nobel

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungno-bel (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›nobel‹ als Erstglied: ↗Nobelgarde · ↗Nobelgegend · ↗Nobelherberge · ↗Nobelhotel · ↗Nobelmarke · ↗Nobelrestaurant
 ·  mit ›nobel‹ als Letztglied: ↗hochnobel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
gehoben edel
Beispiele:
ein nobler Charakter
eine noble Gesinnung
Verkannte Seele, fasse dich im Leiden, / Sei stark, sei nobel, denk, der Ruhm ist leer [Droste-Hülsh.115]
2.
umgangssprachlich, spöttisch vornehm, fein
Beispiele:
ein nobler Herr
er hat eine noble Verwandtschaft
sprichwörtlich nobel geht die Welt zugrunde
wird gesagt bei großer Verschwendung   elegant
Beispiele:
du siehst heute aber nobel aus
immer nobel!
die Garderobe konnte ihm nicht nobel genug sein
es war eine noble, hochherrschaftliche Wohnung
noble (= teure) Passionen haben
3.
umgangssprachlich großzügig, freigebig
Beispiele:
er zeigte sich immer nobel
jmdn. nobel unterstützen
ein nobles (= großes) Trinkgeld, Geschenk
Er war mehr als nobel, denn er ging mit mir aus, in ganz feine Lokale [WelkGrambauer163]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nobel Adj. ‘vornehm, edel’, auch ‘freigebig, großzügig’, Entlehnung (17. Jh.) aus gleichbed. frz. noble. Zugrunde liegt lat. nōbilis ‘weit bekannt, berühmt’, zu lat. nōscere (nōtum) ‘kennenlernen, erkennen’, das die Bedeutungen ‘von edler Art, vortrefflich’ und ‘von edler Herkunft, adlig’ entwickelt, die beide über das Frz. ins Dt. gelangen; doch geht hier der Gebrauch im Sinne von ‘adlig’ im 19. Jh. zurück.

Thesaurus

Synonymgruppe
erhaben · ↗feudal · ↗großmütig · ↗großzügig · nobel  ●  ↗hehr  veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
freigebig · ↗freigiebig · ↗generös · ↗großherzig · ↗großmütig · ↗großzügig · ↗gönnerhaft · ↗hochherzig · in Geberlaune · nobel (aus der Nehmerperspektive) · ↗spendabel · ↗spendierfreudig  ●  Man muss auch gönnen können.  ugs., sprichwörtlich
Assoziationen
  • entgegenkommend · ↗gefällig · ↗gnädig · ↗großherzig · ↗großmütig · ↗gütig · ↗kulant · ↗mild · ↗milde · ↗sanftmütig  ●  ↗wohlwollend  Hauptform · ↗huldvoll (oft ironisch)  geh., veraltend
  • (die) Runde geht auf (...) · (die) Zeche zahlen (für jemanden) · (eine) Runde ausgeben · (einen) ausgegeben bekommen · (jemandem) (ein) Getränk spendieren · ↗(jemanden) freihalten · aufs Haus gehen  ●  ↗(etwas) spendieren  Hauptform · (eine) Runde schmeißen  ugs. · das geht auf meinen Deckel  ugs. · das geht auf mich  ugs. · einen ausgeben  ugs. · frei saufen haben  derb
  • (es) nicht fehlen lassen (an) · großzügig austeilen · nicht sparen an · nicht sparen mit  ●  es hagelt (nur so)  fig. · (nur so) um sich schmeißen (mit)  ugs. · um sich werfen (mit)  ugs.
  • (viel) Geld ausgeben · in Kauflaune · in Konsumlaune sein  ●  (Geld) mit vollen Händen ausgeben  fig. · (das) Geld locker sitzen haben  ugs. · (das) Geld sitzt locker (bei jemandem)  ugs.
  • nicht alles für sich haben wollen · teilen können · verzichten können  ●  (anderen) auch etwas gönnen  ugs.
Synonymgruppe
betont vornehm · ↗elegant · ↗fein · nobel · ↗vornehm  ●  ↗distinguiert  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
adlig · adliger Abstammung · ↗aristokratisch · aus hohem Hause · ↗blaublütig · ↗edel · ↗erlaucht · ↗feudal · nobel · von Adel · von Rang · von Stand · von blauem Blute · von edlem Geblüt · von edlem Geschlecht · von vornehmem Geschlecht · von vornehmer Abstammung
Synonymgruppe
(ein) feiner Zug (von jemandem) · ↗edel · ↗edelmütig · ↗gentlemanlike · nobel
Assoziationen
Synonymgruppe
elegant · ↗exklusiv · ↗extravagant · ↗fein · ↗mondän · nobel · ↗vornehm
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adresse Ambiente Anwesen Arrondissement Badeort Bariton Blässe Boutique Domizil Einkaufsstraße Elbchaussee Gesinnung Geste Golfclub Herberge Hotel Interieur Karosse Maximilianstraße Passion Provenienz Restaurant Schloßhotel Skiort Stadtteil Villa Villenviertel Vorort Wohnviertel Zurückhaltung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nobel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst nach zwanzig Jahren Haft galt er weiter als nobel, als gesellschaftsfähig.
Der Tagesspiegel, 09.12.2002
Wie konnte jemand seinen Zorn, seine Wut gegen solch noble Ideale wenden?
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2001
Sie kennzeichnen den noblen Charakter eines Mannes, der den Lärm der Welt zu meiden suchte, um sich selbst zu finden.
Wirth, Helmut: Granados (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 31081
Der alte Herr sei durchaus nobel aufgetreten, habe sich immer nett gezeigt und sei nicht verdächtig gewesen.
Friedländer, Hugo: Der Klub der Harmlosen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 28058
Sein Spiel war vornehm, romantisch und natürlich, sein persönliches Auftreten nobel und kultiviert.
Rumpf, Fritz: Zur Geschichte des Theaters in Japan. In: Glaser, Curt (Hg.), Japanisches Theater, Berlin-Lankwitz: Würfel-Verl. 1930, S. 81
Zitationshilfe
„nobel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nobel>, abgerufen am 20.03.2019.

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