Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

niedlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung nied-lich
Wortbildung  mit ›niedlich‹ als Erstglied: Niedlichkeit  ·  mit ›niedlich‹ als Grundform: verniedlichen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ansprechend zierlich, kindlich hübsch, nett (und munter)
    1. [umgangssprachlich, spöttisch] ...
  2. 2. [landschaftlich, umgangssprachlich, scherzhaft] klein
eWDG

Bedeutungen

1.
ansprechend zierlich, kindlich hübsch, nett (und munter)
Beispiele:
ein niedliches Kind, Kleidchen, Püppchen
das Baby ist sehr niedlich
wie niedlich!
sie hat ein niedliches Gesicht
niedlich aussehen
die jungen Katzen spielen niedlich
umgangssprachlich, spöttisch
Beispiele:
das ist ja eine niedliche (= unangenehme) Sache!
das kann ja niedlich werden!
2.
landschaftlich, umgangssprachlich, scherzhaft klein
Beispiel:
du musst eine größere Schüssel nehmen, diese ist zu niedlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

niedlich · Niedlichkeit · verniedlichen
niedlich Adj. ‘zierlich, nett, angenehm anzusehen’. Zu einem im Nhd. untergegangenen ahd. niot ‘Verlangen, Begierde, Sehnsucht’ (9. Jh.), mhd. gegenniet ‘das Gegenanstreben’ stellt sich das Adverb niederrhein. nītlīche (12. Jh.), md. niethlīchen ‘eifrig, freudig’ (um 1400) und das Adjektiv niedlich ‘Verlangen erweckend, angenehm’ (16. Jh.); dem Adverb entspricht asächs. niudlīko, aengl. nēodlīce ‘eifrig, sorgfältig’. Der lich-Ableitung voraus geht ahd. niotsam ‘wünschenswert’ (11. Jh., vgl. auch asächs. niudsam ‘erwünscht, angenehm’), das jedoch nicht durchdringt. Ahd. niot, asächs. niud, aengl. nēod (westgerm. *neuda- m. ‘Wunsch, Verlangen’) ist vergleichbar mit lit. (pa)nū́sti ‘verlangen, gelüsten’, so daß ie. *neudh- ‘begehren, gelüsten’ erschlossen werden kann. Nhd. niedlich geht in der Gestaltung der ersten Silbe (mit unverschobenem d) vom Nd. und Omd. aus, bedeutet zunächst ‘Eifer, Lust erweckend’, wird vor allem im 16. Jh. (Luther) und noch von Wieland im Sinne von ‘appetitlich, lecker’ auf Speisen bezogen und erst seit dem 18. Jh. vorwiegend in der Bedeutung ‘zierlich, fein, klein’ verwendet. – Niedlichkeit f. ‘Zartheit, Feinheit’ (17. Jh.), anfangs auch im Sinne von ‘Leckerei, Delikatesse’. verniedlichen Vb. ‘verharmlosen, verkleinern’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ganz) reizend · allerliebst · herzallerliebst · herzig · puppig · wonnig · zum Knuddeln  ●  niedlich  Hauptform · süß  emotional · goldig  ugs. · putzig  ugs. · schnatz  ugs., regional · schnuckelig  ugs. · zum Abknutschen  ugs. · zum Anknabbern  ugs.
Synonymgruppe
drollig · goldig · knuddelig · knuffig · niedlich · possierlich  ●  putzig  ugs. · süß  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›niedlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›niedlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›niedlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er war so nett, niedlich, charmant und alle Mädchen waren scharf auf ihn. [Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 63]
Das zweite Kind war ein kleines niedliches Mädchen von fünf Jahren. [Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8176]
Die Helden bestehen aus unerträglich niedlichen Hasen in einer unerträglich pastellfarbenen Welt. [C’t, 1996, Nr. 10]
So niedlich die Lämmer auch aussehen sie schmecken viel zu gut. [Die Zeit, 19.11.2007, Nr. 48]
Aber während die Produktionsweise immer industrieähnlicher wird, werden die Musicals immer niedlicher. [Die Zeit, 04.12.2000, Nr. 49]
Zitationshilfe
„niedlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/niedlich>.

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