niedlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungnied-lich
Wortbildung mit ›niedlich‹ als Erstglied: ↗Niedlichkeit  ·  mit ›niedlich‹ als Grundform: ↗verniedlichen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ansprechend zierlich, kindlich hübsch, nett (und munter)
Beispiele:
ein niedliches Kind, Kleidchen, Püppchen
das Baby ist sehr niedlich
wie niedlich!
sie hat ein niedliches Gesicht
niedlich aussehen
die jungen Katzen spielen niedlich
umgangssprachlich, spöttisch
Beispiele:
das ist ja eine niedliche (= unangenehme) Sache!
das kann ja niedlich werden!
2.
landschaftlich, umgangssprachlich, scherzhaft klein
Beispiel:
du musst eine größere Schüssel nehmen, diese ist zu niedlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

niedlich · Niedlichkeit · verniedlichen
niedlich Adj. ‘zierlich, nett, angenehm anzusehen’. Zu einem im Nhd. untergegangenen ahd. niot ‘Verlangen, Begierde, Sehnsucht’ (9. Jh.), mhd. gegenniet ‘das Gegenanstreben’ stellt sich das Adverb niederrhein. nītlīche (12. Jh.), md. niethlīchen ‘eifrig, freudig’ (um 1400) und das Adjektiv niedlich ‘Verlangen erweckend, angenehm’ (16. Jh.); dem Adverb entspricht asächs. niudlīko, aengl. nēodlīce ‘eifrig, sorgfältig’. Der lich-Ableitung voraus geht ahd. niotsam ‘wünschenswert’ (11. Jh., vgl. auch asächs. niudsam ‘erwünscht, angenehm’), das jedoch nicht durchdringt. Ahd. niot, asächs. niud, aengl. nēod (westgerm. *neuda- m. ‘Wunsch, Verlangen’) ist vergleichbar mit lit. (pa)nū́sti ‘verlangen, gelüsten’, so daß ie. *neudh- ‘begehren, gelüsten’ erschlossen werden kann. Nhd. niedlich geht in der Gestaltung der ersten Silbe (mit unverschobenem d) vom Nd. und Omd. aus, bedeutet zunächst ‘Eifer, Lust erweckend’, wird vor allem im 16. Jh. (Luther) und noch von Wieland im Sinne von ‘appetitlich, lecker’ auf Speisen bezogen und erst seit dem 18. Jh. vorwiegend in der Bedeutung ‘zierlich, fein, klein’ verwendet. Niedlichkeit f. ‘Zartheit, Feinheit’ (17. Jh.), anfangs auch im Sinne von ‘Leckerei, Delikatesse’. verniedlichen Vb. ‘verharmlosen, verkleinern’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ganz) reizend · ↗allerliebst · ↗herzallerliebst · ↗herzig · ↗puppig · ↗wonnig · zum Knuddeln  ●  niedlich  Hauptform · ↗süß  emotional · ↗goldig  ugs. · ↗putzig  ugs. · ↗schnatz  ugs., regional · ↗schnuckelig  ugs. · zum Abknutschen  ugs. · zum Anknabbern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
drollig · ↗goldig · ↗knuddelig · ↗knuffig · niedlich · ↗possierlich  ●  ↗putzig  ugs. · ↗süß  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baby Blondine Blondschopf Ferkel Fratz Geschöpf Hase Haustier Kaninchen Katze Kleine Knopfauge Kullerauge Kuscheltier Maskottchen Nager Nikolaus Pony Puppe Schoßhund Sommersprossen Spitzname Stofftier Stupsnase Teddy Teddybär Welpe anzusehend drollig niedlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›niedlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jedesmal schaue ich hin und denke an das niedliche Mädchen.
Bild, 10.12.2005
Aber er war so nett, niedlich, charmant und alle Mädchen waren scharf auf ihn.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 63
Und dann fahren sie auch noch mit dem Zug, wie niedlich!
Süddeutsche Zeitung, 18.03.1996
Das zweite Kind war ein kleines niedliches Mädchen von fünf Jahren.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8176
Eine andere sehr niedliche kleine Geschichte passierte bei einem Kaiserbesuch in einer anderen Stadt.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 29023
Zitationshilfe
„niedlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/niedlich>, abgerufen am 21.03.2019.

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