niederlegen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nie-der-le-gen
Wortzerlegung nieder-legen
Wortbildung  mit ›niederlegen‹ als Erstglied: ↗Niederlegung  ·  mit ›niederlegen‹ als Grundform: ↗Niederlage2
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. an einen tiefer gelegenen Ort legen, hinlegen
Beispiele:
das Messer, die Zeitung niederlegen
Kränze an einem Grab, Denkmal niederlegen
bildlich
Beispiele:
die Krone niederlegen (= als Herrscher abdanken)
die Waffen niederlegen (= die Kampfhandlungen einstellen, sich ergeben)
2.
sich zum Schlafen, Ruhen hinlegen
Beispiele:
ich möchte mich ein bisschen niederlegen
sie legte sich nieder und löschte das Licht
er wollte sich eben niederlegen
jmdn. niederlegen
Beispiel:
ein Kind niederlegen (= schlafen legen)
3.
etw. Gebautes abreißen, einebnen
Beispiele:
ein Haus, eine Mauer niederlegen
einen Baum niederlegen (= fällen)
4.
etw. beenden, abbrechen
a)
etw. aufgeben
Beispiele:
ein Amt, eine Funktion, ein Mandat niederlegen
umgangssprachlicher hat den Vorsitz niedergelegt
b)
Beispiel:
die Arbeit niederlegen (= in den Streik treten)
5.
etw. (schriftlich) niederlegenetw. niederschreiben, (urkundlich) schriftlich fixieren
Beispiele:
die Pflichten jedes Verkehrsteilnehmers sind in der Straßenverkehrsordnung niedergelegt
in diesem Buch hat N seine Ansichten, seine Theorie niedergelegt
6.
veraltet etw. hinterlegen
Beispiel:
Geld, eine Urkunde bei jmdm., einer Stelle niederlegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legen · ablegen · Ableger · anlegen · Anlage · auflegen · aufgelegt · Auflage · auslegen · Auslage · beilegen · Beilager · Beilage · einlegen · Einlage · erlegen · niederlegen · Niederlage · überlegen1 · Überlegung · überlegen2 · unterlegen · Unterlage
legen Vb. ‘zum Liegen bringen’. Das gemeingerm. bezeugte Verb ahd. leg(g)en (8. Jh.), mhd. legen (auch lecken, leggen), asächs. leggian, mnd. leggen, mnl. legghen, lēghen, nl. leggen, aengl. lecgan, engl. to lay, anord. leggja, schwed. lägga, got. lagjan ist Kausativum im Sinne von ‘liegen machen’ zu dem unter ↗liegen (s. d.) dargestellten starken Verb wie russ.-kslaw. ložiti sja, russ. ložít’sja (ложиться) ‘sich legen’ zu aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’. ablegen Vb. ‘von sich tun, (Kleidung) ausziehen bzw. nicht mehr tragen, abladen, deponieren, vollziehen, leisten’, mhd. abelegen ‘(Kleidung) ausziehen, abladen, abgelten, auszahlen, außer Kraft setzen, Abbruch tun’; Ableger m. ‘junger Pflanzentrieb’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Auf- und Ablader’ (15. Jh.). anlegen Vb. ‘an etw. legen, ankleiden, zielen, auf etw. abzielen, bezwecken, anzetteln, entwerfen, gestalten, bewirken, nutz- und gewinnbringend verwenden’, ahd. analeg(g)en ‘an-, auflegen, hineinschicken’ (8. Jh.), mhd. anelegen ‘ankleiden, anzetteln, vorbereiten, veranschlagen, auferlegen, auf Zinsen anlegen’; Anlage f. ‘Hinzu-, Beigefügtes, nutzen- und gewinnbringende Verwendung, Begabung, Neigung, das Gestaltete (Grünfläche, Baugestaltung)’, mhd. anlāge ‘Anliegen, Bitte, Hinterhalt’. auflegen Vb. ‘auf etw. legen, aufbürden, anordnen, (von Büchern) drucken und herausbringen’, ahd. ūfleg(g)en (um 1000), mhd. ūflegen ‘auf-, auslegen, aufstellen, zeigen, ausdenken, ersinnen, erschaffen, anordnen, bestimmen, veranstalten, stiften’; aufgelegt Part.adj. ‘geneigt, gestimmt zu etw., gelaunt’ (18. Jh.); Auflage f. ‘das Auferlegte, zu Leistende, Anweisung, Gebot, Beschwerde, Beschuldigung’ (16. Jh.), ‘Auferlegung, das Aufgelegte auf eine Unterlage, Anzahl der auf einmal gedruckten und verlegten Exemplare eines Druckes’ (17. Jh.). auslegen Vb. ‘ausbreiten, zur Schau stellen, mit einem Belag versehen, Geld vorschießen, deuten, interpretieren’, mhd. ūʒlegen ‘zum Verkauf anbieten, besetzen, verbrämen, ausrüsten, erfüllen, schmücken, darlegen, bestimmen, verabreden, deuten, erklären’; Auslage f. ‘Kosten, verauslagtes Geld, zur Ansicht ausgebreitete Ware, das Auslegen, zur Ansicht Bereitlegen’ (16. Jh.). beilegen Vb. ‘danebenlegen, hinzufügen, mitschicken, beseitigen, (Streit) schlichten’, ahd. bileg(g)en ‘be-, hinlegen, legend bedecken’ (8. Jh.), mhd. bīlegen ‘(sich) dazulegen (zum Beilager)’; Beilager n. ‘Eheschließung, Beischlaf’, mhd. bīleger, frühnhd. bī-, beilager (Ende 14. Jh.); Beilage f. ‘das Beigefügte’ (vielfach kanzleisprachlich von Schriften, Listen), ‘Zukost’, älter auch ‘anvertrautes Gut’ und ‘Beilager’ (15. Jh.). einlegen Vb. ‘hineinlegen, konservieren, mit einer Einlage verzieren, einzahlen’, mhd. īnlegen ‘ein-, hineinlegen, gegen jmdn. eine Klage vorbringen’; Einlage f. ‘das Hineingelegte, Versteifung (bei Kleidern), angelegtes oder eingezahltes Geld, Spargeld’ (16. Jh., bereits früh im Bankwesen). erlegen Vb. ‘(Wild) töten, (durch Tötung) niederlegen’, auch ‘einen Geldbetrag entrichten’, ahd. irleg(g)en ‘auferlegen, entgegensetzen, bestimmen’ (8. Jh.), mhd. erlegen ‘niederlegen, aus-, ein-, belegen, schlichten’. niederlegen Vb. ‘etw., sich hinlegen, ein Amt aufgeben’, ahd. nidarleg(g)en ‘hinwerfen, -legen, -stellen’ (9. Jh.), mhd. niderlegen ‘niederlegen, besiegen, beseitigen, abstellen, in Beschlag nehmen’; Niederlage f. ‘das Besiegtwerden, Unterlegensein, Warenlager, Großhandelszweigstelle’, mhd. niderlāge ‘das Niederlegen, -sinken, Sichniederlassen, Aufenthalt, Ruhe, Verlust, Schaden, das Niedermetzeln’. überlegen1 Vb. ‘überdecken, nachdenken, bedenken, erwägen’, ahd. ubarleg(g)en ‘vorwerfen, vorhalten’ (um 1000), mhd. überlegen ‘überziehen, bedecken, belegen mit, über-, zu-, zusammenrechnen’; Überlegung f. ‘Erwägung, das Bedenken’ (18. Jh.). überlegen2 Vb. ‘über etw. legen, ein Tuch umnehmen, ein Kind strafen’ (18. Jh.). unterlegen Vb. ‘als Unterlage darunterschieben, zuschreiben’, ahd. untarleg(g)en ‘stützen, unterstellen’ (8. Jh.), mhd. underlegen; Unterlage f. ‘Fundament, Grundlage, das Untergelegte, (beweisendes) Schriftstück, Beweisstück’, mhd. underlāge ‘Unterwerfung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(Amt) niederlegen · ↗(Posten) aufgeben · (sein) Amt zur Verfügung stellen · ↗abdanken · ↗abtreten · ↗zurücktreten  ●  den Staffelstab weitergeben  ugs. · seinen Hut nehmen  ugs.
Assoziationen
  • kündigen wollen · um seine Entlassung bitten  ●  aufhören wollen  ugs.
  • (den) Dienst quittieren · ↗(ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Büro räumen · (seine) Kündigung einreichen · (seinen) Abschied nehmen · ↗ausscheiden · ↗kündigen · was Besseres finden  ●  (den) Job an den Nagel hängen  fig. · (sein) Bündel schnüren  fig. · ↗künden  schweiz. · seinen Hut nehmen  fig. · ↗(den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (sich) was anderes suchen  ugs. · ↗aufhören (bei)  ugs. · das Handtuch werfen  ugs., fig. · ↗gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs., fig. · ↗weggehen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›niederlegen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›niederlegen‹.

Verwendungsbeispiele für ›niederlegen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon zweimal hat der Professor aus Protest die Arbeit niedergelegt.
Der Tagesspiegel, 31.01.2003
Das ist nirgendwo niedergelegt, ist aber Teil der ungeschriebenen Verfassung.
Süddeutsche Zeitung, 09.01.1998
Die Burg Waltaff wurde bereits gegen Ende des 16, Jahrhunderts niedergelegt.
Gerlach, Harry: Schmalkalden und Umgebung, Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1978, S. 0
Und so legt der Mann, der eine Stelle in der Industrie erhalten hat, seine Arbeit bei dem Bauern nieder.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 406
Erst wenn sie das Haus verlassen würde, wollte sie ihn auf den bestimmten Platz niederlegen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 102
Zitationshilfe
„niederlegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/niederlegen>, abgerufen am 25.09.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
niederläufig
Niederlassungsrecht
Niederlassungsleiter
Niederlassungsfreiheit
Niederlassung
Niederlegung
niederleuchten
niedermachen
niedermähen
niedermetzeln