Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

niesen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung nie-sen
Wortbildung  mit ›niesen‹ als Erstglied: Niesanfall · Niesetikette · Niespulver · Niesregel · Niesreiz · Niesschutz
 ·  mit ›niesen‹ als Letztglied: Geniese · anniesen
eWDG

Bedeutung

eingeatmete Luft infolge einer Reizung der Nasenschleimhaut krampfartig und ruckartig (mit lautem Geräusch) durch Nase und Mund ausstoßen
Beispiele:
heftig, laut, mehrmals niesen
er musste niesen
ich muss niesen (= verspüre Niesreiz), kann aber nicht
er versuchte, das Niesen zu unterdrücken
Schnupfen kündigt sich oft mit häufigem Niesen an
salopp, übertragen jmdm. was, eins niesennicht nach jmds. Wunsch handeln, eine Zumutung zurückweisen
Beispiel:
euch werde ich was niesen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

niesen · Pfnüsel · Nieswurz
niesen Vb. (bei Reizung der Nasenschleimhaut) ‘die Luft ruckartig durch den Mund und Nase ausstoßen’, ahd. (h)niosan (10. Jh.), mhd. niesen, mnd. nēsen, mnl. niesen, nl. niezen, anord. hnjōsa, schwed. nysa (germ. *hneusan) und (mit grammatischem Wechsel von s und r) aengl. hnor ‘das Niesen’, anord. hnøri m. (urnord. *hnoʀan, germ. *hnuzan) ‘das Niesen, Schneuzen, Rotz’ sind lautnachahmenden Ursprungs. Zu ihnen stellen sich mit abweichendem Anlaut ahd. fnehan (9. Jh.), mhd. phnehen ‘schnell atmen, schnauben, keuchen, schluchzen’ sowie auch nl. fniezen, aengl. fnēsan (mit Lautsubstitution im Anlaut engl. to sneeze), anord. fnȳsa, schwed. fnysa ‘prusten’ (germ. *fneusan) und mit expressivem pf-Anlaut mhd. phnāsen, phnūsen ‘niesen, schnauben’ (wie auch phnehen, s. oben), schweiz. pfnusen, pfnüsen ‘schnauben’, obd. schweiz. Pfnüsel m. ‘Schnupfen’, frühnhd. phniusel (15. Jh.). Außergerm. sind vergleichbar aind. kṣáuti ‘niest’, griech. pné͞in (πνεῖν) ‘wehen, keuchen, atmen’, lit. čiáudėti, skiáudėti ‘niesen’, so daß von einer Schallwurzel ie. *skē̌u-, *ksē̌u- ‘niesen’ ausgegangen werden kann, die sich in den germ. und griech. Formen mit ie. *pneu- ‘keuchen, atmen’ gekreuzt haben mag. Das ehemals starke germ. Verb geht im Dt. (etwa im 16. Jh.) zur schwachen Flexion über. – Nieswurz f. Bezeichnung der Christrose, deren zu Pulver zerriebene Wurzel als Niespulver wirkt, ahd. (h)nioswurz (um 1100), mhd. niesewurz, asächs. hnioswurt. Zum Grundwort s. Wurz.

Typische Verbindungen zu ›niesen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›niesen‹.

Verwendungsbeispiele für ›niesen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während die gesunden Tiere bald damit aufhören, niesen kranke Tiere weiter. [Die Welt, 02.11.1999]
Sitzt ein Mann in der Linie 2 und niest so vor sich hin. [Bild, 29.08.2000]
Die Tiere niesen häufig und schleudern mit dem Kopfe, der gewöhnlich schief gehalten wird. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 460]
Ich nieste laut und schneuzte mich wie ein brüllender Bär. [Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 211]
Er nieste höchstens possierlich oder knurrte, aber er schlief weiter. [Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 99]
Zitationshilfe
„niesen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/niesen>.

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