nie

GrammatikAdverb
Aussprache
Wortbildung mit ›nie‹ als Erstglied: ↗niemalen · ↗niemals
eWDG, 1974

Bedeutung

zu keiner Zeit, zu keinem Zeitpunkt
Gegenwort zu immer
a)
überhaupt nicht
Beispiele:
das geschieht nie
an so etwas denke ich nie
er hat nie Zeit, Lust, lügt nie
nie besucht uns jemand
etw. wird nie eintreten
eine solche Gelegenheit kommt nie wieder
eine nie wiederkehrende Gelegenheit
ich will das nie, nie wieder, nie mehr tun
nie wieder Krieg!
sie ist nie wirklich jung gewesen
das war mir nie ganz klar
nie, auch in der schwersten Zeit nicht, hatte er den Mut verloren
das habe ich noch nie gesehen, gehört, getan
auf den Gedanken bin ich noch nie gekommen
noch nie war sie so glücklich wie an diesem Abend
eine nie gekannte Sehnsucht
etw. noch nie Dagewesenes
so etwas ist mir nie zuvor und nie danach vorgekommen
in dem Ort war ich einmal, später nie mehr, wieder
sprichwörtlichquäle nie ein Tier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz
nie und nimmer, nie im Leben, gar niein verstärkter Bedeutung
Beispiele:
nie und nimmer wird er das zulassen
das werde ich nie im Leben vergessen
er hat gar nie geschrieben
umgangssprachlich einmal und nie wiederAntwort, die ausdrückt, dass der Antwortende das, was einmal geschah, zu keiner Zeit, unter keinen Umständen, wiederholt sehen möchte
Beispiele:
»hast du diese Arbeit schon einmal gemacht?« »Ja, einmal und nie wieder!«
»kennst du den Ort N?« »O je, N – einmal und nie wieder!«
jetzt oder niedrückt aus, dass jemand den Zeitpunkt für eine Entscheidung, Handlung als gekommen, geeignet empfindet   jetzt kommt es darauf an, jetzt gilt es
Beispiele:
»wollen wir es ihm sagen?« »Ja, jetzt oder nie
er stand auf dem Sprungbrett: »Jetzt oder nie«, sagte er sich und sprang ab
b)
jedes Mal nicht
Grammatik: bei folgendem oder vorausgegangenem, mit »wenn« eingeleitetem temporalem Gliedsatz
Beispiele:
nie bist du zu Hause, wenn ich dich besuchen will
nie, wenn ich ins Kino gehen möchte, gehst du mit
wenn er Auto fährt, trinkt er nie Bier
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nie · niemals · niemand · nimmer · Nimmersatt
nie Adv. ‘nicht ein einziges Mal, zu keiner Zeit’, ahd. nio (8. Jh.), mhd. nie ‘niemals, durchaus nicht’, asächs. neo, nio, got. ni aiw ist zusammengerückt (*ne aiwin) aus der unter ↗nein (s. d.) behandelten Negationspartikel (ahd. ni) und dem unter ↗je (s. d.) dargestellten Wort (ahd. io ‘immer, irgendeinmal’). niemals Adv. ‘zu keiner Zeit, keinmal’ (16. Jh.), nach mhd. ē māles, ēmāles (s. ↗ehemals). niemand Indef.pron. ‘keiner, kein Mensch’, ahd. (8. Jh.), asächs. nioman, mhd. nieman, niemen, mnd. nēme(n)t, nēmant, mnl. nieman, niemen, nl. niemand, zusammengesetzt aus der oben genannten Negationspartikel und dem unter ↗jemand (s. d.) dargestellten Pronomen. Wie bei Dutzend, irgend u. a. ist auch hier auslautendes -d sekundär. nimmer Adv. ‘nicht mehr von jetzt an’, ahd. niomēr (9. Jh.), mhd. niemer, nim(m)er, mnd. nümmer, number, mnl. nemmer, nimmer, nl. nimmer, aus dem oben dargestellten Adverb nie und dem unter ↗mehr (s. d.) behandelten Komparativ; daneben nie mehr Adv. ‘nie wieder’, mhd. niemēr(e) ‘nicht mehr, nicht wieder, nicht länger’. Nimmersatt m. ‘wer nicht genug kriegen kann’ (17. Jh.), Zusammenrückung aus nimmer (s. oben) und ↗satt (s. d.), seit dem 18. Jh. auch als Adjektiv geläufig.

Thesaurus

Synonymgruppe
absolut nie · auf gar keinen Fall · ↗keineswegs · nicht in diesem Leben · nie und nimmer · nie und nirgends · ↗niemals · nimmerdar · ↗nimmermehr · zu keinem Zeitpunkt · zu keiner Zeit  ●  nie  Hauptform · im Leben nicht  ugs. · nie im Leben  ugs.
Assoziationen
  • auf gar keinen Fall · auf keinen Fall · ↗ausgeschlossen · ↗keineswegs · ↗mitnichten · nicht doch!  ●  ↗nein  Hauptform · ↗Fehlanzeige  ugs. · Gott behüte!  ugs. · Nachtigall, ick hör dir trapsen.  ugs., Spruch, berlinerisch · denkste  ugs. · ist nicht  ugs. · kein Gedanke  ugs. · keine Spur  ugs. · mit Nichten und mit Neffen (Kalauer)  ugs., Spruch · naa  ugs., süddt. · ↗nee  ugs., regional · ↗negativ  fachspr., Jargon · nicht im Entferntesten  geh. · nicht im Geringsten  geh. · nichts da  ugs. · nix da  ugs. · nä  ugs. · nö  ugs. · von wegen!  ugs. · weit gefehlt  geh.
  • (daran ist) nicht zu denken · absolut nicht · alles andere als · auf (gar) keinen Fall · auf keinem Wege · bei weitem nicht · durchaus nicht · egal, wie man es betrachtet, nicht · ganz und gar nicht · ganz und gar unmöglich · gar nicht · in keiner Beziehung · in keiner Weise · in keinerlei Hinsicht · in keinster Weise · jetzt nicht und überhaupt niemals · kein bisschen · ↗keinesfalls · ↗keineswegs · ↗mitnichten · nicht im Entferntesten · nicht im Geringsten · nicht im Mindesten · nicht um ein Haar · nicht und niemals · partout nicht · um kein Haar · unter keinen Umständen · völlig ausgeschlossen · wie auch immer nicht · überhaupt nicht  ●  ↗nicht  Hauptform · hinten und vorne nicht  ugs. · i wo!  ugs., veraltend · mitnichten und mit Neffen  ugs., scherzhaft
  • ganz bestimmt nicht tun · nicht bereit sein (zu) · nicht daran denken (zu) · nicht vorhaben (zu) · nicht wollen  ●  (den) Teufel werd ich tun  ugs. · im Traum nicht einfallen  ugs.
  • ganz bestimmt nicht tun · nicht wollen  ●  (etwas) fällt mir im Traum nicht ein  ugs. · (etwas) würde mir im Traum nicht einfallen  ugs. · den Teufel werd' ich tun (und ...)  ugs. · ich denke nicht daran!  ugs. · ich hab was Besseres zu tun (als)  ugs. · ich werd(e) den Teufel tun (und ...)  ugs. · ich werde mich hüten (zu / und ...)  ugs.
Antonyme
  • nie  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

ankommen aufgeben aufhören bekommen endend erfahren ernsthaft fertig ganz gekannt genau gesehen hinauskommen langweilig müde passieren recht richtig sicher sonderlich vergessen verlassen verlieren versiegend verzeihen völlig wiederkommen wiedersehen wirklich wissen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das nackte Bein des Mannes sollte NIE zu sehen sein.
Bild, 23.06.2003
Er gehörte einer Regierung an, die NIE durch freie Wahlen legitimiert wurde.
Bild, 10.11.2000
Einen solchen Dienst hat es auch in der Vergangenheit NIE gegeben.
Der Tagesspiegel, 18.10.2002
Zitationshilfe
„nie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nie>, abgerufen am 10.12.2019.

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