nicken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungni-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›nicken‹ als Letztglied: ↗abnicken
eWDG, 1974

Bedeutung

den Kopf senken und wieder heben
a)
den Kopf senken und wieder heben zum Zeichen der Bejahung, Zustimmung
Beispiele:
»ja, gewiss«, sagte er und nickte
er antwortete nicht, nickte nur stumm, kurz, einmal, mehrmals
mit dem Kopfe nicken
beifällig, zustimmend, entschieden, freudig, nachdenklich, anerkennend, zufrieden, verständnisvoll nicken
sie begleitete ihre Antwort mit eifrigem Nicken (des Kopfes)
Gabriele, in ihrer lässigen Art ... nickte Zustimmung [Feuchtw.Füchse353]
b)
den Kopf senken und wieder heben zum Zeichen des Grußes
Beispiele:
grüßend nicken
er grüßte mit kurzem Nicken
»Gute Nacht«, sagte sie ... und nickte lächelnd [RennKrieg244]
bildlich
Beispiele:
Blumen, Blüten nicken (= bewegen sich auf und nieder) im Wind
die Federn auf ihrem Hut nickten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicken1 · nicken2 · einnicken
nicken1 Vb. ‘(den Kopf) auf und ab bewegen, niederbeugen’ (zum Zeichen des Grußes oder der Bestätigung), ahd. (h)nicken (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nicken, nl. nikken. Das nur im Kontinentalwestgerm. bezeugte schwache Verb (dän. nikke, schwed. nicka sind aus dem Mnd. entlehnt) ist ein Kausativum mit Intensivgemination zu dem unter ↗neigen (s. d.) dargestellten Verb, also eigentlich ‘niedersinken machen, zur Verneigung bringen’ (zum Zeichen der Unterwerfung). In früher Zeit in breiter (vielfach übertragener) Verwendung, ausgehend von (transitiv) ‘jmdn. niederbeugen, -drücken’, (intransitiv) ‘sich niederbeugen, niedersinken’, z. B. ahd. mhd. ‘(nieder)beugen, niederdrücken, abweichen’ sowie ‘(durch Körper- bzw. Kopfbewegung) sich (hin)neigen, zustimmen, zuerkennen’; vgl. auch ahd. bi(h)nicken ‘erdrücken, übertölpeln, überwältigen, verbergen’, mhd. benicken ‘(sich) beugen, niederdrücken’, ahd. gi(h)nicken ‘jmdn. etw. antun, hart bedrücken, überwältigen’, mhd. genicken ‘(sich) neigen, sinken, demütigen’, ahd. fir(h)nicken ‘vernichten, zerstören, vereiteln’, mhd. vernicken ‘herabbeugen, unterdrücken, demütigen’, ahd. int(h)nicken ‘sich niederlassen, niederkauern, senken’, ahd. nidar(h)nicken ‘zusammenziehen, niederdrücken, übertölpen’. Im Frühnhd. schwächt sich diese Bedeutungsvielfalt ab, im Nhd. nur noch meist intransitiv (mit dem Kopf, mit den Augen) nicken, seltener transitiv (den Kopf, Dank, Zustimmung) nicken. Vom heutigen Standpunkt aus ist hierherzustellen seit dem Ahd. bezeugtes nicken2 Vb. ‘leicht und kurz schlafen’, das, obwohl auf anderer Grundlage beruhend, im Nhd. mit ↗nicken (s. d.) lautlich und, im Sinne von ‘im Sitzen (ein)schlafen, wobei der Kopf nach vorn sinkt’, auch semantisch zusammengefallen ist. Vgl. ahd. intnucken (10./11. Jh.), mhd. entnucken, entnücken, entnicken ‘einschlafen, entschlummern’, auch nhd. (obd.) entnucken ‘(sitzend) einschlafen’; hierzu auch schweiz. Nuck ‘Schläfchen, kurzer Schlummer’, dafür hd. Nickerchen, ein Nickerchen machen. Auszugehen ist von mhd. nücken bzw. (md.) nucken ‘den Kopf bewegen, (vom Pferd) stutzen, mit sinkendem Kopf einschlafen’, mnd. nucken ‘drohend oder trotzig den Kopf bewegen’. Umlauthemmendes -kk- ist noch wirksam in den Mundarten (bair. schweiz. nucken), sonst nücken, das sich entrundet leicht an ↗nicken anschließt. Heute vornehmlich einnicken Vb. ‘in einen leichten Schlaf, Schlummer fallen, im Sitzen einschlafen’ (18. Jh.); bildlich ‘friedlich und sanft sterben’ (20. Jh.). Die Herkunft dieses Verbs ist im Hinblick auf den zugrundeliegenden abweichenden Stammvokal -u- unklar. Zu ie. *neug-, einer Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *neu- ‘einen Ruck machen, nicken, winken’, wozu lat. nuere ‘nicken, sich neigen’? Oder mit ↗Nacken, ↗Nocken (s. d.) zu ie. *kneg-, *kneug-, einer Bildung zu der nur erweitert darstellbaren Wurzel ie. *ken- ‘zusammendrücken, knicken’? Oder lediglich eine intensivierende Lautvariante zu ↗nicken (s. oben)?

Thesaurus

Synonymgruppe
nicken · zustimmend den Kopf senken
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kopf Umstehende Zuhörer abnicken anerkennend artig bedächtig beifällig bestätigend dazu eifrig einnicken freundlich heftig hinüber höflich lächeln lächelnd nachdenklich nicken stumm verständig verständnisvoll wissend wohlwollend zu zufrieden zuhören zunicken zustimmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nicken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der nickt verständnisvoll, und die alte Frau hebt erneut an zu erzählen.
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2000
Schneider nickt lässig mit dem Kopf zum Rhythmus der Musik.
Der Tagesspiegel, 13.04.1999
Wie schon oft fällt ihm wieder eine lustige schlanke Blonde auf, und als sie hersieht, nickt er hin.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 216
Die Frau, an die sie die Frage richtete, nickte gleichgültig.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6828
Er nickte nur immer mechanisch mit dem Kopf vor sich hin.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10151
Zitationshilfe
„nicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nicken#1>, abgerufen am 24.10.2019.

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nicken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungni-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›nicken‹ als Letztglied: ↗einnicken
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich (im Sitzen) kurz und leicht schlafen
Beispiele:
nach dem Essen ein bisschen nicken
er hatte nur ein wenig genickt
er nickte in seinem Lehnstuhl
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicken1 · nicken2 · einnicken
nicken1 Vb. ‘(den Kopf) auf und ab bewegen, niederbeugen’ (zum Zeichen des Grußes oder der Bestätigung), ahd. (h)nicken (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nicken, nl. nikken. Das nur im Kontinentalwestgerm. bezeugte schwache Verb (dän. nikke, schwed. nicka sind aus dem Mnd. entlehnt) ist ein Kausativum mit Intensivgemination zu dem unter ↗neigen (s. d.) dargestellten Verb, also eigentlich ‘niedersinken machen, zur Verneigung bringen’ (zum Zeichen der Unterwerfung). In früher Zeit in breiter (vielfach übertragener) Verwendung, ausgehend von (transitiv) ‘jmdn. niederbeugen, -drücken’, (intransitiv) ‘sich niederbeugen, niedersinken’, z. B. ahd. mhd. ‘(nieder)beugen, niederdrücken, abweichen’ sowie ‘(durch Körper- bzw. Kopfbewegung) sich (hin)neigen, zustimmen, zuerkennen’; vgl. auch ahd. bi(h)nicken ‘erdrücken, übertölpeln, überwältigen, verbergen’, mhd. benicken ‘(sich) beugen, niederdrücken’, ahd. gi(h)nicken ‘jmdn. etw. antun, hart bedrücken, überwältigen’, mhd. genicken ‘(sich) neigen, sinken, demütigen’, ahd. fir(h)nicken ‘vernichten, zerstören, vereiteln’, mhd. vernicken ‘herabbeugen, unterdrücken, demütigen’, ahd. int(h)nicken ‘sich niederlassen, niederkauern, senken’, ahd. nidar(h)nicken ‘zusammenziehen, niederdrücken, übertölpen’. Im Frühnhd. schwächt sich diese Bedeutungsvielfalt ab, im Nhd. nur noch meist intransitiv (mit dem Kopf, mit den Augen) nicken, seltener transitiv (den Kopf, Dank, Zustimmung) nicken. Vom heutigen Standpunkt aus ist hierherzustellen seit dem Ahd. bezeugtes nicken2 Vb. ‘leicht und kurz schlafen’, das, obwohl auf anderer Grundlage beruhend, im Nhd. mit ↗nicken (s. d.) lautlich und, im Sinne von ‘im Sitzen (ein)schlafen, wobei der Kopf nach vorn sinkt’, auch semantisch zusammengefallen ist. Vgl. ahd. intnucken (10./11. Jh.), mhd. entnucken, entnücken, entnicken ‘einschlafen, entschlummern’, auch nhd. (obd.) entnucken ‘(sitzend) einschlafen’; hierzu auch schweiz. Nuck ‘Schläfchen, kurzer Schlummer’, dafür hd. Nickerchen, ein Nickerchen machen. Auszugehen ist von mhd. nücken bzw. (md.) nucken ‘den Kopf bewegen, (vom Pferd) stutzen, mit sinkendem Kopf einschlafen’, mnd. nucken ‘drohend oder trotzig den Kopf bewegen’. Umlauthemmendes -kk- ist noch wirksam in den Mundarten (bair. schweiz. nucken), sonst nücken, das sich entrundet leicht an ↗nicken anschließt. Heute vornehmlich einnicken Vb. ‘in einen leichten Schlaf, Schlummer fallen, im Sitzen einschlafen’ (18. Jh.); bildlich ‘friedlich und sanft sterben’ (20. Jh.). Die Herkunft dieses Verbs ist im Hinblick auf den zugrundeliegenden abweichenden Stammvokal -u- unklar. Zu ie. *neug-, einer Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *neu- ‘einen Ruck machen, nicken, winken’, wozu lat. nuere ‘nicken, sich neigen’? Oder mit ↗Nacken, ↗Nocken (s. d.) zu ie. *kneg-, *kneug-, einer Bildung zu der nur erweitert darstellbaren Wurzel ie. *ken- ‘zusammendrücken, knicken’? Oder lediglich eine intensivierende Lautvariante zu ↗nicken (s. oben)?

Thesaurus

Synonymgruppe
nicken · zustimmend den Kopf senken
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kopf Umstehende Zuhörer abnicken anerkennend artig bedächtig beifällig bestätigend dazu eifrig einnicken freundlich heftig hinüber höflich lächeln lächelnd nachdenklich nicken stumm verständig verständnisvoll wissend wohlwollend zu zufrieden zuhören zunicken zustimmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nicken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der nickt verständnisvoll, und die alte Frau hebt erneut an zu erzählen.
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2000
Schneider nickt lässig mit dem Kopf zum Rhythmus der Musik.
Der Tagesspiegel, 13.04.1999
Wie schon oft fällt ihm wieder eine lustige schlanke Blonde auf, und als sie hersieht, nickt er hin.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 216
Die Frau, an die sie die Frage richtete, nickte gleichgültig.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6828
Er nickte nur immer mechanisch mit dem Kopf vor sich hin.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10151
Zitationshilfe
„nicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nicken#2>, abgerufen am 24.10.2019.

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