niederringen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungnie-der-rin-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungnieder-ringen1
Wortbildung mit ›niederringen‹ als Erstglied: ↗Niederringung
eWDG, 1974

Bedeutung

jmdn., etw. mit Anstrengung besiegen
Beispiele:
einen Gegner, die feindliche Übermacht niederringen
die Tränen, Eifersucht niederringen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ringen2 · erringen · Errungenschaft · abringen · niederringen · Ringer · Ringkampf
ringen2 Vb. ‘mit drehenden, kreisenden Bewegungen, mit Griffen und Schwüngen paarweise kämpfen, sich mühen, sich anstrengen’. Das starke Verb ahd. (h)ringan ‘kämpfen, sich abmühen’ (8. Jh.), mhd. ringen, mnd. mnl. nl. (älter) ringen ‘kämpfen’ (westgerm. *hrengan) stellt sich im Sinne von ‘sich im Kreis bewegen, sich hin und her bewegen, sich mühen, kämpfen’ zu der unter ↗Ring (s. d.) angegebenen nasalierten Erweiterung ie. *(s)krengh- der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’. Vgl. Pfeifer in: PBB (H) 79 (1957) Sonderbd., 94 ff. und Mitzka in: Zs. f. Mundartforsch. 34 (1967) 137 ff. Die vornehmlich in md. Mundarten neben intransitivem ‘kämpfen’ begegnende transitive Bedeutung ‘drückend winden, drehend zusammenpressen, Wasser aus der Wäsche wringen’ stammt dagegen unter Verlust des anlautenden w- aus nordd.wringen (s. d.). erringen Vb. ‘durch Mühe, Anstrengung erlangen, gewinnen, erkämpfen’, ahd. ir(h)ringan (9. Jh.), mhd. erringen; Errungenschaft f. ‘durch Anstrengung Erreichtes, Erworbenes, wohltätige Neuerung’ (16. Jh.), anfangs ‘das von den Ehegatten während der Ehe erworbene Vermögen’ (entsprechend mlat. acquestus); in Verbindung mit der Märzrevolution 1848 in Berlin entwickelt sich die Bedeutung ‘sozialer Fortschritt’. abringen Vb. ‘etw. von jmdm. gegen seinen anfänglichen Widerstand erhalten’ (Mitte 16. Jh.). niederringen Vb. ‘zu Boden zwingen, überwinden, besiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.). Ringer m. ‘Ringkämpfer, Wettkämpfer beim Ringen’, ahd. (h)ringāri (9. Jh.), mhd. ringer. Ringkampf m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
niederkämpfen · niederringen · ↗überwältigen  ●  ↗niedermachen  ugs.
Synonymgruppe
(jemandem) (eine) Niederlage zufügen · ↗besiegen · ↗bezwingen · ↗kleinkriegen · niederringen · ↗niederzwingen · ↗schlagen · ↗übertreffen  ●  die Luft abdrehen  fig. · allemachen  ugs. · den Rest geben  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · ↗plätten  ugs. · ↗wegpusten  ugs. · ↗zerfetzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
besiegen · ↗erobern · gefügig machen · niederringen · ↗unterwerfen  ●  (jemanden) in die Knie zwingen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(der) Stärkere sein · (die) Oberhand gewinnen · (jemanden) niederringen · ↗(jemanden) unterkriegen · (sich) als stärker erweisen · ↗(sich) durchsetzen · ↗gewinnen
Assoziationen
  • (jemandem) weit voraus sein · an der Spitze liegen · das Feld hinter sich lassen · ↗führen · führend sein (in/bei) · in Führung liegen · vorn liegen · vorne liegen  ●  die Nase vorn haben  ugs. · ganz vorne sein  ugs.
  • (die) Oberhand haben · ↗führen (Sport) · im Vorteil sein  ●  Oberwasser haben  ugs.
  • (das) Spiel beherrschen · (das) Spiel bestimmen · (jemandem) sein Spiel diktieren  ●  (das) Spiel dominieren  Hauptform · (jemanden) an die Wand spielen (Sport)  fig. · am Drücker sein  ugs., fig.
  • (das) Spiel nicht aus der Hand geben · (die) Oberhand behalten · Oberwasser behalten
  • (jemanden) kleinkriegen · (jemandes) Widerstand brechen  ●  (jemandes) Willen beugen  geh. · gefügig machen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amerikaner Anstrengung Böse Endspurt Feind Finale Gegner Halbfinale Ideologie Kampf Konkurrent Match Reich Rivale Russe Satz Spurt Terrorismus Verlängerung Viertelfinale Weltmeister Zweifel einst endgültig militärisch ringen schließlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›niederringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir müssen mit aller Macht die Frage niederringen, wie man sich so etwas überhaupt nur antun kann.
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2004
Auch sie glaubt, jetzt oder nie die Opposition niederringen zu müssen.
Die Zeit, 26.01.1981, Nr. 04
Die Führungsspitze muß sich mit den Konservativen auseinandersetzen und sie politisch niederringen.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 633
Nunmehr glaubte man sie mit dem Sozialistengesetz niedergerungen und niedergehetzt zu haben.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1236
Und ein Gefühl war in ihm, das er nicht niederringen konnte.
Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3368
Zitationshilfe
„niederringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/niederringen>, abgerufen am 23.09.2019.

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