nivellieren

GrammatikVerb · nivellierte, hat nivelliert
Aussprache
Worttrennungni-vel-lie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›nivellieren‹ als Erstglied: ↗Nivellierung
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
fachsprachlich Höhenunterschiede im Gelände bestimmen
2.
etw. ebnen
Beispiel:
einen Platz, Felder nivellieren
übertragen etw. einander angleichen, etw. gleichmachen
Beispiele:
das Kulturleben, die Kunst nivellieren
eine nivellierende Uniformität
ein Amerikanismus, eine nivellierende Schablone [M. WalserEhen305]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Niveau · nivellieren
Niveau n. ‘waagerechte Ebene, gleiche Höhe’, anfänglich ‘Wasserwaage’, Übernahme (um 1700) von gleichbed. frz. niveau als Terminus der Bautechnik, erneut (18. Jh.) mit der im Frz. aus ‘waagerechte Lage oder Fläche, Höhenstand, Höhenstufe’ entwickelten übertragenen Bedeutung ‘(geistiger) Rang, Wert, Stufe, Bildungsstand’. Frz. niveau, mfrz. nyvial, nevel, niveau ‘Wasserwaage, Höhenstand, -stufe (von einer Ebene zu einer andern)’ ist durch Dissimilation entstanden aus afrz. livel ‘Wasserwaage, gleiche Höhe’, dem lat. lībella (s. ↗Libelle), Deminutivum von lat. lībra ‘(Blei-, Wasser)waage’, zugrunde liegt. nivellieren Vb. ‘Unterschiede ausgleichen, ebnen, auf gleiche Höhe bringen’ (Mitte 18. Jh.), älter ‘mit der Wasserwaage abmessen’ (Ende 17. Jh.), aus gleichbed. frz. niveler.

Thesaurus

Synonymgruppe
(Unterschiede) beseitigen · ↗anpassen · ↗assimilieren · ↗ausgleichen · ↗fluchten · ↗gleichmachen · nivellieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charakter Differenz Effekt Einkommen Finanzkraft Gefälle Gegensatz Gehalt Globalisierung Kontrast Niveau Unterschied unten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nivellieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Euro ist aber auch dabei, die Gehälter der Manager zu nivellieren.
Die Welt, 30.08.1999
Nun nivelliert sich das in den letzten Jahren immer mehr.
Die Zeit, 02.03.1979, Nr. 10
Richtig durchgeführt wirkt K. nicht nivellierend, sondern ausgleichend und anspornend.
Petersen, K.: Koedukation. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 29454
Er nivelliert alle Akte des Glaubens, Urteilens und Vermeinens in der Sphäre des »Meinens«.
Habermas, Jürgen: Strukturwandel der Öffentlichkeit, Neuwied: Luchterhand 1965 [1962], S. 97
Zwischen Bild und Zeichen eingezwängt konnte das Sein der Sprache nur ins reine Zeichensein nivelliert werden.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 394
Zitationshilfe
„nivellieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nivellieren>, abgerufen am 21.05.2019.

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