nominell

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungno-mi-nell (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
dem Namen nach
Beispiele:
ein nominelles Mitglied
Man hatte ... gehört, daß Prinzen in Wirklichkeit oft genug von den Bedienten ihrer nominellen Väter stammten [Lernet-HoleniaGraf14]
angeblich
Beispiel:
Nominell war Herr Lhombre ... im Auftrag einer Pariser Zeitung gekommen [KolbSchaukel151]
2.
Börsenwesen dem Nennwert nach
Beispiel:
[der Aktionär] erklärte, nominell 15 Millionen DM des Aktienkapitals ... auf dieser Hauptversammlung zu vertreten [Tageszeitung1962]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nomen · nominieren · nominal · nominell · Nomination · Nominativ · Nomenklatur
Nomen n. (Plur. Nomina) deklinierbares Wort (Substantiv, Adjektiv, Pronomen), als grammatischer Terminus Übernahme (16. Jh.) von lat. nōmen ‘Name, Benennung’. nominieren Vb. ‘(be)nennen, bezeichnen, namhaft machen, für ein Amt namentlich vorschlagen, ernennen’ (16. Jh.), aus gleichbed. lat. nōmināre. nominal Adj. ‘zum Namen gehörig, das Nomen betreffend’, entlehnt (18. Jh., wohl unter Einfluß von frz. nominal, doch im 17. Jh. bereits in lat. Form in dt. Texten) aus gleichbed. lat. nōminālis. nominell Adj. ‘dem Namen nach, angeblich’ (Anfang 19. Jh.), französierend (s. ↗reell) mit Suffixtausch älteres gleichbed. nominal verdrängend, das jedoch in Zusammensetzungen der grammatischen Terminologie wie Nominalsatz, Nominalstil eingegangen ist. Nomination f. ‘Benennung eines Bewerbers für ein Bischofsamt, Ernennung eines bischöflichen Beamten’, entlehnt aus lat. nōminātio (Genitiv nōminātiōnis) ‘(Be)nennung, Vorschlag’. Nominativ m. erster Fall der deutschen Deklination, in der römischen Grammatik spätlat. (cāsus) nōminātīvus, das in die frühen dt. Grammatiken übernommen wird. Nominativ mit Abfall der lat. Endung seit Stieler (1691), in dt. Übersetzung Nennendung, Nenner, Täther (17. Jh.), Nennfall (Gottsched). Lat. nōminātīvus Adj. ‘zur Nennung gehörig’, zu lat. nōmināre (s. oben). Nomenklatur f. ‘Namenverzeichnis, Gesamtheit der Fachausdrücke eines Wissensgebiets, Fachwortschatz’, entlehnt (17. Jh) aus lat. nōmenclātūra ‘Namenverzeichnis’, einer Bildung zu lat. nōmenclāre ‘mit Namen nennen’, lat. nōmen (s. oben) und lat. calāre ‘(aus)rufen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
der Form halber · der Form wegen · die Form betreffend · ↗formal · nominell · um der Form zu genügen · um einer Vorschrift zu genügen · zum Schein · ↗äußerlich  ●  ↗pro forma  lat.
Assoziationen
  • für den Fall der Fälle · ↗sicherheitshalber · ↗vorsichtshalber · zur Vorsicht
  • (den normalen) Anstandsregeln entsprechen · (den) bürgerlichen Gepflogenheiten entsprechen · ↗(sich) gehören · ↗(sich) schicken · Pflicht sein · angemessen sein · vom Anstand geboten sein  ●  ↗(sich) ziemen  veraltet · (den) Anstandsregeln Genüge tun  geh. · (etwas) bringen können  ugs. · (etwas) gebietet (schon allein) der Anstand  geh. · ↗(sich) geziemen  geh., veraltet · ↗(sich) passen  geh., veraltend · schicklich sein  geh.
  • (nur eine) Formalität · ↗(reine) Formsache · ↗Formalie
  • (eine) reine Formsache · (nur) eine Formalität · nichts Besonderes · reine Routine  ●  machen wir immer so  ugs., variabel
  • aus (reiner) Höflichkeit · höflicherweise · ↗pro forma · weil es sich so gehört · weil es so üblich ist  ●  ↗artig  geh., ironisierend, fig. · artigerweise  geh., ironisierend, fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angreifer Bruttoinlandsprodukt Bruttosozialprodukt Eigenkapital Grundkapital Herrscher Mitgliedschaft Nummer Oberhaupt Parteigenosse Parteimitglied Sozialprodukt Spitze Staatsoberhaupt Steuersatz Stürmer Verzinsung Wachstumsrate Waffen-SS Zinssatz Zugehörigkeit bloß faktisch rein unabhängig unterstehen verbündet wenigstens zumindest zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nominell‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wurde noch kein Modus für die Relegation festgelegt, nominell qualifizieren sich die ersten beiden Teams der Liga.
Der Tagesspiegel, 22.11.2003
Er bekommt sein Kapital in jedem Fall in voller nomineller Höhe zurück.
Die Welt, 11.09.1999
Nominell war er dem Obersten Sowjet, gleichsam dem Parlament der Union, verantwortlich.
Seton-Watson, Hugh: Rußland und Osteuropa. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10201
Nominell war er schon der Chef, aber mit der praktischen Arbeit hatte er nichts zu tun.
o. A.: Einhundertsechsundsechzigster Tag. Freitag, 28. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11929
Diese Zuordnung hat sich mit der Zeit mehr und mehr gelockert und erscheint endlich nur nominell.
Losch, H.: Upanishaden. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 40399
Zitationshilfe
„nominell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nominell>, abgerufen am 23.10.2019.

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