niederdeutsch
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungnie-der-deutsch (computergeneriert)
Wortzerlegungnieder1deutsch
Wortbildung mit ›niederdeutsch‹ als Letztglied: ↗mittelniederdeutsch  ·  Ableitung von ›niederdeutsch‹: ↗Niederdeutsche
eWDG, 1974

Bedeutung

siehe auch Niederdeutsch
Beispiel:
die niederdeutschen Mundarten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nieder · nieder · Niederung · niedrig · erniedrigen · Niedertracht · niederträchtig · niederdeutsch · nieden · hienieden
nieder Adv. ‘herab, herunter, hinunter, hinab, zu Boden’, ahd. nidar ‘unter’ Präp. (10. Jh.), ‘unten, herunter, herab’ Adv. (um 800), mhd. nider Adv. ‘hinunter, herunter’, asächs. niðar, mnd. nēder, mnl. nēder(e), nl. neder, neer, aengl. niþer, anord. niðr, schwed. ned sowie aind. nitarā́m ‘niederwärts, nach unten’ sind komparativische Ableitungen (ie. *nitero- ‘niederer’) von in aind. ‘nieder, herab, rückwärts, hinein’ enthaltenem ie. *ni- ‘nieder’ (s. auch ↗Nest), während verwandtes aslaw. nizъ ‘nieder, hinab, unten’, russ. vniz (вниз) ‘hinab, abwärts’ sowie griech. (episch) né͞iatos (νείατος) ‘unterster, äußerster’ auf ie. *ni-, *nei- führen. nieder Adj. ‘niedrig’, ahd. nidari ‘nieder, niedrig, tief, klein, gering’ (8. Jh.), mhd. nider(e), asächs. niðari, mnd. nēder, mnl. nēder(e), nl. neder, aengl. niþera, neoþera, engl. nether, anord. neð(ar)ri, schwed. nedre ist aus dem Adverb entwickelt. Niederung f. ‘flaches, niedrig gelegenes Land, Ebene’ (Ende 17. Jh., geläufig 19. Jh.), zuvor ‘Erniedrigung, Demütigung’, ahd. nidarunga ‘Verdammung’ (9. Jh.), mhd. niderunge ‘Erniedrigung’, mnd. nēderinge, Abstraktbildung zu ahd. nideren (um 800), mhd. nider(e)n ‘niedrig machen, herabsetzen, erniedrigen’, mnd. nēderen. niedrig Adj. ‘unten befindlich, tief gelegen, nicht hoch, gering an Wert und Würde, untergeordnet’ (16. Jh.), mnd. nēderich, Weiterbildung zum Adj. nieder. erniedrigen Vb. ‘demütigen, herabsetzen’ (16. Jh.), zu gleichbed. niedrigen (16. Jh.). Niedertracht f. ‘Gemeinheit in Gesinnung und Handlung’ (Mitte 18. Jh.), rückgebildet aus niederträchtig Adj. ‘gemein, schäbig’ (17. Jh.), ‘gesenkt, geneigt, niedrig, tiefliegend, unterwürfig, verzagt, geringen Standes’ (16. Jh.), spätmhd. nidertrehtic ‘von oben herab angesehen, gering geschätzt, verächtlich’, zu mhd. sich tragen ‘sich benehmen, betragen’ (s. ↗tragen, ↗Tracht). niederdeutsch Adj. zur Bezeichnung des (vor allem durch die 2. Lautverschiebung nicht oder kaum betroffenen) nördlichen Sprachstandes des Deutschen; zuerst auf die niederländische Sprache bezogen (2. Hälfte 15. Jh.), ausgehend wohl von der ‘niedrig gelegenen, flachen’ Beschaffenheit des Landes (vgl. Nider teutschelant, 2. Hälfte 15. Jh., und die Bezeichnung Niederlande), auch zur Kennzeichnung des dort lebenden Volkes (nider dütsch, 1. Hälfte 16. Jh.) und seiner Sprache (durchgängig seit 1641, Schottel); s. das Gegenwort ↗hochdeutsch. nieden Adv. ‘unten, in der Tiefe, auf dieser Erde’, ahd. nidana (9. Jh.), mhd. niden(e), asächs. niđana, mnl. neden(e) (vgl. nl. beneden), afries. nida, aengl. niðan, neoðan, anord. neðan aus (mit einem die Richtung angebenden Suffix -ana) germ. *niþana ‘von unten her’. Bereits Adelung erklärt: „nur noch … in der höhern poetischen Schreibart“. Entsprechend hienieden Adv. ‘hier unten, auf Erden’, ahd. hier nidana (9. Jh.), danach in der Zusammenrückung mhd. hieniden(e), mit hie, einer Nebenform von ↗hier (s. d.).
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauernhaus Bezeichnung Bibel Bühne Dialekte Dichter Hallenhaus Herkunft Humor Hörspiele Klassiker Literatur Lyrik Mundart Philologie Redensart Schriftsteller Sprache Sprachforschung Sprachgebiet Sprachraum Sprichwort Spruch Theater Tiefebene Verse Version Volkslieder Wendung mitteldeutschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›niederdeutsch‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jahrzehntelang war Heidi Kabel der Star des niederdeutschen Theaters, dessen Produktionen seit 1954 bundesweit im Fernsehen zu sehen waren.
Die Zeit, 16.06.2010 (online)
Daß es aber die moderne niederdeutsche Dichtung gibt, ist immer noch weitgehend unbekannt.
Die Welt, 20.10.2004
In Büchern für den gemeindlichen Gebrauch verwandte er noch die niederdeutsche Kirchensprache.
Jannasch, W.: Hunn(ius). In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 14980
Danzig stellt sich dabei als eine verhältnismäßig rein niederdeutsche Stadt dar.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 147
Auch entsprach es niederdeutschem Brauch, wenn die Heilige Gertrud vornehmlich in Hospitälern verehrt wurde.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 895
Zitationshilfe
„niederdeutsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/niederdeutsch>, abgerufen am 21.11.2017.

Weitere Informationen …