nutzbar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungnutz-bar
Wortzerlegungnutzen-bar
Wortbildung mit ›nutzbar‹ als Erstglied: ↗Nutzbarkeit · ↗Nutzbarmachung
eWDG, 1974

Bedeutung

so verwendbar, dass man Nutzen daraus ziehen kann
entsprechend der Bedeutung von nutzen (Lesart 2 b)
Beispiel:
(für die Industrie) nutzbare Stoffe
etw. nutzbar machen
Beispiele:
den Boden, Erfindungen, Theorien nutzbar machen
für jmdn., jmdm., sich [Dativ] etw. nutzbar machen
allgemeine gesetzliche Zusammenhänge ... die nun wieder in das Leben zurückübersetzt und dadurch für menschliche Bedürfnisse nutzbar gemacht werden können [PlanckSinn27]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutzen · Eigennutz · eigennützig · Nutzholz · Nutzanwendung · Nutznießung · nutzlos · nutzbringend · nutzbar · nützlich · nutzen · nützen · abnutzen · abnützen · ausnutzen · ausnützen · benutzen · benützen
Nutzen m. ‘Ertrag, Gewinn, Vorteil’. Ahd. (8. Jh.), mhd. nuz m. (Genitiv nutzes) ‘Gebrauch, Nutzen, Ertrag’ (germ. *nuti-) hat neben sich schwach flektierendes ahd. (vereinzelt) nuzza f. (9. Jh.) und als fem. jō-Stamm (germ. *nutjō) aengl. nytt, anord. nyt sowie als Adjektivabstraktum ahd. nuzzī f. (9. Jh.), mhd. (selten) nütze, frühnhd. nütze. Mnd. mnl. nut weist mask. und fem. Geschlecht auf (nl. nut ist Substantivierung des Adjektivs, s. ↗nütze). Vereinzelt begegnet schließlich ein schwach flektierendes mhd. nutze m. Alle Formen stehen ablautend zu der unter ↗genießen (s. d.) behandelten Verbgruppe. Nhd. Nutzen m. (Genitiv Nutzens, 16. Jh.) ist wohl aus oben genanntem mhd. nutze m. mit Übernahme des Endungs-n aus den obliquen Kasus entstanden. Es verdrängt im 18. Jh. älteres Nutz, das fortlebt in den Wendungen nutz und frommen (16. Jh.), zu Nutz und Frommen sein, gereichen, dienen (18. Jh.), zunutze machen (17. Jh.). Eigennutz m. ‘Bedachtsein auf den eigenen Nutzen, Egoismus’ (15. Jh., auch flektiert eigener nutz). eigennützig Adj. ‘auf eigenen Vorteil bedacht, rücksichtslos’ (15. Jh.). Zu Nutz als erstem Glied in Zusammensetzungen vgl. Nutzholz n. (18. Jh.), mnd. nutholt; Nutzanwendung f. (18. Jh.); Nutznießung f. ‘Recht zur Nutzung fremden Eigentums’ (18. Jh.); nutzlos Adj. (18. Jh.); nutzbringend Adj. (16. Jh.). nutzbar Adj. ‘Nutzen bringend, sich für nützliche Zwecke eignend’, mhd. nutzebære. nützlich Adj. ‘Nutzen, Vorteil bringend’, mhd. nützelich ‘Nutzen, Genuß bringend, angenehm’. nutzen, nützen Vb. ‘Nutzen bringen, dienlich sein, nutzbringend verwenden, ausnutzen, Nutzen aus etw. ziehen’ setzt ahd. nuzzōn ‘genießen, verbringen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, abgeleitet von ahd. nuzza (s. oben), und (das später Umlaut aufweisende jan-Verb) ahd. ginuzzen ‘nützen, Nutzen ziehen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, nützen ‘gebrauchen, benutzen, als Nahrung genießen, dienlich sein’ fort. Dazu abnutzen, abnützen Vb. ‘durch anhaltenden Gebrauch Wert und Verwendungsmöglichkeit mindern’ (15. Jh.); vgl. mhd. abenutzen ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’; ausnutzen, ausnützen Vb. ‘Vorteil aus etw. ziehen, rücksichtslos gebrauchen’ (Ende 15. Jh.); benutzen, benützen Vb. ‘gebrauchen, verwenden’, mhd. benutzen, benützen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(gut) zu gebrauchen · ↗anwendbar · ↗benutzbar · ↗brauchbar · ↗gebrauchsfähig · ↗geeignet · nutzbar · ↗tauglich · ↗verwendbar · ↗verwendungsfähig · ↗verwertbar · verwertungsfähig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ackerland Arbeitsfläche Bildfläche Bildschirmfläche Bodenfläche Drehzahlband Drehzahlbereich Fläche Freifläche Frequenzbereich Handelsschiffsraum Innenraum Kofferraum Landfläche Stauraum Stromabgabe Verlustvortrag flexibel ganzjährig gemacht kommerziell landwirtschaftlich militärisch multifunktional steuerlich universell variabel vielfältig vielseitig zivil

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nutzbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Irgendwann stehen sie da, die Wörter, nutzbar für jeden, hinterfragt von niemandem.
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2001
Auch die trigonometrischen Funktionen wären auf diesem Weg häufiger nutzbar.
C't, 1999, Nr. 2
Um das eroberte Land wieder nutzbar zu machen, hat man in Rom nach 200 manches getan.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8902
Das sei ein starkes Argument, das nutzbar gemacht werden müsse.
Nr. 350: Gespräch Kohl mit Gorbatschow vom 15. Juli 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 3916
Das Gesetz bestimmt viertens, daß ganze Werke, periodische Schriften, wenn sie nutzbare Dinge enthalten, wegen einzelner anstößiger Stellen nicht verboten werden sollen.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 22077
Zitationshilfe
„nutzbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nutzbar>, abgerufen am 18.10.2019.

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