notwendig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungnot-wen-dig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›notwendig‹ als Erstglied: ↗Notwendigkeit · ↗notwendigerweise  ·  mit ›notwendig‹ als Letztglied: ↗staatsnotwendig · ↗wesensnotwendig · ↗überlebensnotwendig
eWDG, 1974

Bedeutungen

dringend erforderlich, unerlässlich, nötig
Beispiele:
notwendige Anschaffungen, Unterlagen
die notwendigen Rohstoffe einführen
das für die Fahrt notwendige Geld
die notwendigen Maßnahmen treffen
der notwendige Ausgleich
ein notwendiges (= unvermeidliches) Übel
sich aufs Notwendigste beschränken
etw. erweist sich als notwendig
etw. für notwendig ansehen, halten
es ist notwendig, dass ...
ihre Tätigkeit ist nützlich und notwendig
die Aufführung des Stückes würde viele Proben notwendig machen
Marxismus notwendige Arbeit (= der Teil der Arbeit, der vom Produzenten aufgewandt wird, um die zum eigenen Lebensunterhalt benötigten Güter herzustellen)
adverbiell
unbedingt
Beispiele:
ich muss notwendig verreisen
er braucht notwendig einen neuen Mantel
zwangsläufig
Beispiele:
mit dieser Maßnahme war notwendig viel Aufregung verknüpft
Auf diese Art soll ... die Musik unmittelbar und notwendig aus der Dichtung entspringen [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Not · nötig · nötigen · Nötigung · Notbehelf · Notdurft · notdürftig · Notdürftigkeit · notgedrungen · Notlüge · Notnagel · Notpfennig · Notstand · Notwehr · notwendig · Notwendigkeit · Notzucht · notzüchtigen
Not f. ‘Armut, Elend, Mangel, schwierige Lage, Bedrängnis, Mühe, Schwierigkeit, Zwang’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. nōt, asächs. nōd, mnl. noot, nl. nood, afries. nēd, aengl. níed, nēd, engl. need (Plur. needs ‘Bedürfnisse’), anord. nauð, nauðr, schwed. nöd, got. nauþs (germ. *naudi- f.) führt als Abstraktbildung mit ti-Suffix wie apreuß. nautin (Akkusativ) ‘Not’, vielleicht im Anschluß an Verben wie lit. nõvyti ‘bedrücken, vernichten, quälen’, aslaw. unyti ‘verzagen, nachlässig werden’, russ. nyt’ (ныть) ‘anhaltend dumpf schmerzen’, mit aslaw. nǫžda, nužda ‘Zwang, Gewalt, Notwendigkeit’, russ. (älter) nudá (нуда) ‘Zwang, Nötigung, Not’, russ. nuždá (нужда) ‘Not Armut, Elend’ auf eine Wurzel ie. *nāu-, *nəu-, *nū- ‘Tod, Leiche’, verbal ‘bis zur Erschöpfung abquälen, ermattet zusammensinken’. nötig Adj. ‘dringend erforderlich, unentbehrlich, notwendig’, ahd. nōtag, nōtīg ‘in Not, bedrängt’ (9. Jh.), mhd. nōtec, nōtic, nœtic ‘Not habend, bedrängt, dürftig, notwendig, dringend, eilig’. nötigen Vb. ‘jmdn. auffordern, dringend bitten, etw. zu tun’, in der Rechtssprache ‘jmdn. mit Gewalt oder Drohung dazu bringen, etw. zu tun, zu dulden oder zu unterlassen’, ahd. nōtagōn (um 1000), mhd. nōtegen, nōtigen, auch ‘notzüchtigen’, neben gleichbed. frühnhd. nöten, ahd. nōten ‘Gewalt, Zwang antun, drängen’ (8. Jh.); vgl. asächs. nōdian, aengl. nīedan, anord. neyða, got. nauþjan ‘zwingen’. Nötigung f. ‘das Genötigtwerden, Zwang’, ahd. nōtigunga (um 1000), frühnhd. notigung (15. Jh.). Notbehelf m. ‘notdürftiger Behelf, unzureichendes Ersatzmittel’ (Anfang 18. Jh.). Notdurft f. ‘Ausscheidung aus Darm und Blase’, älter ‘zum Leben Nötiges’, heute nur noch in der Wendung seine Notdurft verrichten ‘Darm und Blase entleeren’ (17. Jh.), vgl. mhd. sīne nōtdurft tuon. Ahd. nōtthurft (8. Jh.), mhd. nōtdurft ‘Notwendigkeit, Not, (natürliches) Bedürfnis, Bedarf an notwendigen Dingen (zum Lebensunterhalt)’, asächs. nōdthurft ‘Notwendigkeit, Bedarf an notwendigen Dingen, zwingendes Bedürfnis’, mnl. nootdorft, nl. nooddruft, afries. nēdthreft, got. naudiþaúrfts, zusammengesetzt mit dem schwundstufigen ti-Abstraktum ahd. thurft, mhd. durft, got. þaúrfts ‘Bedürfnis’ (germ. *þurfti-, s. ↗dürftig); notdürftig Adj. ‘nicht befriedigend, behelfsmäßig, nur knapp ausreichend’, mhd. nōtdürftic ‘nötig, notwendig, bedürftig’; Notdürftigkeit f. mhd. nōtdürfticheit ‘Notwendigkeit, Bedürfnis, Erfordernis’, eigentlich ‘was man notwendig braucht’. notgedrungen Adj. ‘aus dringender Notwendigkeit gezwungen, weil es nicht anders geht’ (18. Jh.), eigentlich Part. Prät. von veraltetem notdringen ‘mit Not drängen, nötigen, zwingen’. Notlüge f. ‘durch Not erzwungene Lüge mit dem Ziel, Schaden zu verhindern oder einer Verlegenheit zu entgehen’ (Ende 16. Jh.). Notnagel m. ‘Ersatz, Aushilfe, Lückenbüßer’ (Anfang 18. Jh.). Notpfennig m. ‘für Zeiten der Not aufgespartes Geld’ (17. Jh.). Notstand m. ‘Zustand der Not, der Bedrängnis, gefahrdrohender Zustand’ (17. Jh.). Notwehr f. ‘von einem akuten Notfall erzwungene Verteidigung’ (gegen körperlichen Angriff), mhd. nōtwer. notwendig Adj. ‘nötig, unbedingt erforderlich’, eigentlich ‘geeignet, die Not zu wenden’ (1. Hälfte 16. Jh.), und (nur in älterer Sprache) ‘notgedrungen, sehr dringend, unaufschiebbar’, eigentlich ‘durch Not hervorgebracht’ (ebenfalls 1. Hälfte 16. Jh.); daraus ‘in der Natur der Sache liegend, unvermeidbar’ (18. Jh.), vgl. notwendige Konsequenz; dazu Notwendigkeit f. (16. Jh.). Notzucht f. ‘Vergewaltigung’ (16. Jh.), Rückbildung aus mhd. (rhein.) nōtzühten, das eigentlich wie ahd. nōtzogōn (10. Jh.), mhd. nōtzogen ‘mit Zwang (Not) eine Frau fortziehen, eine Frau rauben’ bedeutet; notzüchtigen Vb. ‘eine Frau vergewaltigen’, mhd. nōtzühtigen.

Thesaurus

Synonymgruppe
benötigt · ↗erforderlich · notwendig · ↗nötig · ↗obligat · ↗obligatorisch · ↗unabdingbar · ↗unvermeidlich · ↗vonnöten · vorgeschrieben · ↗zwingend  ●  mandatorisch  selten
Assoziationen
Synonymgruppe
erforderlich · geboten · notwendig · ↗nötig · ↗unabweisbar · ↗unausweichlich · ↗unbedingt · ↗unentbehrlich · ↗unerlässlich · ↗unvermeidlich · ↗wesentlich · ↗zwingend · zwingend geboten  ●  (eine) conditio sine qua non  geh., lat. · unbedingt nötig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • notwendig
Synonymgruppe
(ein) Muss · (unbedingt) notwendig · nicht (mehr) wegzudenken · sollte man haben · ↗unabdingbar · unbedingt dazugehören · ↗unentbehrlich · ↗unumgänglich · ↗unverzichtbar · ↗vonnöten · ↗wichtig · ↗zwingend · zwingend benötigt  ●  (ein) Must  engl. · (sollte) in keiner Sammlung fehlen  ugs., formelhaft · ↗de rigueur  geh., bildungssprachlich, franz. · gehört in jeden (gut sortierten ...)  ugs., formelhaft · ↗indispensabel  geh., veraltet, bildungssprachlich
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anpassung Bedingung Ergänzung Infrastruktur Investition Konsequenz Korrektur Maß Maßnahme Mehrheit Mittel Reform Reparatur Sanierung Schritt Strukturreform Umbau Veränderung Voraussetzung Zustimmung Zweidrittelmehrheit dafür dringend erachten geworden medizinisch sinnvoll unbedingt Änderung Übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›notwendig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es sei notwendig, Zeit zu haben, um detailliert über das Gesetz zu beraten, hieß es weiter zur Begründung.
Die Zeit, 18.03.2013 (online)
Notwendig sei eine umfassende Lösung des Problems unter internationaler Beteiligung.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1983]
Es ist sehr notwendig, diese Fragen zu stellen, sogar bis zu einem gewissen Grade möglich, sie objektiv zu beantworten.
Freyer, Hans: Gesellschaft und Kultur. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 25019
Um so mehr aber wird es notwendig, die Einheit der interkategorialen Relationen auch noch auf anderem Wege zu erweisen.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 440
Eine sonderbare Wendung des ganzen Denkens war die notwendige Folge.
Husserl, Edmund: Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie, Hamburg: Meiner 1996 [1936], S. 8
Zitationshilfe
„notwendig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/notwendig>, abgerufen am 20.05.2019.

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