ↗Wicht (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. wiht ‘Wesen, Ding’, als substantivisches Pronomen ‘etwas’). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich daher etwa ‘nicht irgendein Ding’. Ahd. niowiht und mhd. niwiht, niht wird als Pronominalsubstantiv verwendet (vgl. mhd. diu trügevreude ist ein niht) und kann als Verstärkung zur Negationspartikel hinzutreten, vgl. mhd. ich enweiʒ (es) niht. Seit dem 12. Jh. schwindet die dem Verb vorangestellte Partikel, so daß niht allein die negierende Funktion übernimmt, vgl. mhd. ich weiʒ (es) niht. Reste substantivischen Gebrauchs sind erhalten in mitnichten, mhd. mit nihten (aus mit nihte niht), und zunichte (machen), mhd. ze nihte (aus ze nihte niht); s. auch unten nichts. nichtig Adj. ‘ungültig, unwichtig, unwesentlich, wertlos’ (15. Jh.); für nichtig achten (16. Jh.), erklären (18. Jh.). Nichtigkeit f. ‘Ungültigkeit, Bedeutungslosigkeit, Wertloses’, mhd. nihtecheit, nihtekeit ‘Nichts’. Vgl. ahd. niwihtheit f. ‘Albernheit, Nichtigkeit’ (um 1000), mhd. nihtheit, frühnhd. Nichtheit (15. Jh.). nichts Indef.pron. mhd. nihtes (aus nihtes niht ‘nichts von nichts’), erstarrter Genitiv des ehemaligen Substantivs niht n. (s. oben), bis ins 18. Jh. in der Form nichtes. Erneut substantiviert (und mit dem bestimmten, seltener unbestimmten Artikel gebraucht) Nichts n. (16. Jh.). Auf einer alten genitivischen Fügung beruhen auch nichtsdestoweniger Konj. ‘dennoch, trotzdem’ (Ende 15. Jh.) und nichtswürdig Adj. ‘niederträchtig, ehrlos’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
nichts · nil · ↗null · weit und breit nichts  ●  ↗nix  ugs.
Assoziationen
  • (daran ist) nicht zu denken · absolut nicht · alles andere als · auf (gar) keinen Fall · auf keinem Wege · bei weitem nicht · durchaus nicht · egal, wie man es betrachtet, nicht · ganz und gar nicht · ganz und gar unmöglich · gar nicht · in keiner Beziehung · in keiner Weise · in keinerlei Hinsicht · in keinster Weise · jetzt nicht und überhaupt niemals · kein bisschen · ↗keinesfalls · ↗keineswegs · ↗mitnichten · nicht im Entferntesten · nicht im Geringsten · nicht im Mindesten · nicht um ein Haar · nicht und niemals · partout nicht · um kein Haar · unter keinen Umständen · völlig ausgeschlossen · wie auch immer nicht · überhaupt nicht  ●  nicht  Hauptform · hinten und vorne nicht  ugs. · i wo!  ugs., veraltend · mitnichten und mit Neffen  ugs., scherzhaft
Zitationshilfe
„nichts“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nichts>, abgerufen am 25.05.2019.

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