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niederbrüllen

Grammatik Verb · brüllt nieder, brüllte nieder, hat niedergebrüllt
Worttrennung nie-der-brül-len
Wortzerlegung nieder- brüllen
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

umgangssprachlich jmd. brüllt jmdn. nieder(aus Wut oder Protest) so laut brüllen, dass jmd. nichts mehr sagen kann, nicht mehr durchdringt; durch lautes Brüllen seinen Unmut gegen jmdn. äußern
siehe auch niederschreien
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: sich gegenseitig niederbrüllen
Beispiele:
Er wünsche niemandem, je in eine solche Situation zu kommen, in der man nichts mehr sagen könne, weil man sofort niedergebrüllt werde. [Der Standard, 09.12.2002]
Wer Tomaten schmeiße und Politiker niederbrülle, wie es neuerdings bei Wahlkampfauftritten der Bundeskanzlerin üblich ist, mache die offene Debatte kaputt, sagte Steinmeier. [Süddeutsche Zeitung, 20.09.2017]
Als er [Martin Luther] aufständische Bauern zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit mahnt, brüllen sie ihn nieder und übertönen ihn mit lautem Klingeln. [Bild, 30.10.2017]
Und dann war da der Schiedsrichter, der unbeirrt auf Foul pfiff – obwohl das ganze Stadion ihn niederbrüllte. [Die Welt, 25.11.2013]
Irgendwann brüllten die Demonstranten den Verwaltungschef einfach nieder, als er mit ihnen reden wollte. [Berliner Zeitung, 28.01.1998]
»Dann sind sie alle über mich hergefallen und haben mich niedergebrüllt, einer nach dem anderen – darum habe ich ja heute nachmittag auch solchen Rochus gehabt!« [Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt – Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 244]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„niederbrüllen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/niederbr%C3%BCllen>.

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