Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

nichtswürdig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung nichts-wür-dig
Wortzerlegung nichts würdig
Wortbildung  mit ›nichtswürdig‹ als Erstglied: Nichtswürdigkeit
eWDG

Bedeutung

verachtungswürdig, gemein
Beispiele:
ein nichtswürdiger Mann, Verräter
abwertend nichtswürdiges Gesindel
nichtswürdige Gedanken, Streitigkeiten
er musste sich [Dativ] die nichtswürdigsten Dinge nachsagen lassen
sich nichtswürdig benehmen
Aus meinem Angesicht, Nichtswürdiger! [ SchillerStuartIV 6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicht · nichtig · Nichtigkeit · nichts · Nichts · nichtsdestoweniger · nichtswürdig
nicht Adv. der Verneinung. Ahd. niowiht (8. Jh.), mhd. niwiht, niweht, niht, asächs. nio-, neo-, niewiht, mnd. nicht, niet, mnl. nl. niet, afries. nāwet, naut, nāt, aengl. nōwiht, engl. nought sowie got. ni waíht ‘nichts’ ist zusammengerückt aus *na aiwin wihtes, der unter nein (s. d.) angeführten Verneinungspartikel (ahd. ni), dem unter je (s. d.) dargestellten Wort (ahd. io) und dem unter Wicht (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. wiht ‘Wesen, Ding’, als substantivisches Pronomen ‘etwas’). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich daher etwa ‘nicht irgendein Ding’. Ahd. niowiht und mhd. niwiht, niht wird als Pronominalsubstantiv verwendet (vgl. mhd. diu trügevreude ist ein niht) und kann als Verstärkung zur Negationspartikel hinzutreten, vgl. mhd. ich enweiʒ (es) niht. Seit dem 12. Jh. schwindet die dem Verb vorangestellte Partikel, so daß niht allein die negierende Funktion übernimmt, vgl. mhd. ich weiʒ (es) niht. Reste substantivischen Gebrauchs sind erhalten in mitnichten, mhd. mit nihten (aus mit nihte niht), und zunichte (machen), mhd. ze nihte (aus ze nihte niht); s. auch unten nichts. nichtig Adj. ‘ungültig, unwichtig, unwesentlich, wertlos’ (15. Jh.); für nichtig achten (16. Jh.), erklären (18. Jh.). Nichtigkeit f. ‘Ungültigkeit, Bedeutungslosigkeit, Wertloses’, mhd. nihtecheit, nihtekeit ‘Nichts’. Vgl. ahd. niwihtheit f. ‘Albernheit, Nichtigkeit’ (um 1000), mhd. nihtheit, frühnhd. Nichtheit (15. Jh.). nichts Indef.pron. mhd. nihtes (aus nihtes niht ‘nichts von nichts’), erstarrter Genitiv des ehemaligen Substantivs niht n. (s. oben), bis ins 18. Jh. in der Form nichtes. Erneut substantiviert (und mit dem bestimmten, seltener unbestimmten Artikel gebraucht) Nichts n. (16. Jh.). Auf einer alten genitivischen Fügung beruhen auch nichtsdestoweniger Konj. ‘dennoch, trotzdem’ (Ende 15. Jh.) und nichtswürdig Adj. ‘niederträchtig, ehrlos’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›nichtswürdig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nichtswürdig‹.

Verwendungsbeispiele für ›nichtswürdig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb wissen wir verheirateten Männer: die Arbeit von Frauen ist viel mehr wert als die von uns nichtswürdigen Männern. [Die Welt, 26.05.2003]
Aus der rauschenden Leere in seinem Kopf schlängelt sich ein dünner, nichtswürdiger Satz. [Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 104]
Der nichtswürdige Hui, dessen Arm philosophische Zerstreutheit mißleitete, zerbrach sie. [Die Zeit, 24.01.1949, Nr. 04]
Es geht ja nicht um einen nichtswürdigen Wahlsieg – es geht ums grüne Sein als solches! [Der Tagesspiegel, 07.03.2000]
Profis, die gerade nichts zu tun haben, nutzen diese Leere und platzieren nichtswürdige Geschichten. [Der Tagesspiegel, 04.01.2004]
Zitationshilfe
„nichtswürdig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nichtsw%C3%BCrdig>.

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