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nomadisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung no-ma-disch
Wortzerlegung Nomade -isch
Wortbildung  mit ›nomadisch‹ als Erstglied: nomadisieren
eWDG

Bedeutung

die Nomaden betreffend
Beispiele:
nomadische Sitten
in den Steppenregionen war nomadische Viehzucht (= Viehzucht, wie Nomaden sie treiben) die einzig mögliche Wirtschaftsform
übertragen umherschweifend, unstet
Beispiel:
So reist das romantische Paar in den schönsten Landschaften Europas frei und nomadisch umher [ St. ZweigBalzac203]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nomade · nomadisch
Nomade m. ‘Angehöriger eines nicht seßhaften Hirtenvolkes’ (vereinzelt Ende 16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh. unter Einfluß von frz. nomade), entlehnt aus lat. Nomades, griech. nomádes (νομάδες) ‘mit ihren Herden umherziehende Hirtenvölker, die Weidenden’, substantivierter Plural zum Adjektiv lat. nomas, griech. nomás, Genitiv nomádos (νομάς, νομάδος) ‘auf der Weide umherschweifend’, einer Ableitung von griech. nomḗ (νομή) ‘Weide(platz)’ oder griech. nomós (νομός) ‘Weide(platz)’, beide zu griech. némein (νέμειν) ‘aus-, zuteilen, sich aneignen, besitzen, bebauen, als Weide zuteilen, (ab)weiden, verzehren’ (verwandt mit nehmen, s. d.). – nomadisch Adj. ‘die Nomaden betreffend, umherziehend, unstet’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›nomadisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nomadisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›nomadisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war vielleicht der einzige wirklich nomadische Künstler der Siebziger. [Süddeutsche Zeitung, 15.02.1996]
Umgekehrt kann die nomadische Zeit eines später seßhaften Volkes als religiöses Ideal angesehen werden. [Lanczkowski, G.: Nomaden. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13638]
Der schwerbewegliche, seßhafte Typ werde verdrängt, aufgelöst von dem leichten, nomadischen Typ. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 63]
Die Mongolen blieben nomadische »Barbaren«, aber sie bewahrten dadurch ihre nationale Integrität. [Mote, F. W.: China von der Sung-Dynastie bis zur Ch'ing-Dynastie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2781]
Ihr Stamm ist nomadisch, sage ich, sie ziehen durch vermintes Gebiet. [Die Zeit, 07.02.2012 (online)]
Zitationshilfe
„nomadisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nomadisch>.

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