nirgends

Grammatik Adverb
Worttrennung nir-gends
Wortbildung  mit ›nirgends‹ als Erstglied: nirgendher · nirgendsher · nirgendswoher · nirgendwohin
eWDG

Bedeutung

an keinem Ort
Beispiele:
er hält es nirgends lange aus, hat sich nirgends bewährt
ich fühle mich nirgends so wohl wie hier
man konnte ihn nirgends finden
er ist überall und nirgends zu Hause
umgangssprachlichich komme schon seit Wochen nirgends mehr hin (= gehe gar nicht mehr aus)
umgangssprachlichbei ihnen will es nirgends reichen (= fehlt es an allem)
in keiner Weise
Beispiele:
er war nirgends zu fassen, festzulegen
sie wollte nirgends anstoßen, auffallen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

irgend · nirgend(s)
irgend Adv. ‘nicht näher bestimmbar, überhaupt, nur’ (vgl. wenn irgend möglich). Ahd. io (s. je) und (h)wergin ‘irgendwo, -wohin’, aus ahd. (h)wār (s. wo) und einer Indefinitpartikel -gin, verbinden sich zu ahd. io (h)wergin, iergen ‘irgendwo’ (11. Jh.), mhd. iergen, irgen, mnd. iergen(e), mit sekundär angetretenem Dental mhd. irgent (13. Jh.), mnd. iergent (s. jemand, niemand). Örtliche Bedeutung hält sich bis ins 17. Jh., danach allgemein im Sinne der Unbestimmtheit (wohl irgend zwanzig, 18. Jh.). Heute steht irgend vornehmlich in Zusammenrückung (bis ins 18. Jh. noch getrennt geschrieben) mit anderen Indefiniten, vgl. irgendwer, irgendwas, irgendein (16. Jh.), irgendwo (18. Jh.; vgl. spätmhd. iergen anderswā), irgendwelch, irgendwie (19. Jh.). Der Indefinitpartikel ahd. -gin (s. oben) entspricht asächs. -gin, aengl. -gen, anord. -gi; vgl. asächs. hwā̌rgin, hwergin ‘irgend, irgendwo’, aengl. elles hwergen ‘irgendwo anders’, anord. hvargi, hvergi ‘überall’, engi (aus *einngi) ‘irgendein, keiner’, manngi ‘niemand’, dazu mit Ablaut und grammatischem Wechsel got. -hun, vgl. got. ni ainshun, ni mannahun ‘niemand’. Verwandt sind aind. caná, awest. činā̌, die gleichfalls als Partikeln der Unbestimmtheit bzw. Verallgemeinerung fungieren. Zugrunde liegt vielleicht eine erstarrte Flexionsform (Instrumental) zu dem unter wer (s. d.) behandelten Pronominalstamm. nirgend(s) Adv. ‘an keinem Ort’, aostnfrk. niwergin, niergin (9. Jh.), mhd. niergen, niergent, mnd. nergene, nergende, nergent, nhd. nirgend (16. Jh.) neben nirgends (15. Jh.). Vgl. nirgendwo (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
an keinem Ort · in keiner Richtung · nirgends · nirgendwo · weit und breit nicht

Typische Verbindungen zu ›nirgends‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nirgends‹.

Zitationshilfe
„nirgends“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nirgends>, abgerufen am 29.01.2022.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
nirgendhin
nirgendher
nirgend
Niqab
Nippsache
nirgendsher
nirgendshin
nirgendswo
nirgendswoher
nirgendswohin